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Benefizfußball: Kickerprominenz spielt im Moselstadion Trier für Flutopfer

Benefizfußball : Kickerprominenz im Trierer Moselstadion - „Unser mit Abstand wichtigstes Spiel in 22 Jahren“

Benefizspiele für die Flutopfer in Trier: Die Ex-Nationalkicker freuen sich auf „König Otto“ und stellen die hohe Bedeutung der Partie am Mittwochabend im Moselstadion heraus.

Über 900 Länderspiele und zahlreiche Titel bei Welt- und Europameisterschaften sind am Mittwochabend im Moselstadion vereint. Wenn ab 20.30 Uhr (live auf Sport1) die DFB-All-Stars, die ebenfalls mit vielen früheren Bundesliga- und Nationalspielern  gespickte Lotto-Elf und die Bürgermeister-Nationalelf zusammenkommen, um Spendengelder für die Hochwasseropfer einzuspielen, gibt sich die Kicker-Prominenz die Klinke in die Hand.

Gespannt sind Marcell Jansen und Renate Lingor auf ihren Trainer bei den All-Stars, ‚König Otto‘ Rehhagel. „Ich hoffe, er ist etwas ruhiger geworden und erwartet nicht zu viel. Schließlich weiß ich gar nicht, wann ich das letzte Mal gegen den Ball getreten habe“, sagte die heute 45-jährige,  zweifache Weltmeisterin während einer Videokonferenz am Montag. „Flach spielen, hoch gewinnen: So einfach wird das am Mittwoch nicht werden. Otto wird uns sicher die richtige Taktik verpassen“, ergänzte der 45-fache Nationalspieler und gerade in seinem Amt als Präsident des Hamburger SV bestätige Jansen.

In dem Dreierturnier, bei dem der dreifache Weltschiedsrichter Markus Merk als Unparteiischer fungiert, soll der sportliche Ehrgeiz nicht zu kurz kommen. Viel wichtiger ist aber allen Beteiligten, bei der Veranstaltung unter dem Motto „Hilfe nach der Flut: Das Benefizspiel des Fußballs“ Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe vor knapp einem Monat zu zeigen und einen möglichst hohen Spendenbetrag zu erzielen. Nach Angaben von DFB-Sprecher Thomas Hackbarth sind zu der 100 000-Euro-Sockelspende der Egidius-Braun- und der Sepp-Herberger-Stiftung schon jetzt weitere 20 000 Euro hinzugekommen.

Seit 22 Jahren tritt die Lotto-Elf für den guten Zweck an und hat bislang knapp 2,5 Millionen Euro für caritative Zwecke eingespielt. „Die Partie am Mittwoch ist unser mit Abstand wichtigstes Spiel“, betont Hans-Peter Briegel. Der zweifache Vizeweltmeister wird im Moselstadion von einer weiteren Kaiserslauterer Fußballlegende als Trainer unterstützt: Harry Koch wird neben Briegel auf der Trainerbank Platz nehmen und die Mannschaft um einstige Bundesligagrößen wie David Odonkor, Dariusz Wosz, Stephan Engels und den aus Dudeldorf in der Südeifel stammenden, als „Euro-Eddy“ berühmt gewordenen Edgar Schmitt coachen. Auf Harry Kochs Sohn Robin geht die Initiative für das Benefizspiel zurück (TV berichtete).

Bis Montagnachmittag waren knapp 1000 Tickets verkauft. Aufgrund der Corona-Vorgaben beträgt die maximal zugelassene Zuschauerzahl rund 2500. Alle 924 Stehplätze müssen nummeriert (!) sein.

Das bedeutete für Björn Berens, den Geschäftsstellenleiter von Eintracht Trier, Robin Kochs langjährigen Freund Simon Berg aus Salmtal-Dörbach und drei weitere Helfer am vergangenen Samstag noch mal eine Extraschicht im Moselstadion. „Gottseidank hat die Markierungsfarbe die Regenfälle am Wochenende überstanden, und wir müssen hier nicht noch mal ran“, atmete Berens am Montag erleichtert auf. Hand in Hand mit dem Sport­amt der Stadt Trier und hier allen voran Platzwart Sascha Quint ist Berens seit Tagen mit vielen organisatorischen Fragen betraut.

Da gemischte Mannschaften antreten, müssen insgesamt acht Kabinen eingerichtet werden. Sport1 als übertragender Fernsehsender und die rund 20 akkreditierten Journalisten sollen zudem möglichst optimale Arbeitsbedingungen vorfinden. Weil für Besucher die 3-G-Regel gilt und die Impf-, Genesungs- oder Testnachweise am Eingang kontrolliert werden, bittet Berens um eine möglichst frühzeitige Anreise (die Stadiontore öffnen um 18.45 Uhr). Eine Teststation wird auch vor Ort aufgebaut sein.

Den Aufwand betreiben sie bei der Eintracht gerne, wie Berens betont: „Das ist eine Selbstverständlichkeit, und wir hoffen darauf, dass wir unseren Teil dazu beitragen können, dass ein möglichst hoher Betrag für die Flutopfer zusammenkommt.“