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Basketball im Kreis Trier: Junge Korbjäger gesucht

Basketball im Kreis Trier : Junge Korbjäger gesucht

Die Vertreter der Vereine kommen heute zum Kreistag zusammen. Wichtigster Tagesordnungspunkt: der Spielbetrieb in der kommenden Saison. Eine erste Bestandsaufnahme zeigt eine bedenkliche Entwicklung.

„Endlich“, sagt der zehnjährige Philipp aus der U-10-Basketballmannschaft des Trimmelter SV. Endlich hat die lange Zeit des Wartens auf das gemeinsame Training mit den Freunden ein Ende.

So wie Philipp geht es auch anderen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. „Es wurde Zeit“, sagt Matthias Werner, Hobby-Basketballer in der „Oldie-Gruppe“ des Polizei-Sportvereins Trier. „Seit fast einem Jahr haben wir uns nicht mehr in der Halle bewegt“, berichtet er. Die Bewegung und das Miteinander hätten ihm sehr gefehlt. „Ich hoffe sehr, dass wir jetzt keine coronabedingte Unterbrechung mehr ertragen müssen“, sagt Werner.

Gleich zum ersten Training kamen alle Mitglieder der Sportgruppe zusammen, um zwei Stunden gemeinsam Sport zu treiben. Vor Beginn des Trainings haben alle, die noch nicht geimpft waren, ordnungsgemäß vor den Augen des Übungsleiters einen Selbsttest gemacht. „Nach der langen Pause waren die zwei Stunden ganz schön anstrengend“, sagt Willy Bosl, ebenfalls Mitglied der Hobby-Basketballgruppe. „Ich habe mich durch Jogging fit gehalten, aber die Belastung im Spiel ist doch eine ganz andere“, erläutert der 65-Jährige.

Das ,Kaltgetränk’ nach dem anstrengenden Sport darf natürlich nicht fehlen, schließlich sind etliche Geburtstage, die in die Corona-Zeit gefallen sind, noch mit den Sportkameraden nachzufeiern. Abgemeldet hat sich von dieser Gruppe niemand.

Wie sieht es in ambitionierteren Mannschaften aus? „Wir durften laut der Corona-Verordnung als Mannschaft der dritthöchsten Spielklasse schon recht früh mit dem Training starten“, berichtet Michael Edringer, Trainer der Regionalliga-Damenmannschaft der MJC Trier. Als problematisch erwies sich die Hallensituation in Trier. Sämtliche Hallen waren geschlossen, und lediglich die Arena konnte der Mannschaft eingeschränkte Trainingsmöglichkeiten bieten. Zu Abgängen hat die Saison- und Trainingsunterbrechung nicht geführt. Die Mannschaft hat fast ausnahmslos das gleiche Gesicht wie in der vergangenen Spielzeit.

Kevin Ney, Nachwuchskoordinator der Gladiators Trier, zeichnet ein zwiespältiges Bild. „Als anerkanntes Nachwuchszentrum durften wir mit der Mannschaft der Nachwuchs-Bundesliga (NBBL, Jahrgänge 2005 und älter) seit Februar relativ uneingeschränkt trainieren“, sagt Ney. Das Team zeigt derzeit in der Summer-League, das sich das Training ausgezahlt hat. Zwei Spiele, zwei Siege, so lautet die momentane Bilanz. Problematisch war die Situation beim Team, das in der Jugend-Bundesliga (JBBL) spielt. Der jüngste Nachwuchs durfte coro­nabedingt nicht trainieren, so dass Ney einen enormen Nachholbedarf sieht. „Das wird eine schwere Saison“, lautet sein Ausblick auf die kommende Spielzeit, die im Herbst beginnen soll.

Am 16. Juli findet in der Arena derweil ein Turnier mit der Gladiators-Nachwuchsmannschaft und attraktiven Gegnern statt. Zuschauer sind erlaubt und willkommen.

Die Mannschaft der Gladiators in der 2. Regionalliga muss sich erst neu finden, sagt Nachwuchskoordinator Ney. Mit Vincent Hennen, Calvin Stüber und Jonathan Almstedt, der nur noch in der Pro A spielen wird, haben wichtige Leistungsträger die Mannschaft verlassen. Ney: „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir die Klasse halten werden.“

In der Herren-Oberliga sind die Mannschaften der MJC Trier und des TVG Baskets vertreten. Trainer Andy Warmke bleibt der MJC erhalten und mit ihm auch der komplette Kader. „Die Zeit nutzen, um wieder fit zu werden“, lautet die augenblickliche Zielsetzung nach der langen Trainingspause. Für Eric Jöchel, Jugendwart des TVG Baskets, steht erst einmal die Stabilisierung des Jugendbereichs nach der Zwangspause im Vordergrund. Die Abgänge „bewegen sich noch im erträglichen Umfang“, sagt Jöchel, der nachschiebt: „Ich hoffe, dass wir nicht noch eine böse Überraschung erleben.“ Stephan Schmitz, Trainer des TVG Baskets Trier in der Oberliga, blickt zuversichtlich auf die kommende Spielzeit.

Einen Neuanfang müssen die MJC-Damen in der Oberliga hinlegen. Zahlreiche Stammspielerinnen haben sich entschlossen, die Basketballschuhe an den Nagel zu hängen. „Die Corona-Pause hat letztlich den Ausschlag gegeben, die Karriere zu beenden“, sagt Iris Jodes, bis dato Spielertrainerin der Mannschaft. Felix Warmuth, Multi-Funktionär (Abteilungsleiter, Trainer und Schiedsrichter) der Basketballer des TuS Mosella Schweich, blickt skeptisch in die kommende Spielrunde: „Wir haben Trainer und Spieler verloren. Ich weiß noch nicht, ob wir wieder mit vier Mannschaften antreten können.“

„Dass wir jetzt wieder einigermaßen geregelt trainieren dürfen, ist eine unbedingte Voraussetzung, damit wir zu einem geregelten Spielbetrieb kommen“, sagt der Kreisvorsitzende Horst Molitor, der mit Sorgen auf manche Teamzahlen blickt. „Besonders in den jüngeren Altersklassen haben wir einen erheblichen Rückgang der gemeldeten Mannschaften zu verzeichnen. In den Seniorenrunden scheinen wir mit einem blauen Auge davonzukommen.“

Um im Nachwuchs den großen Verlust an Teams, die am Spielbetrieb teilnehmen, zu kompensieren, soll der Meldeschluss für U-10- bis U-14-Mannschaften nach hinten verschoben werden. Molitor: „Wir hoffen, dass sich auch dort die Lage entspannt.“