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Eintracht Trier - FSV Salmrohr: Ein Oberliga-Derby der Gegensätze

Fußball-Oberliga : Eintracht Trier - FSV Salmrohr: Ein Derby der Gegensätze

Rein tabellarisch könnten in der Nordgruppe die Unterschiede zwischen Spitzenreiter Trier und Schlusslicht Salmrohr nicht größer sein. Doch spiegelt das die wahren Kräfteverhältnisse vor dem Duell beider Rivalen an diesem Samstag (14 Uhr) im Moselstadion wider? Wir haben den Check gemacht.

Die aktuelle Form:

Eintracht Trier: Der SVE ist in der Oberliga seit zwölf Spielen ungeschlagen, dabei gab’s elf Siege. In den bislang sechs Heimspielen blieb Trier stets Sieger und kassierte nur ein Gegentor. Mit knapp 2,8 Toren pro Partie stellt Trier zudem die mit Abstand beste Offensivkraft der Liga.

Aufgrund der Belastung vieler englischer Wochen und gravierender personeller Ausfälle tat sich der SVE zuletzt schwerer als in der ersten Phase der Spielzeit.

 FSV Salmrohr: Sechs Mal in Folge verlor das Team zuletzt. Kurios: Die drei bisherigen Siege kamen allesamt auf fremden Plätzen zustande.

Zuletzt zeigten die Salmrohrer am Mittwoch beim 1:2 gegen den Tabellendritten Alemannia Waldalgesheim aufsteigende Tendenz. Wie ein roter Faden zieht sich aber die Abwehrschwäche durch die Saison. Mit 37 Gegentreffern hat der FSV die löchrigste Defensive der gesamten Oberliga-Nordgruppe.

Die personelle Lage:

Eintracht Trier: Robin Garnier (Trümmerbruch) wurde an der Hand operiert, er fällt laut Eintracht-Trainer Josef Cinar bis zum Ende des Jahres aus. Er ist nach Maurice Roth, Tim Garnier (beide Kreuzbandriss) und Ömer Kahyaoglu (Mittelfußbruch) der vierte Langzeit-Ausfall.

Gegen Salmrohr steht zudem Kevin Heinz nicht zur Verfügung – er wird aufgrund von Symptomen wie bei einem Schleudertrauma für ein, zwei Wochen rausgenommen. Große Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von Denis Wieszolek und Edis Sinanovic. Neuzugang Yannick Debrah (siehe Extra rechts) könnte dagegen ein Blitzdebüt feiern.

FSV Salmrohr: Neben dem vor gut drei Jahren von Trier nach Salmrohr gewechselten Eintracht-Urgestein Michael Dingels laborieren auch Kai Bernard und Lucas Lautwein an langwierigen Knieverletzungen. Aus privaten Gründen fehlen im Derby Lucas Abend und Spieler-Co-Trainer Giancarlo Pinna. Die zuletzt angeschlagenen Gustav Schulz und Alex Kirsch sind wieder eine Option für die Bank.

Das Hinspiel:

Verdient, wenn auch aufgrund des knapperen Spielverlaufs etwas zu hoch, setzte sich die Eintracht am 28. August vor 800 Zuschauern im Salmtalstadion mit 4:1 durch. Das Duell hatte einige besondere Geschichten zu bieten: Schiedsrichter Patrick Kessel wollte die Partie zunächst nicht anpfeifen, weil die Linien auf dem Platz für ihn nicht erkennbar waren. Die Salmrohrer brauchten eine Weile, um einen Helfer mitsamt eines Markierungsgeräts zu organisieren. 20 Minuten später als geplant erfolgte der Anpfiff.

Beim 0:1 hob einer der beiden Assistenten wegen einer angeblichen Abseitsstellung die Fahne, Schiri Kessel ließ weiterspielen. Die Akteure der Hausherren waren irritiert, und Jan Brandscheid hatte keine Mühe, zum 0:1 zu vollenden (25.). Der frühere Trierer Gustav Schulz und Zuschauer im Eintracht-Block gerieten verbal aneinander. Einige Tage später gab es aber ein klärendes Gespräch – und die Sache war vom Tisch.

Ex-Spieler beim Gegner:

Eintracht Trier: Daniel Ternes hat bis 2018 mehr als 120-mal das Tor des FSV gehütet. Über die Stationen Bitburg, Rosport und Beggen ist er kürzlich bei der Eintracht gelandet. Eine (kurze) Salmrohrer Vergangenheit haben zudem Ömer Kahyaoglu und Dominik Kinscher.

FSV Salmrohr: Die Liste der früheren Trierer im Salmrohrer Lager ist traditionell lang. Sowohl Trainer Lars Schäfer als auch Dingels, Schulz, Gianluca Bohr und Julian Bidon spielten einst in der Regionalliga für die Blau-Schwarz-Weißen. In der Nachwuchs­abteilung des SVE wurden Hendrik und sein Cousin Louis Thul, Lucas Abend, der vor gut zwei Wochen verpflichtete Maurice Neukirch (zuletzt beim 1. FC Kaiserslautern II aktiv) und Luca Meyer ausgebildet.

Derby-Historie: Der letzte Salmrohrer Sieg gegen die Eintracht datiert vom 15. November 2014. Im Rheinlandpokal-Drittrundenspiel köpfte der heutige FSV-Trainer Schäfer sein Team zum 2:1-Erfolg.

Das sagen die Trainer zum Gegner und zum Spiel:

Eintracht Trier: „Wir werden Salmrohr ganz sicher nicht unterschätzen. Für viele FSV-Akteure ist es ein spezielles Spiel“, blendet Coach Cinar die Tabelle aus, die aus seiner Sicht ohnehin nicht zwingend das Leistungsvermögen des FSV widerspiegelt: „Salmrohr war bei den jüngsten Niederlagen nicht komplett chancenlos. Wir dürfen nicht nachlassen, sonst kann es eng werden.“

FSV Salmrohr: Trotz der angespannten sportlichen Situation macht FSV-Trainer Schäfer eine „riesengroße Vorfreude“ bei seinen Spielern aus. Die Eintracht, die aus seiner Sicht den Aufstieg schaffen wird, sei der haushohe Favorit.

„Dort wird doch wohl nur die Frage herumgehen, wie hoch wir verlieren“, mutmaßt Schäfer. Um es dem SVE so schwer wie möglich zu machen, fordert Schäfer „bedingungslosen Kampf und die Leidenschaft wie zuletzt gegen Waldalgesheim“.

Im Moselstadion gilt die 2G-Plus-Regel. Es dürfen 75 nicht-immunisierte (negativ getestete) Personen ins Stadion, Kinder unter zwölf Jahren müssen weder geimpft oder genesen noch getestet sein.