1. Sport
  2. Sport aus der Region

Corona und der Amateursport: Von Geisterspielen und 2G

Corona und der Amateursport : Von Geisterspielen und 2G

Die steigenden Corona-Fallzahlen und die Vorgaben der neuen Landesverordnung bringen auch (weitere) Einschränkungen für den Amateursport mit. Ein Überblick.

Was den Sport unter freiem Himmel angeht, sieht die seit Mittwoch geltende 28. Corona-Bekämpfungs­verordnung des Landes keine Einschränkungen für die Aktiven etwa bei Fußballspielen vor. Nach den Vorgaben besteht keine Kontakterfassungspflicht, aber „in Warte- oder Aufenthaltssituationen, bei denen nicht sicher der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen eingehalten werden kann“, eine Maskenpflicht. Eine Unterbrechung der Saison ist beim Fußballverband Rheinland derzeit kein Thema.

Während sie bei der DJK Pluwig-Gusterath am Mittwochabend im B-Liga-Mosel/Hochwald-Spiel der zweiten Mannschaft gegen den FC Schöndorf (0:2) die 2G-Regel angewandt haben, kündigt Bezirksligist SV Konz an, das Heimspiel am Sonntag gegen den SV Lüxem ohne Zuschauer zu bestreiten. Grund dafür sind laut Vorstandsmitglied Werner Götze die in die Höhe schnellenden Corona-Fälle, aber auch der organisatorische Mehraufwand, der zu leisten wäre: „Unser Ordnungsdienst müsste die Leute wohl öfters dazu animieren, die Abstände einzuhalten und sich an die weiteren Regeln zu halten.“

Wie schwierig es als Verantwortlicher derzeit ist, das richtige Maß zu finden, verdeutlicht auch Pluwigs Fußball-Abteilungsleiter Daniel Clemens: „Den einen gehen die Maßnahmen, die wir als Verein umsetzen, nicht weit genug, den anderen sind sie viel zu streng.“ Vage Vorgaben von öffentlicher Seite bemängelt auch Matthias Bichler, Fußballchef des SV Welschbillig, der in der A-Klasse Trier-Saarburg eine Spielgemeinschaft mit dem SV Kordel bildet.

Peter Josef Schmitz, Präsident des Handballverbands Rheinland, berichtet derweil vom Wunsch aus allen drei Spielbereichen (Mosel/Eifel, Nahe/Hunsrück, Rhein/Westerwald), in allen Altersklassen die Saison fortzusetzen. Während im Seniorenbereich mit der 2G-Regel Klarheit herrsche, sei über den Spielbetrieb in der Jugend kontroverser diskutiert worden. Schmitz: „Es gibt Vereine, die angesichts der verschärften Corona-Lage Bedenken haben. Sie können Spiele kostenlos verlegen. Insgesamt stellen wir aber fest, dass auch unter den Jugendlichen inzwischen viele geimpft sind. Sie waren eineinhalb Jahre durch die Pandemie auf Sport-Entzug. Eine weitere Zwangspause wollen wir ihnen ersparen.“

Im Bereich der Oberligen spielen Teams aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland zusammen – dort müssen zwei Landes-Corona-Bekämpfungsverordnungen beachtet werden. Schmitz: „Im Bereich der Senioren gibt es eine Deckungsgleichheit. Schwieriger ist das im Jugendbereich. Im Saarland gibt es Testungs-Bescheinigungen von Schulen, die auch im Sport gelten. In Rheinland-Pfalz werden die aber nicht ausgestellt, dort müssen Sport treibende Jugendliche tagesaktuelle Negativ-Tests vorweisen.“ Noch liefen Gespräche, wie die unterschiedlichen Regelungen kompatibel gemacht werden können. Mit Blick auf dieses Wochenende sollen die Teams aus Rheinland-Pfalz, die im Saarland anzutreten haben, wenn möglich das Heimspielrecht tauschen.

Auch im Basketball gibt es nach Auskunft von Marco Marzi, Präsident des Landesverbands, derzeit keine Überlegungen zu einer Saison-Unterbrechung. Bislang gebe es nur vereinzelte Kritik aus höherklassig spielenden Teams, die eine Wettbewerbsverzerrung fürchten, wenn manche Spieler wegen der 2G-Regel nicht mehr auflaufen dürfen.

Auch im Tischtennis ist nach Aussage von Felix Heinemann, Präsident des Verbands Rheinland-Rheinhessen, eine kurzfristige Saisonunterbrechung kein Thema: „In gut einer Woche ist die Hinrunde abgeschlossen. Das gibt uns Zeit, dann das weitere Vorgehen zu besprechen.“