Die Gladiators Trier bewegen Millionen

Basketball : Verein präsentiert Studie: Die Gladiators Trier bewegen Millionen

Die Trierer Zweitliga-Basketballer präsentieren eine Studie, durch die ihr Wert für die Region deutlich werden soll. Eine spannende Frage bleibt dabei unbeantwortet.

 In den siebenstelligen-Euro-Bereich ging es bei der Präsentation einer Studie über die Römerstrom Gladiators Trier: Was der Verein für einen volkswirtschaftlichen Wert hat, wollten sie beim Basketball-Pro-A-Ligisten wissen, um damit auch besser bei (potenziellen) Geldgebern argumentieren zu können. Heraus kamen Zahlen, die Geschäftsführer André Ewertz und Sportbusiness-Experte Jörg Ullmann als Gladiators-Kooperationspartner am Donnerstagabend durchaus mit Stolz den 35 Sponsoren im Park-Plaza-Hotel vorstellten.

Eine regionale Wertschöpfung der Gladiators von knapp 1,3 Millionen Euro machte der auf Sportvereine spezialisierte Marktforscher Markus Lichti während seiner Analyse zu Beginn der Saison aus. Ob Personalausgaben für Spieler oder Trainer, Mieten oder Ausgaben der Zuschauer rund ums Spiel: Das ist der Betrag, der nach aktuellem Stand durch den Klub für diese Spielzeit in den regionalen Wirtschaftskreislauf fließt. „Ein Basketballer kann sich durch den Lohn, den er von den Gladiators erhält, verschiedene Dinge anschaffen. Der daraus beim Verkäufer erzielte Gewinn kurbelt auch bei den Lieferanten wiederum Ausgaben an“, nannte Lichti ein Beispiel für die sich so summierende Wertschöpfung. Zum Vergleich: Eine ähnliche Studie führte der Stuttgarter Experte vor drei Jahren beim Basketball-Bundesligisten Brose Bamberg (14,3 Millionen Euro) und etwa auch beim SV Sandhausen durch. Die Zahl beim Fußball-Zweitligisten lag vor zwei Jahren genauso wie bei den Trierern bei 1,3 Millionen Euro – zumindest, was die Wertschöpfung rein für die gut 15 000 Einwohner zählende nordbadische Gemeinde angeht. „Viele Sandhäuser Spieler etwa leben im Großraum Heidelberg und geben dort ihr Geld aus“, begründete Lichti den insgesamt viel höheren Wert von 7,9 Millionen Euro.

Müssten die Gladiators ihre Präsenz in diversen Online- und Printmedien, in Social-Media-Kanälen, im Radio und Fernsehen bezahlen, würde das zusammen mit Werbung durch den Verein selbst (wie etwa Autos mit dem Vereinsemblem drauf) einen Gegenwert von gut 2,3 Millionen Euro ergeben.

„Das sind einerseits theoretische Werte. Andererseits gibt es damit eine Grundlage, anhand derer man bei Sponsoren besser vorankommt und die auch die Bedeutung für die damit immer wieder genannte Stadt Trier deutlich macht“, sagte Lichti. André Ewertz will den „zugespielten Ball gerne annehmen und weiterpassen – in der Hoffnung, dass er angenommen wird“. Womit er auf eine positive Resonanz in der Unternehmerwelt hofft, um so mehr Werbegelder generieren zu können.

Ein drittes Pfund, mit dem die Basketballer neben der regionalen Wertschöpfung und der medialen Verbreitung wuchern wollen, ist das gesellschaftliche Ansehen. Unter rund 240 Befragten, zu denen die  Gladiators den Kontakt im Oktober herstellten und die folglich per se eine hohe Affinität zu den heimischen Basketballern haben, ergaben sich demzufolge wenig überraschende Ergebnisse. 88 Prozent bezeichnen Trier so etwa als Basketball-, nur 26 als Fußballstadt.  Für 76 Prozent sind die Gladiators der bedeutendste Verein für die Moselmetropole, nur neun Prozent nannten hier die Eintracht.

„Super spannend wäre die Frage, wie diese Zahlen bei einer intensiveren Einbindung der Bevölkerung aussehen würden“, ließ Studienleiter Lichti durchblicken – eine umfassendere (und damit auch teurere) Analyse hätte sicher hier ein objektiveres Bild abgebeben.

Marktforscher Markus Lichti (l.) und André Ewertz von den Gladiators stellten das Zahlenwerk vor . Foto: Andreas Arens

Obwohl die Bewertung für die Eintracht und die Gladiators so unterschiedlich unter den Befragten ausfällt, sehen die Verantwortlichen beider Clubs Potenziale, die Bedeutung der beiden Sportvereine gemeinsam voranbringen zu können. SVE-Vorstand Alfons Jochem zählte am Donnerstagabend zu den interessierten Zuhörern, und André Ewertz erwähnte, dass er „in gutem Kontakt“ zum Eintracht-Boss stehe.