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Beirat von Eintracht Trier: Erste Hilfe aus der zweiten Reihe

Regionaler Fußball : Beirat von Eintracht Trier: Erste Hilfe aus der zweiten Reihe

Was macht eigentlich dieses Vereinsgremium? Die aktuell sieben Mitglieder haben weit mehr als nur eine Aufsichtsfunktion. Mit Spannung blicken sie der Aufstiegsrunde entgegen.

Hier der Vorstand, dort der Aufsichtsrat: In vielen höherklassigeren Fußballvereinen ist die Führungsspitze derart aufgeteilt. Die Satzung von Eintracht Trier sieht dagegen kein klassisches, ausschließliches Kontrollgremium vor. Stattdessen gibt’s einen Beirat, dessen Aufgaben wie folgt definiert werden: „Der Beirat berät, kontrolliert und unterstützt den Vorstand in allen ideellen, sportlichen und wirtschaftlichen Angelegenheiten.“

Heißt übersetzt: „Wir stehen dem Vorstand mit Rat und Tat zur Seite. Wir haben die Finanzen im Blick, sind mit unseren Netzwerken Türöffner zu potenziellen Sponsoren und repräsentieren“, sagt Beirats-Mitglied Ernst Wilhelmi, der bis Ende November 2014 knapp achteinhalb Jahre lang Vorstandsmitglied des SVE gewesen war.

Beirats-Sprecher ist Theo Thonet. Er lobt die aktuell geräuschlose Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Beirat: „Gott sei Dank ist es geschafft worden, Ruhe in den Verein zu bringen. Der Vorstand macht eine hervorragende Arbeit. Und wir unterstützen ihn bei allen Aufgaben. Wir arbeiten aus der zweiten Reihe heraus.“

Wilhelmi, Geschäftsführer des gleichnamigen Trierer Meisterbetriebs für Putz- und Stuckarbeiten, und Thonet, Geschäftsführer der gleichnamigen Frisör GmbH mit zahlreichen Salons, sind mit ihren Unternehmen gleichzeitig wichtige Geldgeber – im Duktus des Vereins firmieren sie als sogenannte ,Premium-Sponsoren‘. Das gilt auch für die Unternehmen der Beirats-Mitglieder Frank Natus (Geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Schaltanlagen-Herstellers) und Christoph Schnorpfeil (Geschäftsführer des gleichnamigen Straßen- und Kanalbau-Unternehmens). Als ,Sponsoren‘ werden zudem das Finanz-Dienstleistungsunternehmen Avega mit Hauptsitz in Luxemburg, welches das Beirats-Mitglied Stefan Lambert gegründet hat, sowie die Provinzial-Geschäftsstelle König & Picko mit Geschäftsstellenleiter und Beirats-Mitglied Frank König aufgeführt. Komplettiert wird der Beirat durch den Trierer Verwaltungsgerichts-Präsidenten Georg Schmidt.

Fast alle Gremiumsmitglieder sind also auch Finanziers des Vereins. Verträgt sich das mit der Aufgabe, der Clubspitze auch auf die Finger zu schauen? Thonet sieht keinen Konflikt: „Wir sind im Beirat alle sehr kritisch. Kontrolle und Unterstützung widersprechen sich nicht.“

Was alle Beirats-Mitglieder eint: „Wir sind fußballverrückt und am Erfolg orientiert“, sagt Thonet. Wer so denkt, ist eher bereit, dem Club Geld zur Verfügung zu stellen. Thonet und Wilhelmi widersprechen aber der These, dass die Beirats-Mitglieder stets als Erste den Geldbeutel öffnen, wenn’s irgendwo finanziell hakt. „So einfach geht das nicht. Wenn der Verein Geld braucht, muss das abgesegnet werden – und es steht immer eine (Sponsoren-)Leistung gegenüber“, sagt Wilhelmi. Auch Thonet insistiert: „Mit uns wird kein Geld rausgeworfen. Diese Linie verfolgt der Vorstand auch nicht. Im Gegenteil. Denn wir alle wissen: Das hat noch nie gut funktioniert.“

Eine strategische Vereinsausrichtung ohne Hektik – dazu will der Beirat, der laut Satzung noch um drei weitere Mitglieder wachsen könnte, seinen Beitrag leisten. Ein Thema ist dabei die weitere Stärkung des Jugendbereichs. Thonet: „Hier werden wir in den kommenden Jahren noch deutlich mehr tun.“

Für die erste Herren-Mannschaft steht aktuell die Aufstiegsrunde in der Fußball-Oberliga an. Los geht’s am Samstag, 14 Uhr, mit dem Heimspiel im Moselstadion gegen den FV Dudenhofen. Thonet und Wilhelmi erachten eine Rückkehr in die Regionalliga als sehr wichtig für den Club. Vor allem unter sportlichen Aspekten und fürs Umfeld. Wirtschaftlich dagegen bedeutet die vierthöchste Spielklasse in Deutschland eine Herausforderung. Thonet: „Sie bringt für die Vereine deutlich mehr Ausgaben. Der Vorstand hat für den Fall des Aufstiegs aber die nötigen Vorkehrungen getroffen.“