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Eintracht Trier gewinnt Wahnsinnsspiel in Karbach

Fußball-Oberliga : Dreimal Rot – und das Siegtor in der Nachspielzeit: Trier gewinnt Wahnsinnsspiel in Karbach

Die Eintracht steht mit dem Rücken zur Wand und holt dennoch einen Dreier - weil Henk van Schaik in der 96. Minute zum 1:0-Endstand trifft.

Wer dachte, der jüngste 4:4-,Wahnsinn‘ der Eintracht in Eisbachtal sei so schnell nicht zu toppen, sieht sich getäuscht. Im Auswärtsspiel am Dienstagabend in Karbach siegte der SVE durch ein Kopfballtor von Henk van Schaik in der sechsten Minute der Nachspielzeit – es war die letzte Aktion des Spiels, das zuvor durch drei (!) Rote Karten gegen die Gastgeber komplett aus den Fugen geraten war.

Der Sieg des SVE – megaglücklich. Denn die Moselaner standen in den letzten 15 Minuten eigentlich mit dem Rücken zur Wand. In einer wahren Abwehrschlacht wehrte der SVE einen hohen Ball nach dem anderen und eine Ecke nach der anderen ab. Ein Punktgewinn – und der SVE wäre froh gewesen. Doch es wurden drei Zähler. Weil van Schaik nach einem Freistoß von Sven König erfolgreich war.

Zuvor hatte Karbachs Eric Peters nach einem groben Foulspiel gegen Benjamin Siga die Rote Karte gesehen, in der Folge musste auch Kevin Leidig wegen einer Tätlichkeit mit Rot runter. Zudem sah ein FCK-Teammitglied auf der Bank den Roten Karton.

Eintracht-Trainer Josef Cinar hatte vor der Partie gegrübelt. Wie sollen die ganzen Ausfälle am besten kompensiert werden. Er dachte über eine Systemumstellung nach – eventuell hin zu einer Dreier-Abwehrkette oder einem flachen 4-4-2. Und darüber, womöglich einen überraschenden personellen Schachzug im Mittelfeld zu vollziehen.

Von alledem setzte er nichts um. Stattdessen hielt er im Topspiel beim Tabellenzweiten auf dem Kunstrasenplatz auf dem Quintinsberg an Bewährtem fest: Viererkette hinten, ein Sechser im defensiven Mittelfeld, Vierer-Reihe davor und ein Stoßstürmer.

Allerdings musste er wegen der aktuellen Ausfälle von Edis Sinanovic, Denis Wieszolek, Robin Garnier und Kevin Heinz (saß zunächst auf der Bank) manche Positionen neu besetzen. Armin Olayo stand im Tor, Fränz Sinner spielte als Linksverteidiger. Jason Thayaparan agierte als ,Sechser‘ im defensiven Mittelfeld.

Auf dem von den Ausmaßen her kleinen Platz entwickelte sich wie erwartet eine Partie, in der viele Zweikämpfe geführt wurden. Trier versuchte aus dem Positionsspiel heraus Ruhe reinzubringen und Torchancen zu kreieren. Karbach setzte vor allem auf Überraschungsmomente durch schnelles Umschaltspiel und Standards.

Die klareren Torgelegenheiten vor der Pause verbuchte der FCK. Ein Kopfball nach einer Ecke landete am Pfosten (11.), eine Hereingabe von Johannes Göderz – halb Flanke, halb Torschuss - lenkte Olayo über die Latte (21.). Ein Schuss von Jeremy Mekoma stricht nur knapp am langen Pfosten vorbei (24.). In der 33. Minute verhinderten Olayo (klasse Parade gegen Leidig) und Thayaparan (der einen Schuss von Mekoma in hoher Not blockte) mit vereinten Kräften einen Rückstand.

Trier hatte auch Abschlüsse, die aber mehr in die Kategorie ,Halbchancen‘ einzuordnen waren – etwa von Kinscher und Brandscheid (32., 35., 45.).

Trier kam schwungvoll aus der Kabine, doch im weiteren Verlauf übernahm wieder Karbach das Zepter. SVE-Keeper Olayo musste zweimal richtig stark eingreifen – beim Rauslaufen gegen den auf ihn zustürmenden Max Wilschrey (67.) und bei einem direkten Freistoß von Linus Peuter, den er gekonnt parierte (72.). Zehn Minuten vor Schluss bejubelte der FCK die vermeintliche Führung – doch der Unparteiische zeigte eine Abseitsstellung an (80.).

Karbach drängte die Eintracht hinten rein, die sich mit allem, was sie hatte, wehrte. Und spät – sehr spät – für den großen Einsatz belohnt wurde.

FC Karbach: Bauer – Eberhardt, Kraft, Puttkammer – Göderz, Peuter, Denguezli, Fischer (72. Jannke) – Leidig – Mekoma (85. Peters), Wilschrey

Eintracht Trier: Olayo – Kaluanga, Maurer, van Schaik, Sinner – Thayaparan – Brandscheid (80. Siga), Amberg (83. Fischer), Kinscher (71. Heinz), König – Bibaku

Schiedsrichter: Markus Dunsbach

Tor: van Schaik (90./+6)