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Eintracht Trier: „Wir sind in einer Drecksphase“​

Eintracht Trier nach fünf Niederlagen in Folge : „Wir sind in einer Drecksphase“

Für den Fußball-Regionalligisten von der Mosel kommt es derzeit knüppeldick. Ursachenforschung nach dem verkorksten Saisonstart.

Nein, die Stimmung ist nicht gekippt. „Wir stehen komplett hinter euch!“, gab der mitgereiste Anhang den Spielern von Eintracht Trier nach der 0:2-Niederlage beim Bahlinger SC mit auf den Weg – untermauert mit vehementem, aufmunterndem, gleichzeitig aber auch forderndem Applaus.

Der SVE muss nach fünf Niederlagen in Folge so langsam aber sicher wieder liefern – nicht nur für den Fanfrieden, sondern auch fürs eigene Gemüt, für den Glauben an die eigenen Stärken.

Nach dem schwungvollen Saisonstart verlor Trier Spiele unglücklich. Diesmal war die Niederlage in Südbaden verdient – auch wenn die Eintracht dickste Möglichkeiten vergab. Statt selbst in Führung zu gehen (Michael Omosanya (19.) und Vincent Boesen (30.) ließen klarste Gelegenheiten aus) geriet der SVE kurz vor der Pause in Rückstand, als Fabio Kinast aus gut 20 Metern gekonnt, aber auch völlig unbehelligt zu einem strammen Schuss ansetzte (45.).

Sven König vergab in der zweiten Hälfte alleine vor BSC-Torwart Marvin Geng den Ausgleich (59.), stattdessen machte Bahlingen mit einem Billardtor in der 77. Minute in einem auf eher bescheidenem Niveau stehenden Spiel alles klar (der Treffer wurde Shqipon Bektasi gutgeschrieben).

Vergebene Großchancen – sie sind derzeit die größte Baustelle der Eintracht. „Wir haben gute Chancen – auch heute wieder zwei, drei, als wir alleine vor dem Torhüter auftauchen und vergeben.  Das wären wichtige Dinger für die Moral. Das gute Gefühl, mal in Führung zu gehen, fehlt momentan – warum auch immer“, konstatierte Eintracht-Mittelfeldspieler Christopher Spang, der feststellte: „Wir sind in einer Drecksphase.“

Auch Trainer Josef Cinar benennt die Schwächen vor dem gegnerischen Tor: „Von der Qualität her hatten wir in der ersten Halbzeit unglaubliche Dinger auf dem Fuß. Davon, dass wir sie vergeben haben, konnten wir uns nicht richtig erholen.“

Dass gleichzeitig mit Bahlingen ein Gegner, der nicht zu den Großen der Liga gehört, auch mehrere sehr gute Gelegenheiten hatte und insgesamt viele Freiheiten im Bereich 20 bis 35 Meter vor dem Trierer Tor genoss, sollte ebenfalls zu denken geben.

Nach sechs Partien in Panik zu verfallen, wäre nicht angemessen. Mängel gilt es gleichwohl präzise zu erfassen und zu beheben. „Wir gehen nicht sang- und klanglos unter. Wir können das Ruder noch rumreißen“, sagte Spang.

Trainer Cinar verweist auf Lernprozesse: „In Bahlingen ist uns auch die Erfahrung ein bisschen abgegangen. Wir haben viele Spieler, die ihre ersten Partien in der Regionalliga machen.“ Eine Bestandsaufnahme, die nicht von der Hand zu weisen ist – in der Abwesenheit des angeschlagenen Kapitäns Simon Maurer und des noch nicht wieder zum Einsatz gekommenen Kevin Heinz brachten es in Bahlingen einzig Robin Garnier, Spang, Boesen, Gabriel Weiß und mit Abstrichen König auf stattlich zu nennende Einsatz-Zahlen in der vierthöchsten Spielklasse. Der Verweis trifft auch auf den Trainer selbst zu, der als Spieler lange höherklassig unterwegs war, als Coach aber Premiere in der Regionalliga feiert. „Ich kann nur zu Geduld auffordern, dass wir die Zeit bekommen – und auch die Jungs für ihre Entwicklung, die sie brauchen“, sagte Cinar.

Dessen Bahlinger Kollege Dennis Bührer, der mit Cinar den Trainer-A-Lizenz-Lehrgang absolviert, sagte: „Ich hoffe, dass ihr ruhig bleibt.“ Er ist überzeugt, dass Cinar die Wende herbeiführen kann: „Du bist auf jeden Fall ein ruhiger und gelassener Typ. Du wirst die Mannschaft wieder mitreißen und in die Spur bringen.“

Schon am Dienstag geht es für Trier weiter – auswärts beim Mit-Aufsteiger SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (19 Uhr).