Die DTM gastiert auf dem Nürburgring. Es kündigen sich Veränderungen an

Motorsport : Die DTM gastiert auf dem Nürburgring

Die Tourenwagen-Serie steht erneut vor großen Veränderungen. Ohne Privatteams geht’s in Zukunft wohl nicht.

Seit dem Jahr 1972 wurden und werden am Nürburgring Tourenwagen-Rennen ausgetragen. Nun könnte es sein, dass die Motorsport-Fans aus der Region Abschied von einer Serie in dieser Form nehmen müssen, deren Weg einst ein Pilot aus Irrel in der Südeifel als Premieren-Sieger mitbegründet hatte.

Seriennahe Fahrzeuge von Herstellern wie Alfa Romeo, Ford, Opel, BMW oder Porsche gingen in der Zeit von 1972 bis 1985 im Rahmen der Deutsche Rennsport-Meisterschaft an den Start. Ab 1986 wurde daraus die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft (DTM), deren erster Gewinner der in Irrel wohnende Däne Kurt Thiim in einem Rover Vitesse wurde.

Doch mit steigenden Kosten zogen sich immer mehr Hersteller zurück. 1996 war das Ende der DTM gekommen. Es folgte der Supertourenwagen-Cup mit  Siegern wie dem Franzosen Laurent Aiello im Peugeot 406. Von den Fans wurde die Serie aber nie richtig angenommen. Was folgte, war die Wiederbelebung der DTM ab dem Jahr 2000 mit V8-Motoren und einem kostengünstigeren Reglement.

Die Geschichte der (neuen) DTM ist auch ein Blick in den Spiegel der deutschen Automobil-Produktion und deren wirtschaftlichen Folgen.  Mittlerweile sind mit Opel und Mercedes-Benz zwei traditionsreiche Unternehmen ausgestiegen. Audi und BMW, flankiert von Aston Martin Vantage-Boliden, fahren auf dem Weg in eine neue Zukunft. Und die soll Kundensport, sprich Privatteams heißen.

Bereits in der laufenden Saison zeigt ein belgisches Privatteam, wie die DTM der Zukunft aussehen könnte.  Die WRT-Truppe von Teamchef Vincent Vosse hat in der Eifel ein „halbes Heimspiel“.  Und ist alles andere als ein Lückenfüller:  Der südafrikanische Pilot  Jonathan Aberdein fuhr bereits drei Mal in die Top drei der Startaufstellung. „Die DTM kommt  in der Zukunft nicht ohne Privatteams aus“, sagt Vosse und verweist schon vor dem Eifel-Gastspiel auf das Finale am 5. und 6. Oktober in Hockenheim. Dort werden Nissan, Honda und Lexus ein Gaststartrecht genießen, Die DTM, die 2019  nach dem  Reglement der  japanischen Super-GT-Serie fährt, könnte weiteren Privatteams eine Chance bieten.

Auf dem Nürburgring  gelten am Samstag und Sonntag (beide Rennen starten jeweils um 13.30 Uhr und gehen über eine Stunde) die Audi RS5  als Favoriten. Die  Herstellerwertung haben sich die Ingolstädter nach dem Erfolg von René Rast beim 500. DTM-Rennen auf dem Lausitzring bereits gesichert. Die BMW M4 DTM, allen voran Ex-Meister Marco Wittmann, haben so gut wie keine Chance mehr, in das Duell zwischen den Audi-Piloten Rast und Nico Müller einzugreifen.

Den Fans dürfte das egal sein. Für ein volles Haus in der Eifel hat die sogenannte „Formel 1 mit Dach“ noch in jedem Jahr gesorgt.

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