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Eintracht Trier: Jahresrückblick und Vorausschau mit Tim Garnier

Eintracht Trier : Tim Garnier: Seine Wünsche, seine Pläne, seine Meinungen

Der Fußball-Oberligist erlebt mal wieder einen Jahreswechsel zwischen Hoffen und Bangen. Der TV blickt mit dem SVE-Mittelfeldspieler zurück und nach vorne.

An Weihnachten muss eine kleine Auszeit erlaubt sein – auch vom verantwortungsbewussten Blick auf die Kalorien. Tim Garnier, Mittelfeldspieler des souveränen Oberliga-Nordgruppen-Tabellenführers Eintracht Trier, genoss im Kreise der Familie Raclette. Seine Reha verlor er dabei aber nicht aus den Augen. Der 23-Jährige arbeitet nach der Operation des gerissenen Kreuzbands an seiner Rückkehr. Der seit 2011 bei der Eintracht spielende Offensivakteur nahm sich Zeit, um mit dem TV auf ein turbulentes Jahr zurück- und auf die kommenden Monate vorauszublicken – anhand von neun Schlagworten, beginnend mit den Buchstaben seines Herzensvereins.

E wie Eintracht: Der Teamgeist, das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans sowie zwischen Vereinsmitgliedern und Clubführung erscheint derzeit so intakt wie schon lange nicht mehr. „Im Verein herrscht eine positive Energie. Der Vorstand und das Trainerteam spielen dabei eine große Rolle. Als Mannschaft bilden wir derzeit eine Super-Einheit. Im Kern spielen wir nun schon länger mit den gleichen Jungs zusammen, das stärkt das Gefüge“, sagt Garnier.

I wie Intensität: 20 Oberliga-Spiele in knapp dreieinhalb Monaten, dazu noch vier Partien im Pokal: Hinter den SVE-Spielern liegen eng getaktete Wochen.  „Die Mannschaft ist teilweise auf dem Zahnfleisch gegangen. Wir kamen fast nie wirklich zur Ruhe. Und aufgrund unserer vielen Verletzungen bestanden kaum Möglichkeiten zur Rotation“, schildert Garnier die Lage. Besonders bitter war im November, in dem das Team eine kleine Talsohle durchlief, das Aus im Rheinlandpokal-Viertelfinale  beim FV Engers. Garnier: „Es schmerzt noch immer sehr. Bei uns allen lebt der Traum, mal wieder am DFB-Pokal teilzunehmen und Trier als Pokalschreck ins Gedächtnis zu rufen.“

N wie Neuzugänge: Die Abgänge von Christoph Anton, Kevin Kling oder Amodou Abdullei wurden kompensiert – durch Rückkehrer Robin Garnier, Sven König und Christopher Bibaku, dem noch nicht ausgeschöpftes Potenzial zugeschrieben wird. Tim Garnier ist sich sicher: „Wir sind insgesamt nochmal besser geworden, weil sich auch andere Spieler weiterentwickelt haben. Man kann bei uns jeden spielen lassen, das ist ein super Gefühl für die Mannschaft und die Trainer.“

Dem 23-Jährigen erwächst derweil neue Konkurrenz, da der Verein auf die langen Ausfälle von ihm und Maurice Roth (ebenfalls Kreuzbandriss) reagiert – mit der Ende Oktober vollzogenen Verpflichtung von Yannick Debrah und dem sich abzeichnenden Transfer von Linus Wimmer (Waldalgesheim). Ganz Teamplayer sagt Garnier: „Es ist völlig verständlich, dass man nachlegen muss.“

Er hätte übrigens nichts dagegen, wenn zudem aus dem Gerücht einer möglichen Rückkehr von Ex-Eintrachtler Vincent Boesen Realität würde:  „Wir haben schon in der Trierer A-Jugend zusammengespielt. Er ist seitdem ein guter Freund geworden und würde uns weiterhelfen. Wie wahrscheinlich eine Rückkehr ist, weiß ich aber nicht.“

T wie Trainer(-Team): Tim Garnier attestiert Chefcoach Josef Cinar, sich schnell in seiner neuen Rolle nach dem abrupten Ende der Spielerkarriere im Oktober 2018 akklimatisiert und etabliert zu haben: „Es hat sich mit ihm super eingespielt. Er und Co-Trainer ,Faz‘ Kuduzovic sind als Coaches noch jung und daher nah dran an den Spielern.“

R wie Reha: In den ersten vier Wochen nach seiner Kreuzband-OP am 10. November musste Garnier an Krücken gehen: „Das war eine ätzende Zeit.“ Nun arbeitet er mit den Physiotherapeuten Guido Hartmann und Jinan Al-Shok daran, sich für die im Januar geplante stationäre Reha in Donau­stauf zu rüsten. Garnier: „Aktuell ist es schwer zu sagen, wann ich wieder auf dem Platz stehen kann. Bei allem Ehrgeiz muss ich auch vernünftig sein.“

A wie Aufstiegsrunde: Garnier blickt mit voller Überzeugung auf den Showdown mit zwölf Partien gegen die Top Sechs aus der Südgruppe, der am 19. März startet: „Ich freue mich mega darauf, auch wenn ich nicht viel mitwirken kann. Wenn wir es hinbekommen, unser Spiel durchzudrücken, sind wir nur schwer zu stoppen.“

C wie Corona: Besteht die Angst, dass es zu einem erneuten Saisonabbruch kommt? Garnier leugnet sie nicht. Doch er bleibt optimistisch, aufgrund steigender Impfquoten. Dabei sieht er die Eintracht in einer Vorbild­rolle: „Der komplette Kader ist mindestens zweimal geimpft, viele Spieler sind so wie ich auch schon geboostert oder haben einen Termin für die Auffrischung.“

H wie Heimstärke: Helfen in den entscheidenden Partien um die Regionalliga-Rückkehr soll die enorme Stabilität im Moselstadion. Von den vergangenen 33 Oberliga-Heimspielen ging nur eins verloren, in all den Partien kassierte der SVE nur 14 Gegentreffer. Garnier: „Das Moselstadion ist unser Wohnzimmer. Wir fühlen uns dort total wohl, auch dank der guten Fanunterstützung.“

T wie Träume: Was soll das Jahr 2022 sportlich bringen? Garnier wünscht sich, wieder „topfit zurückzukommen, wann auch immer der Zeitpunkt sein wird“. Und die Regionalliga-Rückkehr soll endlich Realität werden: „Seit dem Abstieg 2017 ist das unser Ziel. Ich hoffe, dass es uns nun endlich gelingt. Denn ich bin nicht nur Spieler, sondern auch großer Fan des Vereins.“