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Eintracht Trier: Relegation gegen Stuttgarter Kickers und Stadtallendorf

Eintracht Trier : Regionalliga-Aufstieg: Schaurig-schönes Relegations-Doppel

Nach dem 3:0-Auftaktsieg der Stuttgarter Kickers gegen Stadtallendorf spielt Trier nun zuerst am Samstag, 14 Uhr, in Stadtallendorf – und am Dienstag, 19 Uhr, im Moselstadion gegen die Kickers. Markus Lösch, einst beim SVE und den ,Stukis‘ aktiv, blickt auf die Tage der Entscheidung.

Was war, ist Schall und Rauch. Die bisherige Saison kann noch so gut gewesen sein – jetzt fängt nochmal alles bei ,Null‘ an. 180 Minuten entscheiden über Wohl oder Wehe. Für zwei Clubs wird’s schaurig, für einen Verein mega-schön.

Eintracht Trier, Stuttgarter Kickers, Eintracht Stadtallendorf – nur ein Team aus dem Trio der Vizemeister aus den Oberliga-Staffeln Rheinland-Pfalz/Saar, Baden-Württemberg und Hessen kann noch ein Ticket für die Fußball-Regionalliga Südwest lösen. „Es ist natürlich bitter, dass du trotz einer starken Saison nicht aufsteigt – das trifft auf alle drei Vereine zu. Andererseits muss man die Relegation jetzt als Chance begreifen, den Aufstieg doch noch schaffen zu können“, sagt Markus Lösch. Der 50-jährige Ex-Profi weiß, wovon er spricht: „Ich bin als Spieler mit dem SSV Ulm 2007 mit 76 Punkten Zweiter hinter dem Aufsteiger Sandhausen geworden. Damals gab es für den Oberliga-,Vize‘ leider keine Aufstiegschance über eine Relegation.“

Lösch, seit elf Jahren Leiter Scouting beim VfB Stuttgart, hat einen besonderen Blick auf die Regionalliga-Relegation. Hat er doch sowohl bei Eintracht Trier (2002 bis 2004 sowie in der Saison 2005/06) als auch bei den Stuttgarter Kickers (vor allem in den 1990er Jahren) gespielt. „Bei den Kickers bin ich in den Profibereich gekommen. In Trier hatte ich vor allem super zwei Jahre in der zweiten Liga. Auch privat habe ich dort mein Glück gefunden, meine Frau kommt aus Trier“, sagt Lösch, der es schade findet, dass mindestens einer der beiden Vereine in der Relegation in die Röhre schauen wird.

Die Kickers haben im ersten Spiel der Runde am Mittwochabend mit einem 3:0-Heimsieg gegen Stadtallendorf schon mal ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Damit bewahrheitete sich, was Lösch prophezeit hatte: „Dass sich die Kickers nach dem letzten Spiel in der Oberliga Baden-Württemberg schon vier Minuten lang als Meister fühlten, ehe Freiberg im Fernduell doch noch in Nöttingen den Siegtreffer erzielte und vorbeizog, war natürlich enorm bitter. Doch als Spieler kannst du schnell wieder den Fokus auf die nächste Aufgabe lenken.“

Die ,Stukis‘ liegen in der ewigen Zweitliga-Tabelle immer noch auf Platz acht. „Entsprechend groß sind auch heute noch die Wucht und Tradition, die diesen Verein umgeben, auch wenn in den vergangenen Jahren viel gebröckelt ist“, sagt der gebürtige Stuttgarter Lösch, dem gleichfalls die jüngste Euphorie rund um Eintracht Trier imponiert: „Durch einen sehr guten Freund aus Trier habe ich die Bilder von den beiden Toren in der Nachspielzeit beim 2:1-Sieg gegen Worms gesehen. Was da im Moselstadion abging, war Wahnsinn.“

Die Kickers haben vorgelegt – am Samstag, 14 Uhr, spielt Trier nun in Stadtallendorf, ehe am Dienstag, 14. Juni, 19 Uhr, der SVE zu Hause Stuttgart zur letzten Partie empfängt. Vor- oder Nachteile liest Lösch aus dem Spielplan nicht heraus: „Ziel jeder Mannschaft muss es in so einer Runde sein, beide Spiele zu gewinnen. Dann ist es egal, was die anderen machen.“

 Markus Lösch ist heute Scouting-Leiter beim VfB Stuttgart.
Markus Lösch ist heute Scouting-Leiter beim VfB Stuttgart. Foto: privat

Im Trierer Moselstadion wird es am kommenden Dienstag zu einem Showdown kommen. Wahrscheinlich mit Tränen des Glücks auf der einen und Tränen des Frusts auf der anderen Seite. Lösch: „Das ist das Mitreißende am Fußball: Direkt aufzusteigen, ist natürlich perfekt. Aber wenn man das in der Relegation schafft, ist es noch emotionaler.“