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Auw: Starker Angriff, standfeste Abwehr - Bei der SG Schneifel läuft‘s

Fußball : Starker Angriff, standfeste Abwehr: Bei der SG Schneifel läuft‘s

Fußball-Rheinlandliga: Wie Stephan Simon die ersten Wochen als neuer Spielertrainer erlebt hat, und was er in dieser Runde noch erreichen will.

Zur Winterpause grüßen die Vereinigten aus Auw, Ormont, Hallschlag und Stadtkyll mit 26 Punkten vom sechsten Tabellenplatz der Fußball-Rheinlandliga und liegen nur vier Zähler hinter Tabellenführer Tarforst. Das Torverhältnis von 31:17 bescheinigt der SG Schneifel sowohl einen starken Angriff wie auch eine standfeste Abwehr. Nur drei Mannschaften kassierten bislang noch weniger Gegentore. Stephan Simon, der nach der Demission von Johannes Mayer das Traineramt Ende Oktober übernahm, ist mit der bisherigen Ausbeute von acht Siegen, zwei Remis und fünf Niederlagen einverstanden: „Wir haben vernünftig gepunktet, aber am Ende etwas nachgelassen. Dabei wurden die Gegner stärker und die Ergebnisse knapper. Aktuell ist die Trainingsbeteiligung vernünftig und die Jungs ziehen gut mit.“

Über die Hinrunde hinweg sei am Fitnesszustand gearbeitet worden – hieran konnte mit Beginn der Vorbereitung am 7. Januar indes nur unter erschwerten Bedingungen weitergearbeitet werden: Aufgrund der Wetterlage war zunächst nur Lauftraining möglich, gepaart mit zusätzlichen Kräftigungs- und Koordinationsübungen. Inzwischen ist die Schneifel-SG auf den Kunstrasenplatz nach Jünkerath umgezogen, wo Trainer und Torwart Simon seine Schützlinge an fünf Tagen die Wochen zum Training bittet.

In seine neue Doppelfunktion ist der 30-Jährige schnell hineingewachsen: „Die Trainertätigkeit macht mir unheimlich viel Spaß, und ich verbringe gerne Zeit auf dem Fußballplatz. Zudem stehe ich in regem Austausch mit meinem Trainerteam um Co-Trainer Norbert Hacken, Fitnesstrainer Daniel Gaussner, Torwarttrainer Moritz Starke und unserem Sportlichen Leiter Martin Knuppen.“ Seit seiner Beförderung vom Co- zum Spielertrainer sammelten seine Schützlinge vier Punkte aus vier Spielen.

Das Auftaktprogramm nach der Winterpause mit den Spitzenspielen gegen Morbach (am Samstag, 19. Februar, 18 Uhr) und eine Woche später bei der Zerf bezeichnet Simon als „absolute Kracher“ und ergänzt: „Am zweiten Spieltag haben wir in Morbach unseren ersten Punkt eingefahren. Einen Dämpfer haben wir aber beim Achtelfinal-Pokalaus erlebt, als wir Morbach mit 0:5 unterlagen. Daher haben wir Wiedergutmachungspotenzial, wollen deutlich aktiver und aggressiver auftreten und eine spielerische Note auf den Platz bringen.“ Jedenfalls stehen die Vorzeichen für eine Revanche gut, da das Duell diesmal nicht im Hunsrück stattfindet. Zudem ist das ausgeglichene Schneifel-Team nach wie vor unberechenbar. In der Hinrunde gab es elf verschiedene Torschützen.

Mit Michael Zeimmes hat aber ausgerechnet der treffsicherste Angreifer (sechs Tore) den Verein verlassen und schloss sich dem ostbelgischen Siebtligisten KFC Amel an (der TV berichtete). Torwart Dennis Koziol wechselte zum vom früheren Ellscheider Trainer Niklas Wagner gecoachten Mitte-Bezirksligisten SG Vordereifel Müllenbach. „Beide Abgänge tun uns weh. Wir sind in Gutem auseinandergegangen. Natürlich hätte ich die beiden gerne in der Mannschaft gehalten. Sie sind und bleiben herzlich willkommen“, sagt Simon.

Verbesserungsbedarf sieht er im spielerischen Bereich, da hier viel Entwicklungspotenzial stecke. Zudem sei man dabei, sich ein zweites Spielsystem zu erarbeiten. „Von der Stabilität her hat mir unser Defensivverbund um Kapitän Jonas Weberskirch, Michael Schüler, Alexander Zapp, Samuel Szillat und Maximilian Lenerz gut gefallen, da wir uns hier gesteigert haben. Zudem ist unser Sommer-Neuzugang Simon Reetz hervorzuheben, der uns mit offensiver Power und körperlicher Fitness verstärkt. Seine Qualität findet man auf diesem Level selten, weshalb er ein absoluter Trumpf für uns ist“, so Simon, der als schönstes Erlebnis der Hinrunde den 6:0-Sieg in Mehring empfindet.

In den bisherigen zwei Testspielen jeweils gegen Bezirksligisten gelangen den Schneifel-Kickern zwei Siege: Dem lockeren 10:2-Auswärtserfolg gegen Zeltingen-Rachtig (Stürmer Jan Pidde gelang ein Hattrick) folgte ein 1:0 gegen Mittelrhein-Vertreter Nierfeld. Zwei weitere Tests mussten coronabedingt abgesagt werden. Zunächst fiel das Duell gegen Wallenborn aus. Die für Samstag geplante Partie gegen Lüxem konnte wegen neun Corona-Fällen im Schneifel-Team ebenfalls nichts stattfinden. „Wir können es nicht ändern und müssen mit der Situation leben“, sagt der sportliche Leiter Martin Knuppen. Zur Wochenmitte hin dürften die meisten Akteure die Quarantäne aber wieder beendet haben.

Personal: Fabian Reusch (nach überstandenem Kreuzbandriss), Fabian Bannert (Syndesmoseband-Verletzung überwunden), Nicolas Görres (Schulter-Eck-Gelenksprengung auskuriert), Christian Babendererde und Markus Diehl (beide zuvor Bänderverletzung im Knie) sind wieder im Mannschaftstraining angelangt. Dagegen muss der an einer Knochenhautentzündung laborierende Alija Asotic weiterhin pausieren. Jan Leiendecker wird künftig die zweite Mannschaft unterstützen und ihr aus zeitlichen Gründen zugeordnet sein. Einziger (interner) Neuzugang ist Tobias Johanns, der aus der zweiten Mannschaft (Tabellenführer der Kreisliga B I Eifel) aufrückt. Darauf ist Simon besonders stolz: „Ich finde es klasse, dass Tobias den Sprung nach oben geschafft hat. Damit haben wir unseren Weg vollendet und bauen weiter auf die Fortentwicklung junger Spieler.“

Was den weiteren Saisonverlauf angeht, unterstreicht Simon: „Wir wollen keinen Platz mehr verlieren, sondern uns tabellarisch nach Möglichkeit noch verbessern.“