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Eine Oberliga mit 20 Teams schreckt Dauner Handballer zurück

Handball : Eine Oberliga mit 20 Teams schreckt Dauner Handballer zurück

Saisonabbruch im Handball: Wertung nach dem aktuellen Stand ist wahrscheinlich. Einige Vereine wissen aber noch nicht, wo sie nächste Saison spielen wollen.

Der Spielbetrieb im Handballverband Rheinland bleibt nach einem Beschuss des Verbandspräsidiums bis zum 19. April ausgesetzt. Anschließend wird die Saison 2019/2020 eingestellt.

Bleibt es nun bei einer Wertung der Saison nach dem aktuellen Stand (wovon auszugehen ist), kommt folgendes Denkmodell für die hiesigen Vereine in Betracht:

Die HSG Wittlich stünde als Tabellenführer der RPS-Oberliga-Frauen fest und würde in die dritte Liga aufsteigen können. „Auch wir hätten gerne die Saison zu Ende gespielt, um dann auch richtig feiern zu können. Wir wollen die Herausforderung dritte Liga annehmen, sind seit 15 Spieltagen Tabellenführer, seit 18 Spieltagen ungeschlagen, deshalb wäre ein Aufstieg nicht unverdient“, lässt Trainer Thomas Feilen durchblicken. Der HSG sei die mittelfristige Existenz der Damenmannschaft wichtig. Deshalb werde man die Statik der Mannschaft auch dann beibehalten, wenn es mit dem Aufstieg nicht klappt. Egal, was kommt: Von ihrer Philosophie wollen sie in der Säubrennerstadt nicht abrücken, wie Feilen unterstreicht: „Weiterhin möchten wir für Talente aus der Region interessant sein und  diese Talente fördern. Der Kern der Mannschaft, der in den letzten drei Jahren zusammengewachsen ist, bleibt uns erhalten.“

Nach aktuellem Stand wird die RPS-Oberliga um vier Aufsteiger aufgestockt – es sei denn, Teams verzichten freiwillig auf den Aufstieg. Die Oberliga wird dann eventuell zweigeteilt gespielt; mit erhöhter Absteigerzahl in der Saison 20/21.

Der TuS Daun wäre als Tabellenführer der Männer-Rheinlandliga aufstiegsberechtigt für die hier ebenfalls möglicherweise zweigeteilte RPS-Oberliga.

Dauns Trainer Markus Willems sieht den Abbruch der Saison so: „Jeder Sportler wünscht sich, dass die Meisterschaft nach der kompletten Runde entschieden wird. Egal wie die Saison am Ende für uns ausgegangen wäre: Wir hätten einen erfolgreichen Saisonverlauf feiern können, auch als möglicher Tabellenzweiter.

Für den größten Teil der Mannschaft stehe fest, dass „wir die sportliche Herausforderung annehmen wollen – allerdings auch klar im Zusammenhang mit der Entscheidung, ob wir eine zweigleisige Oberliga bekommen“. Damit, so Willems, würde der Zeitaufwand für die Spieler überschaubar. Bei einer eingleisigen Liga mit 20 Mannschaften werde die nötige Trainingsbeteiligung mit mindestens zwei gemeinsamen Einheiten zuzüglich eines individuellen Trainings  aufgrund der beruflichen und studienbedingten Situationen kaum zu leisten sein. Auch die Herausforderung an ein weiterhin ehrenamtlich tätiges Team von Helfern im Kassen-, Halle- und Thekendienst würde kaum zu realisieren sein. Willems geht davon aus, dass es anderen Vereinen ähnlich gehe und nur wenige in der Lage sein würden, einen Ligabetrieb mit 20 Teams zu stemmen: „Wir sprechen uns klar für eine zweigeteilte Liga aus, die dann in eine Relegation führen könnte.“

Da es wohl keinen sportlichen Absteiger geben wird, könnte die HSG Eifel als Tabellenletzter in der Rheinlandliga verbleiben. „Wir werden erst einmal die abschließende Entscheidung des Landesverbandes abwarten und uns dann mit der Mannschaft zusammensetzen, um auszuloten wie es weitergeht. Es ist nicht im Sinne des Vorstands und mir, über die Köpfe der Jungs hinweg zu entscheiden, da die Mannschaft die Entscheidung tragen muss“, erklärt René Wingels, Coach der Vereinigten aus Prüm und Neuerburg.

Ob die Verbandsliga wie geplant eingleisig wird, hängt davon ab, wer überhaupt dort spielen möchte. Vor allem im Bezirk Mosel/Eifel gab es hinsichtlich der eingleisigen Liga erhebliche Bedenken der Vereine (TV berichtete). Es soll nun vom Verband abgefragt werden, ob alle sportlich Qualifizierten nach aktuellem Tabellenstand wirklich in der eingleisigen Liga spielen wollen.

Auch in der Rheinlandliga der Frauen wäre die Regelung wie in der Rheinlandliga der Männer: Der TV Welling wäre dann einer von vier Aufsteigern und spielt dann in einer möglicherweise zweigeteilten RPS-Oberliga.

Die Frage, wer aus der Frauen-Bezirksliga aufstiegsberechtigt wäre, dürfte spannend werden. Hier liegt der HSC Schweich mit zwei mehr ausgetragenen Spielen als die HSG Obere Nahe auf Platz eins, hat aber den einzigen direkten Vergleich gegen die Nahe mit 20:32 verloren.