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Dauner Handballer verspüren Abenteuerlust: Auf geht's in die Oberliga!

Regionaler Handball : Dauner verspüren Abenteuerlust

Handball: Die Männer des TuS steigen nach dem Saisonabbruch in die Oberliga auf. Was dort auf den Verein zukommt, kann noch keiner genau sagen.

Auf einmal ging alles schnell. Nachdem die Saison in den Handball-Ligen wegen der Corona-Pandemie abgebrochen wurde, hat der Verband entschieden, dem Tabellenführer der Männer-Rheinlandliga ohne Umweg über eine Relegation das Aufstiegsrecht für die Oberliga zu gewähren.

Der TuS Daun als aktueller Primus greift zu – in Kürze wollen die Eifeler ihre Meldung für die höhere Spielklasse einreichen. Ein großer Schritt für den TuS. „Ein Großteil der Mannschaft war sich einig, dass sie es versuchen will“, berichtet der scheidende TuS-Trainer Markus Willems, dessen Funktion der langjährige Spieler Patrick Brümmer übernimmt (der TV berichtete). „Wir hätten uns natürlich lieber gewünscht, alles sportlich ausfechten zu können. Jetzt wäre die Zeit der spannenden Saison-Endphase gewesen – leider ist sie uns nicht vergönnt gewesen“, sagt Willems.

Doch was erwartet den TuS in der Oberliga? Coronabedingt sind viele Fragen offen: Ab wann kann überhaupt eine neue Saison beginnen? Und macht es Sinn, im Falle eines Starts womöglich erst im kommenden Jahr eine aufgrund von fehlenden Absteigern ausgeweitete Oberliga mit vielleicht bis zu 19 Teams binnen kurzer Zeit durchzuziehen?

Wahrscheinlicher ist ein Szenario, das die Belastungen schmälert. Denkbar ist eine zweigleisige Oberliga oder ein Beschluss, bei einer eingleisigen Staffel nur eine einfache Runde statt eine Hin- und Rück­runde zu absolvieren.

Jannik Kuntz und Pascal Olivier (unten) schließen sich dem Neu-Oberligisten TuS Daun an. Foto: privat

„Niemand weiß, was auf uns zukommt. Aber mehr als 30 Spieltage – womöglich in einer verkürzten Zeit – werden wir mit Blick auf den Trainingsaufwand, die Fahrtkosten und die nötigen Helferdienste von Ehrenamtlichen bei Heimspielen nicht stemmen können“, erläutert Willems.

Sollte die neue Saison verspätet starten, bleibt noch die Frage, wann sich die Mannschaften auf die Spielzeit vorbereiten können. Willems: „Im Normalfall bräuchte man zehn Wochen. Doch das ist utopisch. Wir planen deshalb, uns mittels eines lockeren Individualtrainings und später dann vielleicht in Kleingruppen draußen zunächst fitzuhalten, um die dann folgende Vorbereitung in der Halle so kurz wie möglich halten zu können.“

Trotz der besonderen Umstände bleibt der Entschluss von Willems, als Coach eine Pause einzulegen, bestehen.

Foto: privat

Doch so ganz verschwindet er nicht von der Bildfläche. „Wir haben besprochen, dass ich aufgrund der besonderen Situation die Videoanalysen in der nächsten Saison mache. Aber im Training und bei den Spielen übergebe ich wie geplant das Zepter komplett an Brümmi.“

Wie sich der TuS in der Oberliga schlagen wird, ist eine große Unbekannte. „Da uns ein größerer Unterbau mit Talenten fehlt, wird es bestimmt schwierig, die Klasse zu halten. Gleichzeitig bin ich mir sicher, dass wir mit unserem Teamgeist auch mal eine längere Niederlagen-Serie durchstehen würden“, sagt Willems, der aber an die Konkurrenzfähigkeit des Kaders glaubt – auch dank zweier nun bekanntgegebener Neuzugänge.

Jannik Kuntz (27) kommt von der SG Saulheim zum TuS. Er kann auf allen Rückraumpositionen eingesetzt werden. Der 1,90 Meter große Rechtshänder ist derzeit Referendar für das Lehramt am Gymnasium in Daun (Deutsch, Biologie und Sport). In der Jugend spielte Kuntz für die SG Saulheim unter anderem in der Regionalliga. Im Seniorenbereich war der Akteur für die SGS in der Rheinhessenliga und der Oberliga aktiv.  Zwischenzeitlich spielte er zwei Jahre beim TV Bodenheim, dort wurde er mit der Mannschaft Meister der Rheinhessenliga.

Von der HSG Hunsrück wechselt Torhüter Pascal Olivier (30) nach Daun. Die TuS-Verantwortlichen versprechen sich viel von ihm: „Pascal ist ein herausragender Torhüter, der sehr gut ins Mannschaftsgefüge passen wird. Die Spieler kennen ihn schon seit Jahren und verstehen sich sehr gut mit ihm. Er wird sicherlich auch dazu beitragen, dass wir uns im Deckungsverband weiter verbessern können.“