Deutschland-Tour macht Station in Trier

Radsport : Deutschland-Tour macht Station in Trier: Zuschauen und mitmachen

Die Deutschland-Tour ist im Kalender der Stadt Trier in diesem Jahr das zweite ganz große Thema – neben dem Karl-Marx-Jubiläum. Bevor die Radprofis am 24. August in Trier eintreffen, steht ein „Inklusive Ride“ für den guten Zweck an.

Rauf auf den Trierer Petrisberg – oder doch die steilen Anstiege in den Pyrenäen hoch? Das ist für Radprofis eher bedingt zu vergleichen. Aber nach über 200 Kilometern in den Beinen ist auch der Trierer Berg eine kleine Herausforderung. Gut möglich, dass die Entscheidung über den Etappensieg bei der 2. Etappe der Deutschland-Tour am 24. August von Bonn nach Trier erst in der Römerstadt fällt – immerhin gibt’s da zum Abschluss der Etappe noch einen 15-Kilometer-Rundkurs durch größere Teile der Stadt. Die Strecke wurde bei der Pressekonferenz zur Deutschland-Tour am Montagmittag im Palais Walderdorff auch noch virtuell abgefahren, Google Earth macht’s möglich.

Zwei Tage lang wird Trier im Zentrum des Radsports stehen, bei der Rückkehr der Tour nach zehn Jahren Pause. Mit großem Rahmenprogramm und vermutlich starkem Fahrerfeld. Dafür sorgt die günstige Terminierung der Deutschland-Tour (23. - 26. August) zwischen Tour de France und Weltmeisterschaft. Welche Teams und Fahrer dabei sind, hat Organisator ASO – der auch die Tour de France ausrichtet – noch nicht bekanntgegeben.

Am Tour-Freitag wird’s in Trier sportlich interessant. „Der Aufstieg am Petrisberg ist hochspannend“, sagt Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe. „Ich habe mal als Kind die Tour de France in den Pyrenäen gesehen. Man spürt hautnah, was für ein anstrengender Sport das ist. Ich habe davor größten Respekt.“ Vom Samstag erhofft er sich einen großen Werbeeffekt für die Stadt – sportlich geht’s bei der Etappe nach Merzig erst hinter der Stadtgrenze zur Sache, der Tross durchquert zuvor die Innenstadt (im gemächlichen Tempo). „Da werden wir deutschlandweit Aufmerksamkeit bekommen. ARD und ZDF übertragen die Tour. Das werden tolle Bilder – mit unserem Weltkulturerbe und vielen Zuschauern“, freut sich Leibe, der bislang nur „positive Rückmeldungen“ zur Tour erhalten habe: „Da gibt es eine richtige Aufbruchstimmung.“

Wie viele Zuschauer und Radsportfans in Trier erwartet werden? Da möchte sich Maylin Müllers, die Tour-Projektleiterin bei der Stadtverwaltung, nur ungern auf eine konkrete Zahl festlegen („oberhalb von 10 000“). Man könne aktiv mithelfen, dass die Deutschland-Tour ein Erfolg wird. So sucht die Stadt noch Streckenposten – insgesamt 200 am Freitag, 50 am Samstag. Und wer sich lieber selbst aufs Rad schwingt, hat dazu am Freitagmittag Gelegenheit, wenn die Profis noch auf dem Weg in Richtung Trier sind – beim „Inklusive Ride“, der von den Special-Olympics-Landesspielen im vergangenen Jahr in Trier inspiriert ist – und bei dem sich Menschen mit und ohne Behinderung auf eine Rundstrecke in der Stadt machen sollen. „Wir rufen alle Interessierten dazu auf, gemeinsam mit uns, der Lebenshilfe und den Special Olympics, aufs Rad zu steigen und innerhalb einer halben Stunde möglichst viele Runden zu schaffen“, sagt Müllers. Start und Ziel ist am Viehmarktplatz (Freitag, 24. August, 12.30 Uhr). Wenn zusammengerechnet 500 Runden zusammenkommen, spendet Sponsor Lotto Rheinland-Pfalz 5000 Euro. Geschäftsführer Jürgen Häfner unterzeichnete gestern in Trier den Sponsorenvertrag. „Wir sind ein Unternehmen des Sports und haben die Idee, dass wir alle olympischen Sportarten unterstützen – und was für Basketball, Handball, Ringen oder Judo gilt, gilt für den Radsport genau so“, sagt er. „Und Rheinland-Pfalz ist mit Trier und dem Tourstart am 23. August in Koblenz der Schwerpunkt der Deutschland-Tour.“

Lange her: Gerald Ciolek gewann die bisher letzte Etappe der Deutschland-Tour im Jahr 2008. Nun kehrt die Rundfahrt zurück – und Trier spielt dabei im August eine zentrale Rolle. Foto: picture alliance / dpa/Gero Breloer

Wer als Streckenposten dabei sein will, kann sich unter www.trier.de/deutschland-tour anmelden.