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Die Stationen des Jonas Grof (Gladiators Trier): Hagen, USA, Nationalteam, Formtief

Gladiators Trier : Die Stationen des Jonas Grof: Hagen, USA, Nationalteam, Formtief

Basketball: Der Sommer-Neuzugang spricht selbstkritisch über seinen Start an der Mosel. Wieso am Sonntag gegen seinen Heimatverein alles besser werden soll.

Das Jahr 2013. Schauplatz ist eine Sporthalle in Hagen. Ein doch eher schmächtiger Jugendlicher zieht zum Korb. 16 Jahre alt, zwei Meter groß. Und selbstbewusst. „Mein Ziel ist es, später in der Bundesliga zu spielen, dort auch Einsatzzeit zu sammeln und nicht nur auf der Bank zu sitzen“, sagt der Jungspund im Trikot von Phoenix Hagen. Sein Name: Jonas Grof.

Spricht man Grof heute darauf an, ob er mit der Entwicklung seit dem Beitrag des Magazins „Lokalzeit“, der auf YouTube zu sehen ist, zufrieden ist, antwortet er: „Man ist nie vollkommen zufrieden. Aber ich habe es in meiner Heimatstadt in die Bundesliga geschafft und dort Spielzeit gesammelt, das lief wie geplant.“

Doch diese Zeit ist (erstmal) vorbei. Die Realität heute: zweite Basketball-Bundesliga (ProA) bei den Römerstrom Gladiators Trier. Nach zehn Jahren bei Phoenix Hagen verlässt der heute 24-jährige Jonas Grof im Sommer 2020 das heimische Nest und wagt den Schritt an die Mosel: „Ich war nicht zufrieden mit der letzten Saison in Hagen und mit der Position, die ich dort gespielt habe“, sagt er. Sein Leben lang sei er als Point Guard aufgelaufen, dort wolle er sich auch weiterentwickeln, sagt Grof: „Triers Coach Marco van den Berg hat mir schnell das Gefühl gegeben, dass ich das bei den Gladiators kann.“

Weiterentwicklung. Ein Wort, das das Leben von Jonas Grof bisher sehr gut beschreibt. Nach der Jugendabteilung in Hagen (Grof: „Das war sehr professionell“) und dem Abitur mit 17 zieht es Grof in die USA. Ziel: Maine. „Ich bin nicht dorthin, um Basketball zu spielen“, sagt er heute. „Ich wollte die Sprache lernen und mich weiterentwickeln.“

Doch dort trifft er viele andere gute Basketballer, mit denen er gerne zusammenspielt. Nach einem Jahr spielt Grof mit dem Gedanken, zum Basketball ans College zu wechseln.

Er entscheidet sich dagegen. Wieso? „Phoenix Hagen hat mir damals klargemacht, dass Deutschland die bessere Option war“, sagt er. Dort schafft er in der Folge den Sprung in die erste Bundesliga. Er bekommt als junger Spieler immer wieder Einsatz-Minuten. Es folgt die Berufung in die A2-Nationalmannschaft, die er heute als „größte Ehre überhaupt“ bezeichnet. Alles läuft nach Plan, eine große Karriere zeichnet sich ab.

Doch dann meldet Phoenix Hagen Insolvenz an. Grof wechselt zu den Oettinger Rockets Gotha, steigt mit den Thüringern aus der ProA auf. Von dort geht es für drei Jahre zurück nach Hagen, die mittlerweile in der ProA antreten. Dann zieht es den Ur-Hagener nach Trier, wo er sich als Aufbauspieler etablieren will.

Soweit der Plan. Doch aufgrund vieler verletzter Spieler unter dem Korb muss der 24-Jährige immer wieder dorthin ausweichen – mit mäßigem Erfolg. Doch Grof zeigt sich selbstkritisch: „Es ist schon etwas enttäuschend, wie ich die letzten Spiele spiele. Damit kann ich natürlich nicht zufrieden sein.“

Sechs Punkte, 2,9 Assists, 3,5 Rebounds pro Partie: Das sind die durchwachsenen Saisonstatistiken von Jonas Grof in diesem Jahr. „Aber ich weiß, dass ich es kann. Ich warte nur darauf, dass der Knoten endlich platzt“, kündigt er an. Vielleicht am Sonntag? Dann geht es für die Römerstrom Gladiators gegen Grofs Heimatverein aus Phoenix Hagen: „Ich glaube und hoffe, dass das das Spiel ist, in dem ich aus dem kleinen Loch herauskomme.“

Ein Ziel, dessen Erreichung den Gladiators guttun würde. Denn im Hinspiel setzte es eine 77:104-Klatsche. „Das darf uns natürlich nicht passieren“, sagt Jonas Grof. Um das zu verhindern, braucht es laut Coach Marco van den Berg Spieler, die Verantwortung übernehmen. Ein Job für den Ur-Hagener? „Generell ja“, sagt er, „aber zuerst muss ich meine Leistung stabilisieren. Das ganze Team glaubt an mich.“

Es ist möglich, dass er auch gegen die Feuervögel wieder das eine oder andere Mal unter den Korb ausweichen muss, denn dort ist Kalidou Diouf weiterhin fraglich. Das könnte eine Chance für Grof sein, der laut seinem Coach „nicht mehr der Starter als Aufbauspieler“, ist. „Ich bin ein Kämpfer“, sagt Jonas Grof, „das will ich beweisen und hart spielen“.