Bundesliga-Kommentar : Zwei Absteiger, zwei Welten

Manchmal ist traurige Gewissheit besser als die ewige, an den Nerven nagende Minimalst-Hoffnung. Für die Fans des 1. FC Köln und 1. FC Kaiserslautern hat der Blick auf die Tabelle nun ein Ende. Die Abstiege sind besiegelt – und damit das, was sich schon vor einem halben Jahr deutlich abgezeichnet hat. Zwei Traditionsvereine mit vielen Fans in der Region müssen also eine Liga runter – aber damit erschöpfen sich auch die Gemeinsamkeiten zwischen dem künftigen Zweit- und Drittligisten. Der 1. FC Köln hat zwar eine zutiefst frustrierende Saison hinter sich – daran ändert auch ein Europa-League-Heimsieg gegen den FC Arsenal nichts. Der sechste Abstieg aus der Bundesliga ist ärgerlich, aber es ist wahrlich nicht der besorgniserregendste der Club-Historie: Der FC hat bereits jetzt ein Gerüst für die nächste Saison zusammen. Dass umworbene Spieler wie Timo Horn und Jonas Hector bleiben, darf man als Signal an die Konkurrenz verstehen. Anders ist die Situation in Kaiserslautern: Auf den FCK wartet nach dem erstmaligen Absturz in die dritte Liga – 20 Jahre nach dem letzten Meistertitel – in allen Bereichen jede Menge Arbeit. Wie das Team aussehen wird? Völlig offen! Spannend wird es für beide Vereine in jedem Fall.

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