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Basketball: Keine Ausreden - Gladiators Trier sind unzufrieden

Basketball : Keine Ausreden: Trierer Gladiators sind unzufrieden

Beim Basketball-Zweitligisten Römerstrom Gladiators Trier dienen weder Verletzungen noch Quarantänen als Entschuldigung – Welche Spieler für nächste Saison fix sind.

Eine in vielen Belangen außergewöhnlich schwierige Saison ist für den Basketball-Zweitligisten Römerstrom Gladiators Trier versöhnlich zu Ende gegangen. Der erhoffte Einzug in die Play-offs war zwar vorher schon verspielt, im finalen Duell am Samstagabend beim Team Ehingen/Urspring ließ es die Mannschaft von Trainer Marco van den Berg beim 94:63 aber noch mal mächtig krachen. Es war nicht nur der höchste Saisonsieg, sondern auch einer der klarsten Erfolge überhaupt seit Gründung des TBB-Nachfolgers im Jahre 2015. Nur vier Mal gelangen seitdem höhere Siege.

Dennoch gesteht Andre Ewertz, neben Achim Schmitz Geschäftsführer der Gladiators, in seinem Fazit ein: „Wir müssen ganz ehrlich zu uns selbst sein: Mit dem sportlichen Abschneiden sind wir überhaupt nicht zufrieden. Unser Saisonziel, das Erreichen der Play-offs, haben wir klar verpasst.“

Weder die langwierigen Ausfälle von Leistungsträgern wie Jermaine Bucknor, Dan Monteroso und Austin Wiley, noch zwei Mannschaftsquarantänen gleich zu Beginn im Herbst und gegen Ende der Saison will Ewertz als Ausrede gelten lassen.

An der Arbeit von Trainer Marco van den Berg, der Mitte vergangenen Jahres nach zwei Saisons beim niederländischen Verband zurück nach Trier gekehrt war, lässt der Gladiators-Verantwortliche aber keine Zweifel: „Wir haben ihn nie in Frage gestellt. Auch für Marco war es natürlich keine einfache Saison. Er musste immer wieder auf die aktuellen Umstände reagieren. Wir konnten von Beginn an nicht mit der Mannschaft spielen, die wir gemeinsam im vergangenen Sommer zusammengestellt hatten.“

 Für Andre Ewertz, Geschäftsführer der Gladiators, wäre eine weitere Saison ohne Fans „eine Katastrophe“.
Für Andre Ewertz, Geschäftsführer der Gladiators, wäre eine weitere Saison ohne Fans „eine Katastrophe“. Foto: TV/Simon Engelbert

Den 55-Jährigen zeichne aus, dass „er einen Plan verfolgt und zum Ende der Saison immer den besten Basketball spielen möchte – auch das war aufgrund der Anpassungen in der Trainingssteuerung diesmal schwieriger durchzuführen“. Aktuell sei man dabei, die abgelaufene Runde gemeinsam zu analysieren und den Weg für die kommende Spielzeit festzulegen.

Van den Bergs Arbeitspapier ist auch für die neue Saison gültig. „Somit wird er weiter unser Headcoach sein“, bestätigt Ewertz. Mit Brody Clarke, Jonas Grof und Dan Monteroso, der nach seiner Verletzungsphase aus den USA an die Mosel zurückkehren wird, stehen zum jetzigen Zeitpunkt drei Profispieler unter Vertrag. Zudem habe man mit Ole Theiß einen langfristigen Ausbildungskontrakt abgeschlossen, „worüber wir uns sehr freuen“. Zu mehr Personalien könne und möchte er sich derzeit nicht äußern. Dass Kevin Smit die Gladiators nach sechs Jahren verlässt, bedauert der Geschäftsführer: „Wir hätten gerne noch ein Jahr mit ihm verlängert. Den Grund seiner Entscheidung, wieder zurück in seine Heimat zu seiner Frau und Familie in den Norden zu gehen, können wir jedoch zu einhundert Prozent nachvollziehen. Mit ihm verlässt uns nicht nur ein professioneller Basketballspieler, sondern auch ein charakterlich richtig guter Mensch, den es nun zu ersetzen gilt.“

Komplett ohne Zuschauer spielen zu müssen, war auch für die Gladiators nicht nur emotional, sondern wirtschaftlich sehr belastend. Die Corona-Hilfen für den Profisport, die 80 Prozent der Einnahmenausfälle im Ticketing auffangen sollen, seien beantragt worden. Doch das Geld ist noch nicht vollständig bei den Gladiators eingegangen: „Hierbei handelt es sich um Prozesse, die immer noch laufen und nicht abgeschlossen sind, alle Bescheide liegen uns noch nicht vor.“ Von daher  könne er noch nicht final absehen, wie sich die Situation zum Ende des Geschäftsjahres am 30. Juni darstellen werde.

 Treue Partner und Geldgeber hätten den Club „unglaublich unterstützt und sich mit dem Trierer Profibasketball solidarisiert“. Abgänge bei den Sponsoren habe es vor der vergangenen Saison gegeben, „was aufgrund der Corona-Situation in fast allen Branchen natürlich zu erwarten war, uns jedoch hart getroffen hat“, so Ewertz. Für den Profibasketball in Trier gehe es aber weiter: „Wir werden diese schwierige Zeit mit einem blauen Auge überstehen.“

Noch eine Saison ohne Fans spielen zu müssen, wollen die Gladiators aber nicht erleben: „Das wäre eine Katastrophe. Finanziell gesehen müsste es weitere Hilfen für den Profisport geben, damit alle Vereine weiter überleben.“ Zudem lebe der Sport „von den Emotionen, vom Erlebnis und der guten Zeit die man hat, um auch mal den Alltag zu vergessen –  es wäre schlimm, das auch noch eine weitere Saison nicht erleben zu dürfen“.

Während die Spieler Trier nun nach und nach verlassen, kümmert sich das Geschäftsstellenteam um Ewertz um die Wohnungen, Autos und Abreise der Akteure. Schon jetzt richte man den Blick in Richtung kommende Saison. Auch an Zuschauer- und Hygienekonzepten für die Heimspiele arbeite man, wenn ab Herbst die Ränge in der Arena endlich wieder gefüllt sein sollen.