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Deutsche Handballer spielen am 5. November in Luxemburg gegen Portugal

Deutsche Männer-Handball-Nationalmannschaft : Die Zukunft beginnt in Luxemburg - Länderspiel am 5. November gegen Portugal

Die erste Partie nach Olympia führt die deutschen Handballer in die Coque auf den Kirchberg. Dort wartet zum Jubiläum des luxemburgischen Verbands auf die komplett umgekrempelte DHB-Auswahl eine der aktuell spannendsten Mannschaften des Welthandballs.

Eher selten blickt das große Handball-Deutschland auf das kleine Luxemburg, aber kommende Woche gibt es sogar im Fernsehen (Sport 1) Live-Handball aus dem Großherzogtum - denn dort steht ein Spiel unter besonderen Vorzeichen auf dem Programm. Der Auftritt der deutschen Männer-Handball-Nationalmannschaft am Freitag, 5. November (Anwurf 20.15 Uhr) ist Teil der Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen der Fédération Luxembourgeoise de Handball (FLH). Die deutsche Mannschaft trifft in der Arena Coque auf dem Kirchberg – wie zwei Tage später beim deutschen Tag des Handballs in Düsseldorf – auf Portugal, das in Luxemburg angesichts der Vielzahl von dort lebenden Portugiesen sicherlich ein Heimspiel haben wird.

„Mit Deutschland und Portugal begrüßen wir zwei absolute Topmannschaften in Luxemburg. Alle Handballfans aus Luxemburg und der Großregion werden beiden Teams sicher einen stimmungsvollen Rahmen bereiten“, sagt Romain Schockmel, Präsident des Handballverbandes Luxemburg.  Die deutsche Mannschaft bereitet sich ab Montag in Düsseldorf auf den Testspiel-Doppelpack vor, freitags wird sie von dort nach Luxemburg fahren und dann auch abends gleich wieder an den Rhein zurückreisen.

Für die DHB-Auswahl ist die Partie in Luxemburg das erste Länderspiel nach dem Viertelfinal-Aus bei den Olympischen Spielen und zugleich die erste Partie nach dem Nationalteam-Rücktritt von Kapitän Uwe Gensheimer und dem Kieler Routinier Steffen Weinhold. Zudem hat Torwart Johannes Bitter bekannt gegeben, dass er nur für den Notfall bereitsteht und Abwehrchef Hendrik Pekeler, dass er erst einmal eine Pause im DHB-Trikot macht.

So war klar, dass Bundestrainer Alfred Gislason seine Mannschaft umstellen muss, und der Isländer überraschte bei der Kaderbekanntgabe mit einem radikalen Umbruch (der TV berichtete gestern). „Vielleicht überrascht dieses Aufgebot Außenstehende – für uns ist die Nominierung nur konsequent. Dieser Kader spiegelt aktuelles Leistungsvermögen und Perspektive wider“, sagt Gislason, der mit dem deutlich verjüngten Kader den Konkurrenzdruck erhöhen möchte - und sich auch nicht scheut, mit dieser Mannschaft im Januar bei der EM in der Slowakei und in Ungarn anzutreten, in die es aktuell sogar zwei Zweitligaspieler geschafft haben.

Insgesamt sechs der 19 Spieler stehen wahlweise in Luxemburg oder in Düsseldorf vor ihrem Debüt in der A-Nationalmannschaft – fast alle haben aber mit Nachwuchsmannschaften bei Welt- und Europameisterschaften schon Medaillen gewonnen. Spannend ist zudem die Frage, wer als Nachfolger von Uwe Gensheimer, des drittbesten Torschützen aller Zeiten im DHB-Trikot, das deutsche Team in Luxemburg als Kapitän aufs Feld führen wird. „Wir haben ja immer noch ein paar erfahrene Spieler, das klären wir im Lehrgang“, sagt Gislason. Nur der Berliner Paul Drux und der Kieler Patrick Wiencek verfügen über mehr als 100 Länderspiele.

Es wird also spannend, wie sich Deutschland bei diesem historischen Auftritt in Luxemburg schlägt, denn die Portugiesen waren in den vergangenen Jahren die Mannschaft mit der größten Steigerung im Welthandball. Bei der EM 2020 wurden sie einen Platz hinter Deutschland Sechster. Bei der WM 2021 waren sie als Elfter sogar vor der deutschen Mannschaft platziert und qualifizierten sich zudem erstmals für Olympische Spiele. „Portugal hat eine der aktuell interessantesten Mannschaften im Welthandball. Das wird eine schöne Herausforderung“, sagt Bundestrainer Gislason.

Tickets für das Galaspiel in Luxemburg gibt es zum Preis von 30 oder 40 Euro im Vorverkauf unter tickets.flh.lu. Es gelten die luxemburgischen 3G-Regeln mit dem CovidCheck-Zertifikat, es gibt je einen Block für portugiesische und für deutsche Zuschauer.