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Eintracht Trier: Pause bedeutet Stress für Führungscrew

Eintracht Trier : Pause bedeutet Stress für Führungscrew

Fußball: Schwierige Zukunftsplanung beim SVE. Gibt’s Geld aus Bundestopf?

Stecker raus – das gilt seit gestern offiziell auch vorerst für die Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Ein bitterer Moment, auch für Eintracht Trier.

Zum einen aus sportlicher Sicht. Die Mannschaft hatte einen super Lauf – sie geht als unangefochtener Spitzenreiter der Gruppe Nord in die Unterbrechung. Wie lange sie dauert, ist ungewiss. Das heißt fürs Trainerteam: Erstmal improvisieren. „Sollte in diesem Kalenderjahr nicht mehr trainiert werden können, müssen wir überlegen, ob wir die Jungs erst mal in eine zehntägige Pause schicken und ihnen dann Lauftrainingspläne an die Hand geben“, sagt Trainer Josef Cinar.

Nicht nur die Coaches, auch die Vorstandsmitglieder des Clubs sind zum Handeln gezwungen. Ihre Aufgabe ist es, den Club der schwierigen Phase zum Trotz finanziell auf Kurs zu halten.  Das ist eine Herkulesaufgabe.

Aus dem vergangenen Geschäftsjahr, das zum 30. Juni endete, ist die Eintracht trotz des Saisonabbruchs Anfang März ohne größeren Schaden gekommen.

Jetzt heißt es angesichts der neuerlichen Zwangspause: „Wir müssen die Liquidität neu planen“, sagt SVE-Vorstandssprecher Alfons Jochem. „Was vor wenigen Tagen noch galt, hat sich komplett geändert“, beschreibt Jugend-Vorstand Roman Gottschalk die Situation. Keine Spiele heißt keine Einnahmen – und das bei fortlaufenden Fixkosten. „Je nachdem, wann wieder gespielt werden kann, müssen wir fortan für jeden Monat eine neue Planung erstellen. Der Zeitplan bestimmt auch, wie wir mit den Sponsoren und den Spielern sprechen können“, sagt Simone Schuler, im Vorstand für die Themen Finanzen und Organisation zuständig.

Ein Plus beim SVE in der Vergangenheit: die große Solidarität von Sponsoren und Dauerkarteninhabern. Maxime der aktuell handelnden Personen bei der Eintracht ist, eine fristengerechte Finanzierung zu gewährleisten. Sollte es eine mehrmonatige Unterbrechung geben, muss davon womöglich kurzzeitig abgegangen sein, um mit Vorgriffen die anfallenden Kosten zu decken. Mit Blick auf die kommenden Monate November bis Januar hat Schuler keine Bedenken: „Da können wir uns über Wasser halten. Manche Sponsorenverträge sind schon komplett bezahlt, und davon haben wir noch nicht alles ausgegeben.“ Sollte sich auch im Februar keine Saisonfortsetzung abzeichnen oder ein weiterer Verlauf mit Geisterspielen drohen, würde sich die Situation verschärfen. Dann könnten auch eine erneute Kurzarbeit oder Gehaltsverzichte von Spielern, die im vergangenen Sommer teamintern nicht geräuschlos thematisiert worden waren, wieder auf den Tisch kommen. Grundsätzlich betont Jochem jedoch: „Wir haben sehr ordentlich kalkuliert. Aktuell haben wir nicht die größten Nöte.“

Spannend ist zudem die Frage, ob Eintracht Trier Geld aus dem angekündigten Wirtschaftshilfe-Bundestopf für die von den temporären Schließungen im November betroffenen Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen bekommen kann. Jochem kann sich vorstellen, dass der Club anspruchsberechtigt ist, doch er ist zunächst skeptisch, da noch keine Details bekannt sind.

Um den eingeschlagenen Weg größerer Kontinuität beizubehalten, wollte der SVE in den nächsten ein, zwei Monaten bereits viele Vertragsgespräche mit den Spielern führen. Dies wird nun erschwert. „Es sind viele Fragen ungeklärt: Wann wird wieder gespielt?  Wird die Saison so abgeschlossen, dass es Aufsteiger gibt?“, sagt Jochem. Der Plan der Eintracht ist, zweigleisig zu planen – für die Regionalliga und die Oberliga.

Und wie wird die Mannschaft sportlich aus der Pause kommen? Cinar hat „riesiges Vertrauen“ ins Team, doch eine Prognose traut er sich nicht zu: „Nach der langen Pause ab März haben wir direkt zu Beginn der Saison gezeigt, dass wir da sind. Gleichzeitig zeigt das Beispiel Engers, wie schnell man durch Zwangspausen auch aus der Bahn geworfen werden kann.“