Die Miezen-Trainerin zieht die Zügel an

Frauenhandball : Die Miezen-Trainerin zieht die Zügel an

Elena Vereschako droht einigen Arrivierten mit disziplinarischen Maßnahmen fürs Heimspiel am Samstag gegen Waiblingen.

Die Woche vor Karneval war alles andere als spaßig für die Trierer Miezen. Nach der unglücklichen 23:24-Heimniederlage und den Ergebnissen der Konkurrenz in der zweiten Frauenhandball-Bundesliga zog Trainerin Elena Vereschako die Zügel an. „Einige unserer Spielerinnen haben ein Einstellungsproblem. Sie sind mehr mit sich beschäftigt als mit den Spielen. Daher denke ich für die Partie gegen Waiblingen über disziplinarische Maßnahmen nach.“ Es ist trotz des kleinen Kaders gut möglich, dass einige Zweitliga-Spielerinnen auf der Tribüne sitzen werden, wenn die Partie am Samstag um 15 Uhr in der Arena angepfiffen wird.

Definitiv wird Vereschako Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft nominieren, nachdem Vivian Steil und Hannah Braun gegen Herrenberg einige Akzente setzen konnten. „Diese Spielerinnen aus der fünften Liga haben den gestandenen Halbprofis Beine gemacht. Jetzt ist Konkurrenz da“, sagt die Trainerin. Braun wird heute auf jeden Fall wieder dabei sein, gleiches gilt auch für Nele Greinert, vielleicht werden es noch mehr. Das Problem: Für diese Akteurinnen muss erst eine Bundesliga-Lizenz beantragt werden, und die kostet Geld, das der Verein nicht in rauen Mengen hat. Bis zu drei Zweitliga-Spiele sind bei Spielerinnen unter 21 Jahren ohne Zusatzpass möglich – und die können dann auch problemlos weiterhin in der zweiten Mannschaft eingesetzt werden, die aktuell Tabellenführer der Rheinlandliga ist.

Die „großen Miezen“ wollen indes den letzten Platz der zweiten Liga verlassen, was trotz zuletzt sechs Niederlagen in Folge im Falle eines Sieges gegen Waiblingen und einer gleichzeitigen Niederlage der Vorletzten Gedern/Nidda gegen Berlin geschafft wäre.

„Wir haben eine Chance, auch, wenn Waiblingen zehn Plätze besser postiert ist als wir“, sagt Vereschako. Für die Schwaben geht zehn Spieltage vor Schluss mit 23:17-Punkten aber weder nach oben noch nach unten etwas, was ein Vorteil für Trier sein könnte. „Wir müssen als Team auftreten, dann haben wir eine Chance“, sagt die MJC-Trainerin.

Das Hinspiel hatte Trier mit 23:31 verloren, und für eine Waiblingerin wird es ein besonderes Wiedersehen mit der Arena Trier werden: die Luxemburgerin Tine Welter spielte bis zur Vorsaison bei der MJC, ist nun mit 63 Treffern viertbeste Werferin ihres neuen Klubs. Waiblingen punktet vor allem durch seine Ausgeglichenheit und vielen jungen, schnellen Spielerinnen. Darunter ist mit Chiara Baur (19) auch die Tochter des 2007er Handball-Weltmeisters Markus Baur.

Trotz der erneut frühen Anwurfzeit hoffen die Miezen auf viele Fans - getreu dem Motto: erst MJC, dann Karneval. „So wie sie uns in den vergangenen Wochen angefeuert haben, haben sie auch endlich einmal einen Sieg verdient“, hofft Vereschako, dass die Miezen-Mannschaft den Zuschauern auch einmal zurückzahlen kann.

DJK/MJC Trier (Kader): Eckelt, Baranowska – Petrovska, Sattler, Houben, Czanik, Tolic, Ilciukaite, Szabo, Zrnec, Simon-Varga, Braun, Greinert

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