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Handball
Kopfschütteln wegen Miezen-Termin

 Kostet der WM-Finaltag den Trierer Miezen Zuschauer? MJC-Vorstand Jürgen Brech hofft das nicht und bewirbt das Public Viewing in der Arena.
Kostet der WM-Finaltag den Trierer Miezen Zuschauer? MJC-Vorstand Jürgen Brech hofft das nicht und bewirbt das Public Viewing in der Arena. FOTO: TV / HANS KRAEMER
Trier. Wenn bei der Männer-WM am Sonntag die Entscheidungen fallen, trägt die DJK/MJC Trier ihr Heimspiel gegen Mainz 05 aus. Ein Unding für Funktionär Herbert Schuhmacher. MJC-Vorstand Jürgen Brech will das Beste aus der Situation machen und verweist auf ein Public Viewing. Von Mirko Blahak
Mirko Blahak

Die Handball-Weltmeisterschaft der Männer elektrisiert die Massen. Zehn Millionen Fans fiebern in Deutschland vor dem Fernseher mit. Und in den Amateurvereinen ist das Turnier ein großes Gesprächsthema.

Der Showdown folgt am Sonntag, wenn das Spiel um Platz drei (14.30 Uhr) und das Finale (17.30 Uhr) angepfiffen werden. Fest steht: In einer der beiden Partien ist Deutschland mit dabei.

Und dann das: Mittendrin – um 16 Uhr – absolvieren die Trierer Zweitliga-Handballerinnen der DJK/MJC Trier ihr Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 in der Arena Trier. Die MJC hat sich laut Vorstandsmitglied Jürgen Brech um eine Verlegung der Partie auf Samstagabend bemüht. „Das hat aber nicht funktioniert, da Mainz mit seiner zweiten Mannschaft am Samstag in Thüringen spielt“, berichtet Brech auf TV-Anfrage.

Nicht nur die Miezen müssen am WM-Finaltag ran – für Sonntagnachmittag sind darüber hinaus drei weitere Partien  in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen angesetzt. Für den Trierer Herbert Schuhmacher, Vizepräsident Spieltechnik im Handballverband Rheinland, ist das ein Unding: „Unabhängig davon, wie weit die deutsche Mannschaft kommt, finde ich es fragwürdig, am Finaltag der WM in manchen Spielklassen Partien anzusetzen. Damit werden viele treue Handball-Fans vor eine Gewissensfrage gestellt. Es ist bedauerlich, dass der Deutsche Handball-Bund mit den Liga-Verbänden nicht generell ein Spielverbot für den kommenden Sonntag erteilt hat – auch aus Respekt und Anerkennung gegenüber den WM-Organisatoren.“

Im Handballverband Rheinland werden am späteren Sonntagnachmittag keine Partien ausgetragen – laut Schuhmacher ist diese Regelung bereits im Mai vergangenen Jahres getroffen worden. Anders die Lage bei der  Handball Bundesliga Frauen (HBF), dem Zusammenschluss der am Spielbetrieb der ersten und zweiten Bundesliga teilnehmenden Vereine. Dort sieht der Rahmenterminplan für den Finalsonntag der Männer-WM keine generelle Spielpause vor. Gleichwohl sagt Nadine Schulte von der HBF auf TV-Anfrage: „Die Vereine der ersten und zweiten Frauen-Bundesliga werden auf den Mitgliederversammlungen im Sommer immer darauf aufmerksam gemacht, wann die großen internationalen Turniere von Männern und Frauen im Verlauf der Saison stattfinden und dass diese bei der Festlegung der Spielzeiten gegebenenfalls berücksichtigt werden sollten.“

Mit Blick aufs Miezen-Spiel am Sonntag ist dieser Plan nicht aufgegangen. Müssen sich die MJC-Fans  jetzt zwischen ihrem Lieblings-Team und den deutschen Handball-Männern entscheiden?

„Nein!“, sagt Miezen-Vorstand Brech. Grund: In der Arena Trier werden das WM-Spiel um Platz drei und das Finale übertragen. Brech: „Zeitlich ist das alles zwar ein bisschen knapp. Dank des Public Viewings können sich unsere Fans aber  einen schönen Sonntagnachmittag in der Arena machen – mit der Männer-WM und dem Spiel der Miezen.“