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Eintracht Trier macht die Spitze breiter

Trier : Eintracht Trier macht die Spitze breiter

Ex-Spieler Ingo Berens soll den Vorstand verstärken, und Stefan Fleck wird Teammanager – Vertragsgespräche mit Spielern laufen an.

Auf dem Platz herrscht weiterhin völlige Ruhe, mehr als individuelle Einheiten im läuferischen Bereich und ein paar Stabilisationsübungen können die Spieler des Fußball-Oberligisten Eintracht Trier derzeit nicht absolvieren. Hinter den Kulissen wird aber mit Hochdruck gearbeitet. „Wir haben den Verein in den vergangenen zwei Jahren konsolidiert – in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht“, ist Vorstandssprecher Alfons Jochem mit der Entwicklung zufrieden.

Ausruhen auf dem Ist-Zustand wollen sie sich aber nicht bei den Blau-Schwarz-Weißen. Während der Vorstand mit Jochem und seinen drei Mitstreitern Simone Schuler (Schwerpunkt Finanzen und Organisation), Roman Gottschalk (Jugend) und Horst Brand (Sport) bei der für das zweite Quartal des Jahres geplanten Mitgliederversammlung erneut kandidieren wollen, hat man sich Verstärkung ins Boot geholt: Ingo Berens (42) soll in der neuen Amtsperiode als zusätzliches Vorstandsmitglied berufen werden. Genauso wie Stefan Fleck (38), der ab sofort als Teammanager fungiert, soll er vor allem Horst Brand unterstützen.

„Ich bin jetzt 75. Für unsere Spieler ist es sicher nicht verkehrt, wenn sie auch mal jüngere Ansprechpartner haben“, sagt Eintracht-Legende Brand, der dem Verein seit Jahrzehnten in verschiedenen Funktionen verbunden ist – ob früher als Spieler, dann als Trainer, später in der sportlichen Leitung oder wie seit 2018 in der Führungsriege.

Berens stammt aus Thomm im Hochwald und wohnt im nur wenige Kilometer entfernten Osburg. Schon als Jugendspieler war er für den SVE im Einsatz, rückte dann 1996 in die erste Mannschaft auf, für die er bis 2001 in der damals noch drittklassigen Regionalliga aktiv war und mit der er 1997/98 bis ins DFB-Pokal-Halbfinale vordrang. „Ich habe insgesamt zehn Jahre für die Eintracht gespielt und bin dem Verein aus dieser Zeit immer noch verbunden“, sagt Berens, der Geschäftsführer einer Firma ist, die Solarkraftwerke baut und weiter als Vorstandsmitglied ein von seiner Familie aufgebautes Unternehmen in der Finanzberatungsbranche leitet.  Die Einarbeitung Berens’ sei bereits angelaufen, berichten Jochem und Brand. Mitwirken wird ihr künftiger Vorstandskollege gerade bei der Kaderplanung. Und hier wartet in den nächsten Wochen jede Menge Arbeit auf die Verantwortlichen: Bis auf Jonas Amberg, Robin Garnier, Simon Maurer, Henk van Schaik und Jens Schneider hat derzeit kein aktueller Akteur des Tabellenführers der Nordgruppe der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar einen Vertrag für die nächste Saison. „Wir wollen mit allen Spielern weitermachen – und natürlich auch mit unserem Trainerteam um Josef Cinar an der Spitze“, gibt Brand schon einmal die Marschrichtung vor.

Nur allzu gerne würden sie beim SVE die Saison nach der Corona-Unterbrechung noch fortsetzen und den ersehnten Sprung in die Regionalliga packen. „Keiner weiß derzeit, ob es im Frühjahr weitergeht. Die Situation ist da schon schwierig. Doch wir versuchen, das Beste draus zu machen“, lässt Jochem durchblicken. Gelingt der Aufstieg, seien eher punktuelle Verstärkungen vorgesehen.

Nah an der Mannschaft dran zu sein und als Bindeglied zwischen der ersten und zweiten Garnitur und der A-Jugend zu fungieren, ist ab sofort die Aufgabe von Stefan Fleck. Der frühere Zweitligaspieler der Eintracht will – sofern es nicht zu einem Abbruch kommt – parallel noch die Saison mit der zweiten Mannschaft abschließen und das im Sommer 2019 neugegründete Team in die Kreisliga B führen. Demnächst möchte Fleck dann einen neuen Coach für den Unterbau präsentieren. Künftig soll dieser als U23 an den Start gehen.

Die Sichtung von regionalen Talenten plant Fleck in enger Abstimmung mit dem Sportlichen Leiter der Nachwuchsabteilung, Andreas Schäfer, ebenfalls zu forcieren. „Uns darf kein Spieler mehr durchrutschen“, betont der Geschäftsführer des SVE-Partners 11teamsports.

Mit dem Engagement von Ingo Berens und Stefan Fleck sieht Alfons Jochem den Verein auf dem Weg bestärkt, für Kontinuität und Verlässlichkeit zu stehen: „Als frühere Spieler bringen sie viel Identifikation mit. Auch durch sie wollen wir erreichen, dass der Verein ein noch klareres Profil gewinnt und nicht so sehr über den jeweiligen Trainer definiert wird, wie es in der Vergangenheit öfters schon der Fall war.“