Alex Schneider aus der Vulkaneifel dominiert Deutschlands größte Sprintserie

Motorsport in der Region : Alex, der „Super-Zwerg“

Ein junger Mann aus der Vulkaneifel dominiert Deutschlands größte Sprintserie

Er ist noch nicht einmal so alt wie die Serie selbst, aber er hat sie in diesem Jahr nach Belieben dominiert: Alex Schneider (20)  aus der kleinen Vulkaneifel-Gemeinde Bleckhausen bei Manderscheid hat in der abgelaufenen Saison Deutschlands größte Sprint-Rennserie scheinbar nach Belieben beherrscht.

Bei der weltgrößten Tuning-Messe, der „Essen Motor Show“, hat Schneider, der eine  Ausbildung zum Fluggeräte-Mechaniker in Büchel absolviert, sich und seinen blau-weißen Renner den Fans präsentiert: ein NSU TT, Baujahr 1970.

„Kampf der Zwerge“ nennt sich die Serie, und kein Begriff könnte die Charakteristik der Rennen auf bekannten Strecken  besser treffen. Neben Kombattanten wie Schneiders NSU flitzen historische Schätze wie ein Renault Alpine, ein Fiat Abarth, ein Austin Mini oder ein Autobianchi 112 über die Curbs, unter anderem auch auf dem Nürburgring.

Der kleine NSU Prinz 1000 schrieb in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren eine märchenhafte Geschichte. Heute lebt dessen Geschichte dank der  „NSU Trophy“ im Rahmen des „Kampfes der Zwerge“ wieder auf. Und dank Enthusiasten wie der Familie Schneider. Vater Wolfgang ist Dozent und ausgesprochener NSU-Experte. Mutter Jutta bildet das „Management“ dahinter, wenn es an den Wochenenden zu den Rennen geht.

In Essen zeigte Alex Schneider auf dem Indoor-Parkett mit Bravour, wie man eine solch robuste Heckschleuder mit der aufgestellten Motorhaube auf engem Parcours um die Ecken driftet.  Am Stand der Serie war sein weiß-blauer Sieger-NSU begehrtes  Schau-Objekt.

„Im nächsten Jahr soll es für mich und die gesamte Familie auf jeden Fall weitergehen“ blickt der junge Mann mit Vorfreude in die Zukunft. Ein ganz besonderes Ziel hat er vor Augen. Das dreistündige „Zwergen-Rennen“ im Rahmen des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring soll 2020 der Höhepunkt in Schneiders noch junger Rennfahrer-Karriere werden.  „Einmal vor so einer Kulisse mit mehr als 100 000 Zuschauern über die Nordschleife zu brettern, das wäre das Höchste“, schwärmt er bereits jetzt.

Die Rennserie geht im nächsten Jahr in ihre 29. Saison. Sie bietet mit einigen Partnerserien historischen Motorsport zu günstigen Preisen. Viele Fahrzeuge, an denen die Fahrer größtenteils selbst schrauben,  kennt man zum Teil noch aus alten Bergpokal-Rennen früherer Jahrzehnte. 2019 gab es sechs Renn-Wochenenden, darunter zwei auf dem Nürburgring.  Von den insgesamt zwölf Rennen entschied Schneider in seiner Division die Mehrzahl für sich. Das bedeutete auch den Gewinn des Gesamt-Titels.

Über den Winter wird der NSU im heimischen Bleckhausen überholt und fit gemacht für die neue Saison. Dann sollen die wild gewordenen Zwerge wieder auf den Rennstrecken losgelassen werden. Mit Alex Schneider aus Bleckhausen an der Spitze.