Die Trierer Miezen verabschieden sich mit Remis aus der zweiten Liga.

Frauen-Handball : Trierer Miezen: Starkes Spiel, emotionales Ende

Die Trierer Miezen verabschieden sich mit einem 26:26 gegen Harrislee aus der zweiten Frauen-Handball-Bundesliga.

Zum vorerst letzten Zweitliga-Auftritt gegen den TSV Nord Harrislee haben am Samstagabend 500 Zuschauer die Trierer Miezen begleitet – darunter die früheren Spielerinnen Anja Gläsener und Pia Fusenig sowie Ex-Manager Martin Rommel. Angesichts des laufenden Insolvenzverfahrens steht der sportliche Abstieg schon seit einigen Wochen fest, aber obwohl das Ergebnis nur noch statistische Bedeutung hatte, zeigten die Miezen ihren Fans noch einmal eine engagierte Leistung und eine gute kämpferische Vorstellung. Gegen den starken Aufsteiger aus Harrislee gab es am Ende ein 26:26 (15:14).

Mehr als das Ergebnis interessiert die Miezen-Fans derzeit, wie es nach dieser Saison weitergeht. Schon vor der Partie richtete Vorstandsmitglied Christoph Steil das Wort an die Zuschauer: „Ich bin traurig, dass wir uns aus der 2. Liga verabschieden müssen. Der Gang in die Insolvenz war richtig – ich bin überzeugt, dass wir es schaffen werden. Wir haben die Lizenz für die 3. Liga beantragt, es fehlen nur noch ein, zwei kleine Dinge.“ Steil, der sich beim Fanclub, den Sponsoren und allen Unterstützern für die Treue bedankte, dachte auch an MJC-Vorstand Jürgen Brech: „Yoga ist heute krankheitsbedingt nicht dabei. Er war über 25 Jahre der Motor der Miezen und hat sich dafür einen Applaus verdient.“

Applaus gab es dann in den ersten 30 Minuten auch reichlich für die Miezen, die mit einer 15:14-Führung in die Kabine gingen. Nach gutem Auftakt und einer 3:1-Führung (3.) lag Trier mit 3:6 (8.) und 7:11 (16.) in Rückstand, kämpfte sich aber wieder heran. Von 9:13 an trafen die Miezen sechs Mal in Folge zum 15:13 durch Szabo. Auch in der zweiten Halbzeit blieb es eine enge Partie. Nach 37 Minuten ging die noch einmal überragend haltende Melanie Eckelt für immer aus dem Miezen-Tor, sie hatte mit zwölf Paraden ihr Können gezeigt. Für sie kam Aleksandra Baranowska, die ebenfalls stark hielt. Am Ende sahen die Miezen nach dem 25:23 (55.) durch Dora Simon-Varga schon wie die Siegerinnen aus, doch die Gäste schlugen noch einmal zurück und kamen neun Sekunden vor dem Schlusspfiff zum ­glücklichen 26:26-Ausgleich.

Um 19.27 Uhr war die Zweitliga-Zugehörigkeit der Trierer Miezen beendet, danach flossen die Tränen bei den Fans und den Spielerinnen. Die Zeit war reif für die großen Emotionen, denn fünf Miezen beenden ihre Karriere: Mrja Zrnec, Aleksandra Baranowska, Andrea Czanik, Gabriella Szabo und Torfrau Melanie Eckelt wurden von der Mannschaft mit Video-Einspielungen auf den Arena-Bildschirmen verabschiedet. Doch auch für die anderen Miezen wurde es emotional, denn die Nachwuchsspielerinnen und die Fanclub-Mitglieder standen Spalier und schenkten ihnen Rosen und Blumensträuße zum Abschied, der allen ans Herz ging – auch Trainerin Elena Vereschako, die sich bei den treuen Fans bedankte. Vielleicht ist dieser Abschied ja auch der Anfang einer neuen Miezen-Tradition – allerdings gewiss mit ganz vielen neuen Gesichtern.

Die Miezen-Spielerinnen bilden nach dem 26:26 im letzten Saisonspiel gegen Harrislee einen Kreis und feiern den Punktgewinn. Foto: Stefan Strohm. Foto: TV/Stefan Strohm

DJK/MJC Trier: Eckelt, Baranowska (ab 38. Minute) – Hoffmann (0), Petrovska (2), Sattler (1), Ilciukaite (1), Brunner (0), Houben (2), Czanik (4), Tolic (7/davon vier Siebenmeter), Szabo (3), Zrnec (0), Simon-Varga (6)

Beste Werferinnen Harrislee: Carstensen (10), Peters (7/1)

Zuschauer:  500

Schiedsrichter: Marvin Cesnik/Jonas Konrad

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