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Eintracht Trier verliert 0:6 beim Zweitligisten Darmstadt 98

Fußball-Testspiele : Eintracht Trier: Keine Tore, aber viele Erkenntnisse

Oberligist Eintracht Trier verliert Testspiel beim Zweitligisten Darmstadt 98 mit 0:6. Tags zuvor gibt’s ein 0:3 bei Progrès Niederkorn. In der Personalie Abdullei naht eine Entscheidung.

Carsten Wehlmann, der Sportliche Leiter von Darmstadt 98, hatte im Plausch mit Triers Trainer Josef Cinar lobende Worte parat. „Bei euch war eine klare Struktur erkennbar. Das war gut“, sagte er – verbunden mit dem Dank, dass der SVE am Sonntag kurzfristig als Testspielgegner anstelle des FSV Frankfurt, der abgesagt hatte, eingesprungen war.

Cinar nahm die Worte zur Kenntnis, verwies aber auch auf die ersten 14 Minuten, in denen sich sein Team auf einem der Nebenplätze in Sichtweite des Böllenfalltorstadions vier Gegentore einfing. Da drohte aus dem Erlebnis für Cinars Team ein Albtraum zu werden.

Jede Offensivaktion des vom Ex-Trierer Markus Anfang gecoachten Zweitligisten war ein Treffer. Nach einer Ecke von Tobias Kempe köpfte Mathias Honsak das frühe 1:0 (4.). Kurz danach war Serdar Dursun zum 2:0 und 3:0 erfolgreich (6., 8.) – beide Male wurde der Lilien-Angreifer von der Eintracht sträflich alleine gelassen. In der 14. Minute fiel das 4:0 – Triers Neuzugang Henk van Schaik hatte Leon Müller gefoult, den Elfmeter verwandelte Kempe sicher.

Trier berappelte sich und musste im Zustellen von Passwegen der Darmstädter immer wieder Schwerstarbeit verrichten. Immerhin: Im weiteren Spielverlauf kassierten die Moselaner nur noch zwei weitere Treffer. Marvin Mehlem sprang der Ball nach einem abgeblockten Schuss von Erich Berko vor die Füße – er schob aus 20 Metern zum 5:0 ein (60.). Begünstigt durch fehlende Zuordnung war das 6:0 – nach einem Freistoß war Nicolai Rapp per Kopf zur Stelle (80.).

„Vielleicht hatten wir in der ersten Viertelstunde zu viel Respekt. Auf jeden Fall haben wir die Gegentore viel zu einfach kassiert“, sagte Cinar, der von einer „guten Lehrstunde“ für sein Team sprach. Er ist überzeugt: „Aus Niederlagen lernen wir mehr als aus Siegen.“ Zufrieden war er, wie sich sein Team nach dem Katastrophenstart fing und versuchte, mehrere Situationen fußballerisch zu lösen. Gar nicht gefallen hat dem Coach dagegen das Verhalten bei gegnerischen Standards.

Hierbei liegt noch Arbeit vor dem Team – genauso wie beim Einstudieren eines Systems mit Dreier-Abwehrkette. Ein Versuch tags zuvor im Test beim luxemburgischen Europa-League-Qualifikationsteilnehmer Progrès Niederkorn ging jedenfalls schief.

Fehlende Automatismen machten sich bemerkbar. Die Folge: Niederkorn boten sich Räume, die die Luxemburger vor rund 300 Zuschauern im heimischen Stade Jos Haupert konsequent nutzten. Schon in der dritten Minute wurde die Eintracht-Abwehr mit einem Doppelpass ausgehebelt – Kevin Holtz überwand SVE-Schlussmann Denis Wieszolek zum 1:0 für Niederkorn.

Die von Roland Vrabec (Ex-Coach St. Pauli, FSV Frankfurt, FC Vaduz) trainierten Gastgeber legten in der 17. Minute nach. Tom Laterza hatte auf dem Flügel zu viel Platz. Dessen Zuspiel verwerte Ryad Habbas zum 2:0. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs konnte Habbas unbedrängt im Trierer Strafraum dribbeln und den Ball zu Waldemar Tekiela durchstecken, der zum 3:0 vollendete (45./+1).

„Ich nehme das auf meine Kappe. Ich wollte die Dreier-Kette einführen. Die Abläufe waren noch nicht gut. Da fehlt noch einiges, das wir einstudieren müssen“, bilanzierte Cinar, der zur zweiten Halbzeit nicht nur auf mehreren Positionen wechselte, sondern auch zur Vierer-Abwehrkette zurückkehrte.

Ad acta gelegt wird die Dreier-Kette aber keineswegs. Coach Cinar: „Wir fühlen uns in einem System mit Vierer-Kette wohl. Aber wir brauchen eine zweite Antwort.“

Unterdessen zeichnet sich in der Frage, ob der zurzeit vereinslose Stürmer Amodou Abdullei verpflichtet wird oder nicht, eine Entscheidung ab. Nach TV-Informationen soll es am Montag einen Austausch zwischen Spieler und Clubführung geben.

Aufstellung Trier gegen Darmstadt: Wieszolek – Kaluanga (72. Thaler), Maurer, van Schaik (80. Amidon), Heinz (80. Meyer)  – Fischer (58. Kling) – Sinanovic (58. Kahyaoglu), Roth (60. Thayaparan), Garnier (60. Kinscher), Anton (60. Brodersen) – Brandscheid (72. Schneider)

Aufstellung Trier gegen Niederkorn: Wieszolek (46. Merling) – Maurer (46. Anton), Kling, van Schaik (72. Rückwechsel Thayaparan) – Brodersen (46. Meyer), Thayaparan (46. Fischer), Heinz (46. Kahyaoglu)– Kinscher (46. Amidon), Kaluanga (68. Rückwechsel Brodersen) – Brandscheid (46. Thaler), Sinanovic (46. Garnier)