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Leichtathletik
Tag und Nacht laufen fürs Hospiz

Trier. Der 15. Hospizlauf startet am Freitag und endet 24 Stunden später in Trier. Von Holger Teusch

Der längste und in gewisser Hinsicht stimmungsvollste Lauf der Region geht am 13. und 14. Juli in die 15. Runde. Beim Hospizlauf von Koblenz nach Trier unter der Schirmherrschaft von Bundesjustizministerin Katarina Barley werden während 24 Stunden 190 Kilometer zurückgelegt. In der Regel nicht von einzelnen Läufern (aber auch das gab es schon), sondern von zuletzt insgesamt mehr als 1000 Teilnehmern, die sich die Distanz aufteilten.

Wo läuft‘s? Vom Deutschen Eck in Koblenz geht es die Mosel entlang bis zum Hospizhaus in der Ostallee in Trier. Zunächst auf der rechten, ab Güls bis Alf auf der linken Flussseite. Diese ersten rund 80 Kilometer sind wegen der meist parallel zur Laufstrecke führenden Eisenbahnlinie auch ideal für Mitläufer. Einen kleinen Abstecher auf die Hunsrückseite gibt es wegen einer Baustelle zwischen Treis-Karden und Cochem.

Wann läuft‘s? Start ist am Freitag um 12 Uhr. 24 Stunden später wird das Ziel erreicht.

Wie läuft‘s? Der Hospizlauf ist ein Gruppenlauf, kein Wettkampf. Die Geschwindigkeit wird von erfahrenen Läufern vorgegeben (etwa 6:30 Minuten pro Kilometer, entspricht neun Stundenkilometern). Das gleichmäßige Tempo lädt zum Genießen der Landschaft und zu Gesprächen ein. Jeder Teilnehmer kann nach Belieben ein- und aussteigen und so viel laufen, wie er möchte. Für den Transport zum Ausgangspunkt ist grundsätzlich aber jeder verantwortlich. Das gilt grundsätzlich auch für die Verpflegung. Allerdings ist der Hospizlauf für die etwa alle zehn Kilometer eingerichteten, gut bestückten Verpflegungsstellen bekannt.

Wer läuft? Jeder kann nach Belieben mitlaufen – ob 100 Meter oder 100 Kilometer oder noch mehr. Es hat sich beispielsweise eine Gruppe aus Köln angemeldet, die 24 Stunden lang die Mosellandschaft laufend genießen will.

Warum läuft’s? 2006 wurde in Trier das erste stationäre Hospiz der Region eröffnet. Es ist zusammen mit dem Hospiz-Verein und der Da-Sein Hospizstiftung ein Baustein der Initiative, um Menschen im Endstadium einer Erkrankung ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Für den Erhalt des Trierer Hospizes werden jährlich mindestens 60 000 Euro allein an Spenden benötigt. Im vergangenen Jahr steuerten die Hospizläufer die Rekordsumme von 35 000 Euro bei. Während des Laufs geht die Spendendose um. Außerdem werden spezielle Hospizlauf-Shirts verkauft. Ein großer Teil der Spenden kommt von Sponsoren.

Eine Anmeldung zum Hospizlauf ist nicht nötig. Es wird wieder ein Fahrradanhänger im Tross dabei sein. Dieser wurde bereits am Vorabend des Starts beladen.