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Fußball-Rheinlandliga: Aufregung in der Nachspielzeit

Fußball-Rheinlandliga : Aufregung in der Nachspielzeit

In der Fußball-Rheinlandliga trennen sich der FSV Trier-Tarforst und Germania Metternich leistungsgerecht 2:2 (1:1). Für Hektik sorgen zwei späte Platzverweise.

An diesen Fußball­abend wird sich Holger Lemke sicher noch lange zurückerinnern: Den Schlusspfiff erlebte der Tarforster Trainer nicht mehr in seiner Coaching-Zone, sondern nach einer Roten Karte außerhalb der Barriere. Der Unparteiische Yannick Horten hatte eine Aussage Lemkes in der Nachspielzeit als Schiedsrichterbeleidigung interpretiert. Dieser sah sich aber missverstanden: „Ein gegnerischer Spieler hat den Ball nicht ins Aus geschossen, obwohl unser Spieler mit einer Gesichtsverletzung am Boden lag. Darüber habe ich mich lautstark aufgeregt und ein Schimpfwort benutzt, allerdings war damit nicht der Schiedsrichter gemeint.“ Der Schiri begründete seine Entscheidung auf TV-Anfrage eher allgemein: „Herr Lemke wurde nach verbalen Fehlverhalten aus dem Innenraum verwiesen.“

Ebenfalls musste Gästespieler Emre Simsek nach Foul an Faris Kssouri das Spiel vorzeitig verlassen (90.+2).

Fußballerisch bekamen 180 Zuschauer ein Spiel serviert, das in der zweiten Hälfte an Fahrt und Spannung aufnahm. Der FSV konnte sein Chancenplus nicht in ein drittes Tor verwandeln. Dabei begann die Partie mit einem Paukenschlag: Nach 33 Sekunden sorgte Nico Neumann mit dem ersten Angriff für die Tarforster Führung. Tarforst agierte weiter offensiv und drängte auf das zweite Tor. Benedikt Decker feuerte aus 18 Metern einen gefährlichen Distanzschuss ab, der knapp vorbeiging (10.). Sieben Minuten später war es wieder Decker, dessen Schuss aus freistehender Position im letzten Moment von einem Koblenzer Abwehrbein geblockt wurde. Den überraschenden Ausgleich erzielten die Metternicher mit der ersten eigenen Chance durch Tobias Lommer, der nach einer Ecke von Tarek Abbade ungehindert einköpfen durfte (39.). Bei Tarforst war der kürzlich verpflichete Mittelfeldakteur Moritz Jost noch nicht auf dem Spielberichtsbogen aufgeführt (ehemals SV Mehring und früher Eintracht Trier, zuletzt ein Jahr vereinslos).

Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs verwertete Decker eine Hereingabe von Neumann zum 2:1 (46.). Die Antwort des FC Germania ließ nicht lange auf sich warten, und Carsten Wans köpfte nach einer Ecke zum 2:2 ein (53.). „Ich will die Flanken haben“, rief FSV-Stürmer Nicola Rigoni seinen Vorderleuten zu, der am Samstag zu selten bedient wurde. In einem Spiel mit offenem Visier wurde es vorm Tarforster Tor gefährlich, als Lommers Schuss nur knapp vorbeiging (63.). Dann bediente Rigoni Heiko Weber, doch der Routinier setzte den Ball ans Außennetz (71.). Wenig später verpasste Neumann zweimal das dritte Tor. Auf der Gegenseite parierte Yunus Akgül nach einer Ecke zwei Mal prächtig (80.). „Spielerisch waren meine Jungs stark, auch wenn wir zwei unnötige Standardgegentore gefangen haben. Leider haben unsere vielen Chancen nicht für drei Punkte gereicht, weshalb unsere Enttäuschung groß ist“, bilanzierte Lemke. FCM-Trainer Patrick Kühnreich war sehr zufrieden: „Wir haben eine überragende kämpferische Leistung gezeigt. Den Start haben wir verschlafen, später darauf reagiert und auf Dreierkette umgestellt.“

FSV Trier-Tarforst - FC Germania Metternach 2:2 (1:0)

Tarforst: Akgül – Weber, Rashidi (67. Herres), Neumann, Fuhs, Schneider (82. Hahn), Heitkötter, Decker (61. Kssouri), Habbouchi, Picko (33. Quint), Rigoni

Metternich: Weiler – Wans, Endres, Kast, Simek, Wagner, Lommer (66. Toumpan), Abbade (65. Niemczyk), Rössler (71. Auer), Freisberg, Simsek

Tore: 1:0 Nico Neumann (1.), 1:1 Tobias Lommer (39.), 2:1 Benedikt Decker (46.), 2:2 Carsten Wans (53.)

Schiedsrichter: Yannick Horten (Niederstadtfeld)

Zuschauer: 180

Besondere Vorkommnisse: Rot für FSV-Trainer Holger Lemke (90.+1, angebliche Schiedsrichterbeleidigung), Gelb-Rot für Emre Simsek (90. + 2, wiederholtes Foulspiel)