Rallye Dakar Dennis Zenz aus Klausen: „Es war ein einziger sportlicher Überlebenskampf“

Klausen/Dammam · Für den 32-Jährigen war die 2023er-Ausgabe „die härteste, die ich je erlebt habe“. Viel Zeit zum Regenerieren bleibt dem Rallyeprofi nicht. Wo der Weg für ihn und seinen Teamkameraden Seth Quintero in der Zukunft hinführen soll, hat er dem TV erzählt.

 Nichts als Wüste: Seth Quintero and Dennis Zenz machten bei der Rallye Dakar Grenzerfahrungen.

Nichts als Wüste: Seth Quintero and Dennis Zenz machten bei der Rallye Dakar Grenzerfahrungen.

Foto: Redbull Content Pool

Am Tag nach der Zielankunft am Persischen Golf saß Dennis Zenz schon wieder im Flieger Richtung Heimat. Zeit zum Reflektieren nach 15 Tagen Rallye Dakar, nach 9000 Kilometern mit körperlichen Strapazen und mentalen Herausforderungen, blieb dem 32-jährigen Navigator, der mit Fahrer Seth Quintero ein Duo bildete, dennoch. Das Fazit des aus Klausen (Kreis Bernkastel-Wittlich) stammenden Co-Piloten: „So richtig weiß ich nicht, ob ich mich über den zweiten Platz in unserer Kategorie freuen oder ob ich über den verpassten Sieg traurig sein soll. Es war die dritte gemeinsame Dakar für Seth und mich. Und es war die mit Abstand härteste. Ich bin müde, ich bin platt. Trotz Physio-Behandlungen jeden Tag tun mir sämtliche Knochen weh.“

Zenz‘ Schilderungen der saudischen Extreme sind eindringlich: „Wir mussten insgesamt mehr als 9000 Kilometer zurücklegen. Wegen der starken Regenfälle in der ersten Woche musste der Veranstalter eine Etappe ganz abbrechen, das Roadbook ändern. Es war unfassbar, welche Sturzbäche an Wasser da mitten in der Einsamkeit auf uns herniederprasselten. In dem tiefen und schweren Sand kam man kaum noch vorwärts. Wir hatten vielleicht noch fünf Meter Sicht. Der vierte und fünfte Tag war ein einziger sportlicher Überlebenskampf.“

In der zweiten Woche herrschten dann komplett andere Bedingungen: „Wir fuhren durch die größte Sandwüste der Welt. Wir haben stundenlang kein einziges Auto, keine Lebewesen, nichts gesehen. Immer nur vorwärts und keine Zeit verlieren – so lautete das Motto.“  

Vom Roadbook, das es vor jeder Etappe in digitaler Form gab, hätte sich das Team mehr verwertbare Informationen zu Hindernissen und gefährlichen Abschnitten erwartet. Die Unfälle der Audi-Piloten Carlos Sainz und Stéphane Peterhansel hätten gezeigt, was passieren kann. „Von mir aus kann das alles etwas entschärft werden“, sagt Zenz. Auch langjährige Profis mit mehrfacher Dakar-Erfahrung seien der gleichen Meinung.

Viel Zeit, um sich zu erholen, bleibt dem Mitglied des Red-Bull-Junior-Teams nicht. In zwei Wochen geht es in die USA. „Die Zeitumstellung und ein kompaktes Profil bedeuten andere Herausforderungen und Anstrengungen.“ Auch danach ist das Wettbewerbs-Programm für 2023 voll. Die Marathon-WM, zu der auch die Dakar seit dem vergangenen Jahr gehört, ist für das Duo unerlässlich, „um uns als Team weiterzuentwickeln.“ Mexiko, Argentinien, Marokko – 2023 wird ein Leben aus dem Koffer werden.

Dennis Zenz (links) und Seth Quintero bei der Siegerehrung der Rallye Dakar. Die beiden belegten in ihrer Klasse Rang zwei.

Dennis Zenz (links) und Seth Quintero bei der Siegerehrung der Rallye Dakar. Die beiden belegten in ihrer Klasse Rang zwei.

Foto: Redbull Content Pool

„Wir brauchen starke Partner, um unseren Plan in die Tat umzusetzen. Und die gewinnen wir nur mit guten Ergebnissen. Wir haben jetzt dreimal gezeigt, wozu wir fähig sind. Wir waren in unserer Buggy-Klasse immer bei den schnellsten“, sagt Zenz. Die Zielsetzung sei klar: Zenz und Quintero wollen in die ,Eins plus-Kategorie‘ aufsteigen. Also ganz nach oben.

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