1. Sport
  2. Sport aus der Region

Bitburg/Irrel: Zwischen Testen, Bangen und Vorfreude

Motorsport : Zwischen Testen, Bangen und Vorfreude

Rund vier Wochen vor dem Start in die neue Langstreckensaison sagen die Top-Piloten aus der Region, wie der Stand der Vorbereitung ist und welche Ziele sie anpeilen.

Ende März beginnt die neue Saison der Nürburgring Langstreckenmeisterschaft (NLS), der weltweit größten Motorsportserie. Hier stehen reine Amateure und Werksprofis gemeinsam an der Startlinie. Der TV hat bei den Top-Fahrern aus der Region nachgefragt, wie es bei ihnen vor dem ersten Rennen am 26. März oder bis zum 24-Stunden-Rennen aussieht.

Philipp Leisen aus Irrel geht aufgrund des Wertungssystems, das die Starter in den am stärksten besetzten Klassen bevorteilt, zum dritten Mal als aktueller NLS-Champion und damit quasi als Titelverteidiger an den Start. Der BMW-Pilot wird sich in diesem Jahr zumindest ein, wahrscheinlich aber sogar zwei neue Teammitglieder suchen müssen: Danny Brink und Christopher Rink, mit denen der Südeifeler in den vergangenen Jahren erfolgreich unterwegs war, haben andere Pläne. „Christopher ist definitiv nicht auf dem Auto. Er hat gleich das ganze Team gewechselt. Danny weiß noch nicht genau, was er macht, aber vermutlich muss ich mir gleich zwei neue Teammitglieder suchen, die mit mir den BMW mit der Nummer 1 an die Startlinie bringen wollen.“ Ziel sei für ihn auf jeden Fall NLS-Titel Nummer vier mit dem gewohnten Team Adrenalin-Motorsport. „Und das wohl wieder wie in den Vorjahren in der Startklasse V4“ (Fahrzeuge bis 2500 Kubikzentimeter, Anm. der Redaktion). In den Vorjahren hatten Leisen und Co. dabei immer mit mangelnder Besetzung zu kämpfen, was laut Reglement beim Klassensieg weniger Punkte ergab. „Ich hoffe, dass das in dieser Saison anders ist. Dadurch würden sich unsere Chancen beträchtlich erhöhen.

Das spektakulärste Auto im Fahrerfeld dürfte auch in diesem Jahr wieder Thomas Mutsch an den Start bringen. US-Milliardär und Kunstmäzen James Glickenhaus lässt neben seinem Le-Mans-Engagement in der Fia-WEC (Langstreckenweltmeisterschaft) und in Sebring (USA) nicht nach, auch beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring wieder ein siegfähiges Auto an den Start zu bringen. Zur Vorbereitung gehört dabei neben dem Qualifikationsrennen auch mindestens ein Rennen in der Nürburgring-Langstreckenserie. Das GT3-Projekt der Scuderia Cameron Glickenhaus, der SCG 004C, geht in seine dritte Saison. „Wir gehen wieder mit der gleichen Mannschaft wie in den vergangenen Jahren auf das Auto“, sagt der Bitburger im TV-Gespräch. „Wir waren im Winter mit dem SCG 004 in Italien und wollen Ende Februar auch noch mal nach Frankreich zum Testen. Irgendwo im Süden, etwa in Le Castellet.“ Das Team der Scuderia Glickenhaus hat bisher lediglich an der Aerodynamik und an der Dämpfereinstellung etwas geändert. Wenn die Frankreich-Tests ausgewertet sind, wird sich zeigen, wo noch Optimierungsbedarf besteht.

Auch Arno Klasen aus Karlshausen (Eifelkreis Bitburg-Prüm) steckt mitten in den Vorbereitungen auf die im März beginnende Saison. Der seit vielen Jahren Nordschleifen-erfahrene Klasen wird auch 2022 wieder für die „equipe vitesse“ ins Lenkrad greifen. Am kommenden Wochenende wird im portugiesischen Portimao im Porsche Cayman 718 s bei einem trackday getestet.

Noch auf ein Cockpit hofft Rudi Adams aus Nohn direkt am Nürburgring: „In diesem Jahr ist es so schwer wie kaum zuvor, um noch Sponsoren aufzutun. Aber ich hoffe, dass sich da noch etwas tut. Schließlich habe ich ja einiges an Erfahrung aus mehreren Jahrzehnten auf der Nordschleife zu bieten.“

Vier Fahrer, vier unterschiedliche Ausgangspositionen. Allen gemein ist aber, dass in diesem Jahr (höchstwahrscheinlich) die seit 2020 schmerzlich vermissten Fans wieder in die „Grüne Hölle“ zurückkommen werden und das gewohnte Flair auf den Campingplätzen wieder Einzug hält.