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Basketball: Gladiators Trier gehen auf Falken-Jagd

Zweite Basketball-Bundesliga : Gladiators Trier gehen auf Falken-Jagd

Die Nürnberg Falcons sind selbst drei Monate nach dem Saisonstart in der zweiten Basketball-Bundesliga noch nicht in Tritt gekommen. Vor dem heutigen Gastspiel an der Pegnitz hat Triers Trainer Marco van den Berg dennoch gute Gründe, vor den Franken zu warnen.

Auf Flughöhe sind die Nürnberger Falken in dieser Zweitliga-Saison noch nicht gekommen: Wochenlang musste das Team von Trainer Ralph Junge, am heutigen Mittwoch Gastgeber im Spiel gegen die Römerstrom Gladiators Trier (19.30 Uhr, live auf sportdeutschland.tv), im November und Dezember coronabedingt passen. Der Re-Start Anfang des neuen Jahres ging dann gründlich daneben: Mit 63:101 wurde die Partie in Kirchheim verloren. „Bei uns lagen viele Spieler drei Wochen lang krank im Bett und hatten dann vier Wochen nur leichtes Aufbautraining. Da können wir ja gar nicht auf dem gleichen Niveau sein wie eine Mannschaft, die nach elf Spielen voll im Saft steht. Das wird sicher noch dauern“, hatte Junge nach dem Desaster in Württemberg gesagt.

Sieben Partien haben die Falcons bislang erst bestritten, davon zwei gewonnen. Die Gladiators kommen bereits auf 13 Einsätze, hatten wegen Corona und Quarantäne auch holprige Anfangswochen, sind aber mittlerweile (längst) im Rhythmus. Mit dem hart erkämpften 83:75 am Sonntag über Phoenix Hagen hat Trier das halbe Sieg-Dutzend vollgemacht und steht in der schiefen Tabelle der ProA als Zehnter in direktem Kontakt zu den Playoff-Plätzen.

Einen klaren Vorteil gegenüber den bislang so oft pausierenden Nürnbergern sieht Gladiators-Headcoach Marco van den Berg nicht: „Immerhin konnten sie zuletzt wieder regelmäßig trainieren, werden uns sicher mit viel Physis und Willen begegnen, und die beiden jüngsten Neuzugänge stehen für viel Athletik.“ Damit spielt er auf die beiden in den vergangenen Tagen verpflichteten US-Amerikaner an. Combo Guard Tra Holder wechselte aus Polen und sammelte in Frankfurt bereits Erstligaerfahrung, Flügelspieler Mario Kegler kam aus Mexiko an die Pegnitz.

Schlüssel für einen Trierer Erfolg soll ähnlich wie (auch) zuletzt gegen Hagen die enorme Reboundstärke sein. „Es war von Anfang an klar, dass die Arbeit unterm Korb unser Fundament sein muss. Entsprechend haben wir das knallhart trainiert“, sieht van den Berg die großen Mühen belohnt. Der Niederländer weiß die Statistik aber zu relativieren: „Wir werfen so schlecht. Da ist es ja schon notwendig, dass wir uns die Bälle wieder zurückerkämpfen.“

Treffsicher agierte zuletzt einmal mehr Dan Monteroso. Der 26-jährige Shooting Guard kommt immer besser in Fahrt, steuerte so am Sonntag gleich 27 Punkte bei. Damit hatte der im Sommer von Ligakonkurrent Ehingen gewechselte Amerikaner entscheidenden Anteil daran, um nach einer Energieleistung die so glänzend in die Partie gestarteten Hagener noch in die Knie zu zwingen. Sein Trainer sieht das mit großer Freude: „Wir geben Dan mehr Minuten. Er macht es hervorragend, spielt ungemein aggressiv, kommt immer wieder von seiner starken Seite und agiert sehr selbstbewusst.“

Die Richtung stimmt aus Sicht van den Bergs auch insgesamt: „Einige unserer Jungs machen den nächsten Schritt und kommen dahin, wo wir sie brauchen.“ Wertvolle Arbeit verrichtete der in den Wochen zuvor nicht immer so starke Jonas Grof – mit neun Punkten und gleich 13 Rebounds.

Fehlen wird den Gladiators auch in Nürnberg der weiter an der Schulter verletzte Kalidou Diouf. Mit seinem zur Verfügung stehenden Kader wird Marco van den Berg am heutigen Vormittag noch eine Übungseinheit in Trier absolvieren, um dann die gut 400 Kilometer lange Strecke in die Frankenmetropole auf sich zu nehmen. Die Rückreise zu nächtlicher Stunde würde mit einem Sieg im Gepäck gefühlt sicher viel schneller über die Bühne gehen.