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Einmal Ulmen, fast immer Ulmen

Fußball : Einmal Ulmen, fast immer Ulmen

Kreisliga B I: Holger Esper hat den SV Fortuna Ulmen in dieser Saison gleich auf Kurs gebracht. Daran soll auch die jüngste Niederlage bei der SG Schneifel-Auw II nichts ändern. Was seine Ehefrau Iris mit der Pleite im Spitzenspiel zu tun hat und wie er die Perspektiven des Vereins sieht.

Erstmals in dieser Saison erwischte es am vergangenen Spieltag auch den SV Fortuna Ulmen: Im Hit der Kreisliga B I unterlag die Mannschaft von Trainer Holger Esper bei der SG Schneifel-Auw mit 2:4. „Uns hat in dieser Partie vorne die Effektivität gefehlt. Hinten mangelte es an der Stabilität“, berichtet der seit Sommer vergangenen Jahres amtierende Coach, der parallel auch noch die D7-Jugend der JSG Eifelhöhe-Ulmen mit Sohn Lukas trainiert („Das war die Bedingung meiner Frau Iris, um Trainer der ersten Mannschaft werden zu können“, sagt er lachend).  Die erste Pleite nach zuvor drei Siegen ist für den 51-Jährigen aber kein Beinbruch: „Wir haben bei einem Team verloren, das unbedingt aufsteigen will, ja fast schon muss. Unser Vorhaben ist es, oben mitzuspielen.“

Was die Ulmener draufhaben, bewiesen sie in den ersten drei Punktspielen und zuvor im Pokal beim glatten 5:0 bei B-II-Ligist SG Waxweiler. In einem feurigen Derby gab es zunächst einen 3:2-Erfolg gegen die SG Ellscheid II, dann „passte einfach alles bei einer noch dazu etwas ersatzgeschwächten SG Mehlental/Bleialf“, so Esper, was sein Team zu einem 7:0-Kantersieg am zweiten Spieltag ausnutzte. Stark auch war der Auftritt beim 4:0 über Neunkirchen-Steinborn II. Der nach drei Jahren bei Rheinlandligist SG Ellscheid zur Fortuna zurückgekehrte Mike Schumacher traf in vier B-Liga-Partien bereits acht Mal. „Er bringt viel Tempo mit und ist für seine Gegenspieler schwer zu verteidigen“, lobt Esper den 25-jährigen Goalgetter, begründet das starke Angriffsspiel aber auch im Offensivgeist eines Niklas Denkel, Yannick Franzen oder Jan Verwaayen.

Doch vor dem kommenden Heimspiel am Sonntag gegen die SG Kylltal-Birresborn II („Wir wollen unbedingt eine Reaktion auf unsere Niederlage in Ormont zeigen.“) bangt der Ulmener Coach um die Einsatzfähigkeit von Schumacher, der sich mit Sprunggelenksbeschwerden herumschlägt, und Sven Michels, der am Oberschenkel verletzt ist. Verzichten muss er auch auf den urlaubenden Stammtorwart Marcel Treber. Doch dessen Stellvertreter Andreas Jäger genießt das volle Vertrauen des Trainers: „Er hat schon im Pokal gut gespielt und auch beim 4:0 gegen Neunkirchen II die Null gehalten.“

Der Ur-Ulmener Esper übernahm nach vielen Jahren, in denen er den Nachwuchs des Vereins coachte (neben Lukas spielt hier mit Jonas auch der zweite Filius) Mitte 2020 das Traineramt bei der Ersten, weil „sich sonst keine so richtig überzeugende Lösung anbot“. Fünf Jahre spielte Esper einst zu Landes- beziehungsweise Bezirksligazeiten für die SG Weiler-Gevenich und in Daun, hielt ansonsten dem SV Ulmen immer die Treue.

Bei seinem Heimatverein Trainer zu sein, macht ihm „riesengroßen Spaß“. Die Bedingungen mit dem Kunstrasen seien optimal und in der Jugendspielgemeinschaft Eifelhöhe laufe es rund. Während woanders Spielgemeinschaften nicht nur gegründet, sondern sogar immer größer werden, gibt es diesbezüglich bei der Fortuna derzeit keinerlei Gedankenspiele. Esper verweist auf 40 Feldspieler der ersten und zweiten Mannschaft sowie vier Torleute. Und auch sportlich passt es bislang bei der vor gut einem Jahr wiedergegründeten Reserve, wie sechs Punkte aus den ersten drei Partien belegen.

 SV-Ulmen-Trainer Holger Esper.
SV-Ulmen-Trainer Holger Esper. Foto: privat

Ob seine Ehefrau Iris auswärts künftig dabei sein soll, weiß Esper derzeit noch nicht. „Normalerweise ist sie nur bei unseren Heimspielen dabei. Als sie mit in Ormont war, haben wir prompt verloren. Vielleicht ist es doch besser, wenn sie uns weiter nur daheim zuschaut“, sagt er mit einem Augenzwinkern.