Der 1. FC Kaiserslautern erkennt nach Pokal-Aus Düsseldorfer Dominanz an

DFB-Pokal : 1. FC Kaiserslautern: Alles eine Frage der Qualität

Die Roten Teufel erkennen nach der 2:5-Niederlage die Düsseldorfer Dominanz an.

Erst Mainz, dann Nürnberg und nun Düsseldorf? 45 Minuten lang haben die Fans der Roten Teufel im Achtelfinale von der nächsten Pokal-Überraschung des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern träumen dürfen, doch dann drehte der Tabellevorletzte der Bundesliga auf.

2:1 führten die Roten Teufel zur Halbzeitpause durch zwei Treffer von Christian Kühlwetter, der mit seinem Doppelpack (10./39. - Foulelfmeter) die schnelle Gästeführung durch Ampomah (9.) gedreht hatte, und es brodelte unter den 35 340 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion. Aber eine Aktion der Fortuna genügte, um dem Spiel erneut eine Wende zu geben – die entscheidende. „Exemplarisch haben wir am 2:2 gesehen, wo heute der Unterschied war. In der Offensive gab es heute einen Klassenunterschied“, sagte FCK-Trainer Boris Schommers in der Pressekonferenz.

Der Treffer zum 2:2 in der 49. Minute war eine Augenweide: Mit einer gefühlvollen Außenristflanke bediente der zur zweiten Hälfte eingewechselte Ex-Lauterer Kevin Stöger mustergültig Düsseldorfs Toptorjäger Rouwen Hennings, und der ließ mit einem Volleydrehschuss aus 14 Metern mit seinem schwächeren rechten Fuß Lauterns Torhüter ­Lennart Grill keine Abwehrchance.

„Das Tor von Hennings war überragend“, sagte der FCK-Keeper. Und Kapitän Carlo Sickinger analysierte: „Wir haben den Düsseldorfern in der zweiten Halbzeit etwas mehr Raum gegeben. Das haben sie gnadenlos ausgenutzt – man muss ihre Überlegenheit neidlos anerkennen.“

Angetrieben von Stöger und dem erst 19-jährigen Kelvin Ofori konterten die Rheinländer den Gastgeber nun aus. Zimmermann (65.), Hennings (78.) und Stöger mit einem Kopfball (83.) schraubten das Ergebnis auf 5:2 für die Fortuna, die erstmals seit 1996 wieder im Viertelfinale des DFB-Pokals steht.

„Der Ausgleich zum 2:2 war enorm wichtig für uns, danach haben wir den Ball gut laufen lassen“, sagte Stöger. Und Fortuna-Coach Uwe Rösler, der in der Saison 1998/99 selbst ein Roter Teufel war, freute sich über sein erstes Erfolgserlebnis mit Düsseldorf: „Ich bin sehr froh. Der Sieg hilft uns, unsere Moral weiter aufzubauen.“

Während die Düsseldorfer am Samstag im Abstiegskampf der Bundesliga beim VfL Wolfsburg punkten wollen, geht es für die Lauterer im Liga-Alltag mit einem Heimspiel weiter. Ebenfalls am Samstag (14 Uhr) treffen die Pfälzer auf dem Betzenberg auf den Tabellen-18. Preußen Münster und wollen an die starke Leistung in der ersten Hälfte des Pokalspiels anknüpfen.

Nach der Niederlage in Ingolstadt und dem 0:0 zuvor gegen Großaspach wird es für die Roten Teufel Zeit für den ersten Pflichtspielerfolg in diesem Jahr. „Da müssen wir dem Gegner unser Spiel aufzwingen“, fordert Schommers von seiner Mannschaft erneut „hundertprozentigen Einsatz“. Nicht, dass die Rückrunde wie im Vorjahr bei nur sechs Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz wieder zu einer Zitterpartie im Kampf um den Klassenerhalt wird. Im Rennen um die Aufstiegsplätze haben die Lauterer jedenfalls vorerst den Anschluss verloren.