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Corona: Fußballverband Rheinland annulliert Saison im Amateurbereich

Pandemie : Entscheidung gefallen: Saison im Amateurfußball wird annulliert

Jetzt ist es offiziell: Der Spielbetrieb im Amateurfußball wird in allen Spiel- und Altersklassen eingestellt, die bisher ausgetragenen Partien annulliert. Doch es gibt Ausnahmen.

Der Weg war klar vorgezeichnet, da konnte auch das einstimmige Votum nicht überraschen: Der Beirat des Fußballverbandes Rheinland (FVR) hat am Samstagvormittag entschieden, dass der coronabedingt seit Ende Oktober unterbrochene Punktspielbetrieb in den Ligen der Herren, Frauen und Junioren vorzeitig beendet und annulliert wird. Auf- und Absteiger gibt es keine.

Diese Entscheidung deckt sich mit dem Meinungsbild, das der FVR kürzlich bei seinen Vereinen eingeholt hat, und im Rahmen dessen rund 86 Prozent der Teilnehmer für eine Annullierung der Saison votierten (TV berichtete).

Als „logischen und richtigen Schritt“ bezeichnen die drei Vorsitzenden der westlichen FVR-Spielkreise, Walfried Hacken (Eifel), Walter Kirsten (Mosel) und Hans-Peter Dellwing (Trier-Saarburg), den Beiratsbeschluss. Sie selbst waren neben je einem weiteren Vertreter aus ihren Kreisen, dem Verbandspräsidium und den FVR-Ehrenmitgliedern an der Abstimmung beteiligt.  

Grundsätzlich starten die Spielklassen von der Rheinland- bis in die unterste Kreisliga damit in die 2021/22er Runde genauso wie in diese Saison. Während der Abbruch des Frauen-Pokalwettbewerbs offiziell erst auf einer Präsidiumssitzung am 20. April erklärt werden soll, will man die Herren-Kreispokale und die Cup-Wettbewerbe der Junioren dann nachholen, wenn es die Pandemielage zulässt; gegebenenfalls erst in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit.

Anders sieht es beim Rheinlandpokal der Herren aus. Der bundesweite Finaltag der Amateure am 29. Mai ist durch Verträge mit Sponsoren und der ARD, welche die Landespokalendspiele wieder in einer Fernsehkonferenzschaltung übertragen will, fixiert. „Dieser Termin ist aufgrund anderer sportlicher Großveranstaltungen wie der Europameisterschaft oder Olympia von der ARD auch nicht verschiebbar“, bekräftigte Verbandspräsident Walter Desch nach der rund dreieinhalbstündigen, virtuellen Sitzung des Beirates. 

Ihren Pokal-Plan hatten die FVR-Verantwortlichen den 37 im Wettbewerb verbliebenen Clubs am Freitag zuvor vorgestellt: Demnach sollen sich die Vereine nun ab dem heutigen Montag schriftlich dazu äußern, ob sie ab Mitte Mai in der laufenden Serie weiterspielen möchten oder nicht. „Wenn alle mitmachen würden, käme es ab 13. Mai zu Nachholspielen, und es ginge im Rahmen von Englischen Wochen weiter bis zum Finale“, sagt Desch.

„Angesichts der Rahmenbedingungen und einer eventuell kurzen Vorbereitungszeit hätten wir zwar dabei Bauchweh, würden aber mitspielen wollen“, bekennt Christian Rauen, Vorsitzender des Oberligisten FSV Salmrohr.

Im Vorfeld hatten die Verantwortlichen von FSV-Ligakonkurrent Eintracht Trier betont, nur weiter am Pokal teilnehmen zu wollen, wenn auch die Meisterschaft fortgesetzt wird. Endgültig positionieren möchten sich die Blau-Schwarz-Weißen nach Angaben von Geschäftsstellenleiter Björn Berens nun nach einer Vorstandssitzung am heutigen Montagabend: „Wie alle wichtigen Entscheidungen werden wir auch dieses Thema noch mal intern behandeln und darüber diskutieren.“ Berens macht aber keinen Hehl daraus, dass „der zeitliche Rahmen sehr ambitioniert ist. Es ist fraglich, ob dieser angesichts der aktuellen Verfügungslagen überhaupt eingehalten werden kann.“

In einer am Freitag veröffentlichten TV-Umfrage unter weiteren, noch im Rheinlandpokal-Wettbewerb verbliebenen Clubs kam ebenfalls immer wieder die Skepsis zum Ausdruck, selbst im Mai spielen zu können – von einer angemessenen Vorbereitung ganz zu schweigen. Auch die wohl noch länger herrschenden Zuschauerverbote und die dadurch entstehenden finanziellen Einbußen wurden als Gegenargumente ins Feld geführt. 

Was die Saison 2021/22 angeht, wurden in der Beiratssitzung sowohl für Senioren, Frauen, Juniorinnen als auch für die Junioren keine Regelungen festgelegt. Sollte es noch in der ersten Jahreshälfte möglich sein, auf den Platz zurückkehren zu können, will man über Freundschaftsspiele oder kleinere Turniere (gerade bei der Jugend) nachdenken. 

„Da derzeit völlig offen ist, wann der Spielbetrieb unter Berücksichtigung der jeweils geltenden Verordnung des Landes Rheinland-Pfalz wieder aufgenommen werden darf, kann bezüglich des Beginns der neuen Saison und damit auch in Bezug auf einen eventuell zu verändernden Spielmodus zum aktuellen Zeitpunkt keine Entscheidung getroffen werden“, heißt es von Verbandsseite. „Wir müssen das alles auf uns zukommen lassen. Wenn wir etwa erst wieder im Oktober starten können, wäre es wohl sinnvoll, bei derzeit größeren Klassen eventuell über eine Aufteilung die Einführung eines Play-offs-Systems nachzudenken“, so Desch.

Da nun das Rheinland und die Verbände Saar und Südwest die Saison annulliert haben, dürfte die Entscheidung des Regionalverbands, die Ligen in seinem Zuständigkeitsgebiet (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, Frauen-Regionalliga und die Jugend-Regionalligen) abzubrechen, nur noch Formsache sein.  Am heutigen Montag findet eine Präsidiumssitzung statt, in der die Annullierung das große Thema ist.