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Darauf freut sich Ex-Mieze Maren Baumbach bei ihrer Rückkehr nach Trier

Interview Maren Baumbach : „Meine Zeit in Trier hat mich sehr geprägt“

Handball: Die Ex-Mieze kehrt als Teammanagerin der Frauen-Nationalmannschaft für zwei EM-Qualifikationsspiele zurück an die Mosel.

Von 2001 bis 2007 spielte Maren Baumbach bei den Trierer Miezen, wurde mit der DJK/MJC 2003 deutsche Meisterin und war zuvor schon Nationalspielerin geworden. Daher sind Länderspiele in Trier etwas ganz Besonderes, verrät die Teammanagerin (40) der DHB-Frauennationalmannschaft vor den acht Tagen an der Mosel inklusive den beiden EM-Qualifikationsspielen gegen Griechenland am Donnerstag (20.15 Uhr) und Belarus am Sonntag (19.30 Uhr).

Vor ziemlich genau zwei Jahren übernahm Baumbach, die als Mathematik- und Sportlehrerin an einem Gymnasium in der Nähe von Stuttgart tätig ist, die Funktion von ihrer früheren Trierer Mannschaftskameradin Laura Steinbach. Eine WM, eine EM und eine Pandemie später, spricht Baumbach über ihre Aufgaben, die Rückkehr der Fans in die Halle und ihre Rückkehr nach Trier.

Wie groß ist die Vorfreude auf Trier?

Baumbach: Riesig, unheimlich groß. Trier ist so etwas wie meine zweite Heimat, es war mit die schönste Zeit in meiner Handballkarriere. Das Komplettpaket hat gestimmt: Wir waren erfolgreich, wir hatten eine tolle Mannschaft, ich habe viele besondere Menschen kennengelernt und die Stadt ist klasse, auch handballerisch hat mich meine Zeit in Trier sehr geprägt. Danach in Dänemark war die Qualität des Handballs zwar höher und ich wurde Europapokalsiegerin, diese Verbundenheit wie ich sie zu Trier habe, kam aber nicht auf, dafür war die Zeit in Kopenhagen vielleicht auch einfach nicht lang genug.

Werden Sie denn viele alte Bekannte während der Woche in Trier treffen können?

Baumbach: Leider sind wir in Sachen Corona ja immer noch in einer Art Bubble mit der Mannschaft, deswegen sind private Treffen nicht möglich, aber ich hoffe, dass viele alte Bekannte zu den beiden Spielen in der Arena kommen und Stimmung für unsere Mannschaft machen.

Wie gut ist Ihr Kontakt nach Trier noch?

Baumbach: Ich stand und stehe immer noch in Kontakt mit dem langjährigen Miezen-Macher Jürgen Brech - und ich verfolge auch immer noch die Nachrichten aus Trier. Ich war zum Beispiel total baff, als ich las, dass das Restaurant Brubacher Hof zugemacht hat, da waren wir früher mit der Mannschaft oft zum Flieten essen.

Wie wichtig ist es denn auch für Sie und die Mannschaft, dass in Trier nach 2G-Regeln ein volles Haus in der Arena Trier möglich ist?

Baumbach: Wir hatten seit 18 Monaten kein einziges Länderspiel mehr mit Fans, es ist so wichtig für alle, dass wieder Besucher in die Halle dürfen und für Atmosphäre sorgen. Ich kenne das Trierer Handballpublikum, das kann richtig Stimmung machen. Ich habe bei einigen Kultur- und Sportveranstaltungen in meiner schwäbischen Heimat gesehen, wie die Fans danach gelechzt haben, wie toll die Leute die Rückkehr zu etwas mehr Normalität aufgenommen haben. Daher hoffe ich auch, dass in Trier alle Handballfans in die Arena kommen, um nach so langer Zeit wieder Spiele zu sehen. Natürlich alles aber unter Einhaltung der notwendigen Sicherheits- und Hygieneregeln, nur so können wir Spiele im Moment wieder alle gemeinsam erleben. 

Wie haben sich denn Ihre Aufgaben als Teammanagerin durch die Pandemie geändert?

Baumbach: Doch sehr stark, wir haben beim DHB ein sehr striktes Hygienekonzept für alle Maßnahmen der Nationalmannschaften. Sicherheit und Gesundheitsschutz stehen über allem. Es gibt viel mehr Formulare für mich zum Durcharbeiten und Befolgen, da kommen dann auch bei den Turnieren die EHF- und IHF-Corona-Richtlinien hinzu. Und natürlich starten wir unseren Lehrgang auch in Trier am Sonntag mit einem Corona-Test. Vieles ist mittlerweile zur Routine geworden. Es hat sich eben vieles geändert, aber wir wollen unbedingt miteinander trainieren und spielen, und da nimmt man solche Sachen auch auf sich.

Was müssen sich die Fans unter den Aufgaben einer Teammanagerin vorstellen?

Baumbach: Ganz einfach: Ich sorge dafür, dass sich alle anderen – Spielerinnen, Trainerstab, das Team um das Team – auf ihre Aufgaben konzentrieren können. Ich bin für die Abläufe im Hotel, die Essenszeiten, die Trainingszeiten, den Transport, die Logistik und so weiter zuständig. Daher ist dieser Doppelpack in Trier ein Traum für mich – ohne Reisen, zwei Spiele am gleichen Ort, im gleichen Hotel. Wir sind sehr froh, dass wir beide Länderspiele hier austragen können, der Trip nach Belarus wäre ziemlich kompliziert geworden, eine halbe Weltreise. Auch unsere Gäste aus Belarus haben ja den Vorteil, dass sie unmittelbar davor noch in den Niederlanden spielen und daher nur einmal fliegen müssen.

Wie sehr können Sie denn Ihre sportliche Expertise als ehemalige Nationalspielerin ins Trainerteam einbringen?

Baumbach: Wir haben mit Henk Groener, Alex Koke und Debbie Kljin eine riesige Kompetenz und Erfahrung im Trainerteam, es ist unglaublich interessant, sie bei ihrer Arbeit erleben zu dürfen.  Es gibt aber immer wieder auch gemeinsame Gespräche oder Situationen, in denen ich meine Einschätzung mit einbringen kann und soll.  Wir tauschen uns generell im gesamten Staff sehr intensiv aus, offene Kommunikation ist für uns sehr wichtig. Zum Beispiel haben wir immer vor dem Frühstück ein Morgenmeeting, in dem wir den Vortag Revue passieren lassen und den aktuellen Tag organisatorisch durchsprechen, da sind auch die Physios, Ärzte oder unser Videoanalyst   mit dabei.