Motorsport DTM gerettet: Was heißt das für den Nürburgring?

Nürburgring · Es ist ein Paukenschlag im deutschen Motorsport:  Der ADAC übernimmt vom Verein ,Internationale Tourenwagen Rennen‘ die Markenrechte für das Deutsche Tourenwagen Masters. Zunächst bleibt unklar, was das für diese und andere Rennserien bedeutet.

Die DTM wird im kommenden Jahr unter dem Dach des ADAC auf den Nürburgring kommen. Was ansonsten im Rundstreckensport passieren wird, steht derzeit noch in den Sternen.  

Die DTM wird im kommenden Jahr unter dem Dach des ADAC auf den Nürburgring kommen. Was ansonsten im Rundstreckensport passieren wird, steht derzeit noch in den Sternen.  

Foto: hochzwei/HOCH ZWEI

Die Rundstrecken-Fans, die auf dem Nürburgring Rennserien auf der Grandprix-Strecke der Nordschleife vorziehen, werden sich im kommenden Jahr womöglich erheblich umstellen müssen. Nachdem kürzlich endgültig bestätigt worden ist, dass der ADAC die Markenrechte an der traditionsreichsten Tourenwagenserie der Welt, der DTM, übernommen hat, steht in den Sternen, wie die weiteren Serien, die der Verein ausrichtet, im nächsten Jahr über die Bühne gehen werden. Was wird also nicht nur aus der DTM, sondern auch aus dem ADAC GT Masters, dem ADAC Race Weekend und den übrigen Nachwuchsserien, die unter dem Patronat aus München ausgerichtet werden?

Als der TV in diesem Jahr mit DTM-Boss Gerhard Berger in der berühmten ,Pistenklause‘ in Nürburg im Vorfeld des DTM-Wochenendes auf dem Ring im kleinen Kollegenkreis zusammensaß, wurden bereits verschiedene mögliche Szenarien für die Fortführung der DTM, die der Österreicher im Jahr zuvor vor dem Aus gerettet hatte, thematisiert. Nach dem Ende der Prototypen-Ära und einer neuen DTM mit reinen GT3-Fahrzeugen fragten sich viele Rennsportfreunde, Teams und vor allem auch die Rennstallbetreiber, ob eine weitere zusätzliche Serie mit GT3-Reglement wirtschaftlich noch sinnvoll sei. Vor allem auch in der Eifel, wo mit acht Rennen der Nürburgring-Langstreckenmeisterschaft (NLS) die GT3-Rennen allgegenwärtig sind.

Was sich danach angedeutet hatte, wurde in der vergangenen Woche Wirklichkeit. Berger teilte seinen Mitarbeitern mit, dass die DTM-Dachorganisation ITR (,Internationale Tourenwagen Rennen’) die Saison 2023 nicht mehr ausrichten werde. Die Rede war dabei von einer „geordneten Auflösung der ITR GmbH“. Da man in einer unternehmerischen Verantwortung stehe, müsse jetzt Klarheit geschaffen werde, sagte der 63-jährige ehemalige Formel-1-Pilot Berger. Deshalb habe man entschieden, dass die ITR die DTM-Saison 2023 nicht mehr ausrichten werde. Vor dem Hintergrund der gegebenen Rahmenbedingungen und angesichts der zahlreichen Herausforderungen sei das wirtschaftliche Risiko für das nächste Jahr zu groß.

Gespräche mit dem zweitgrößten Automobilclub der Welt aus München als möglichem Nachfolger hatte es schon vorher gegeben. Deshalb müsse der Umstand, dass die ITR in Zukunft nicht mehr als Serienbetreiber infrage komme, auch nicht zwangsläufig das Ende der bei den Fans so beliebten ehemaligen ,Formel 1 mit Dach‘ sein. Die Gespräche, die Berger Mitte der vergangenen Woche als „sehr konstruktiv“ bezeichnet hatte, sind nun finalisiert worden. Mit dem Ergebnis, dass der ADAC bekannt gab,  die Markenrechte an der DTM erworben zu haben. Dem ADAC geht es darum, die DTM zu erhalten, „denn sie ist motorsportliches Kulturgut“, sagte Sportpräsident Gerd Ennser zu der Entscheidung. Sie werde deshalb „unter dem Dach des ADAC in ein neues Kapitel ihrer langen Geschichte starten“.

Was heißt das? Worauf müssen sich die Fans von DTM, von ADAC GT Masters, die sich selbst als die „Liga der Supersportwagen“ bezeichnet, von ADAC Race Weekend und anderen Rundstreckenserien einstellen? Werden alle Serien so weiter betrieben wie bisher? Oder will man Synergie-Effekte nutzen? Dazu will sich der ADAC nach eigenen Angaben in Kürze äußern.

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