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Erbeskopf-König Sören Nissen wie dänischer Tour-Star Magnus Nielsen

Radsport : Erbeskopf-König wie Tour-Star Nielsen

Rund 500 Mountainbiker kamen beim 20. Erbeskopf-MTB-Marathon mit Start und Ziel in Thalfang in die Wertung. Der dänische Ex-Profi Sören Nissen siegte auf der längsten Strecke.

(teu) Magnus Cort Nielsen war der Star der ersten drei Etappen der Tour de France durch Dänemark. Der König vom Erbeskopf ist ebenfalls ein Däne. Sein Landsmann war der beste im Peleton auf den ersten rund 2500 Höhenmetern der berühmtesten Rad-Etappenrennens der Welt. Nissen fuhr am Sonntag auf der knapp 100 Kilometer langen Königsdistanz des Erbeskopf-Mountainbike-Marathons so schnell wie kein anderer rund 2700 Steigungsmeter hinauf.

„Ich brauche Wasser“, sagte der 37-Jährige, nachdem er sichtlich ausgepumpt das Ziel im Thalfanger Kurpark erreicht hatte. Geschenkt wurde dem ehemaligen Profi, der schon eine Etappe der Slowakei-Rundfahrt gewonnen hat, nichts. Erst zehn Kilometer vor dem Ziel konnte Nissen die entscheidende Attacke setzen. „Meine Beine waren heute nicht so gut, aber alle hatten heute mit der Hitze zu kämpfen“, sagte der junge Familienvater.

Für den seit Jahren in Luxemburg lebende Nissen war der Start beim seit vergangenem Jahr offiziell ErbeskopfBike bezeichneten Mountainbike-Marathon rund um und über den höchsten rheinland-pfälzischen Berg (816 Meter) war es eine Rückkehr an die Stätte vergangener Erfolge. Beispielsweise 2015 und 2016 hatte er das Rennen, das 18 Mal von den Sportfreunden Thalfang und seit vergangenem Jahr vom MTB-Enthusiasten Markus Appelmann und dessen Agentur InMedia federführend organisiert wird, gewonnen. Er freue sich, dass das Rennen weiterbestehe und es mehr Waldanteil gebe, so Nissen, der nicht der einzige, aber der erfolgreichste ehemalige Sieger war. Der Niederländer Ad de Brabander, der nach der Jahrtausendwende mehrmals gewann, kehrte als Hobbyfahrer zurück und konnte die Strecke knapp sechs Stunden und damit fast doppelt so lang genießen, wie Nissen (Siegerzeit: 3:38:53 Stunden).

 Sichtlich erschöpft war selbst der in Luxemburg lebende dänische Ex-Profi Sören Nissen bei seinem Sieg beim 20. Erbeskopf-MTB-Marathon auf der Königsdistanz.
Sichtlich erschöpft war selbst der in Luxemburg lebende dänische Ex-Profi Sören Nissen bei seinem Sieg beim 20. Erbeskopf-MTB-Marathon auf der Königsdistanz. Foto: Holger Teusch

Obwohl die Niederlande wieder stark vertreten war, gab es durch Diana Pekel auf der Königsdistanz der Frauen nur einen Gesamtsieg für Oranje. Und einen für die Region Trier: Tine Hausmann feierte eine Woche nach ihrem Debüt auf der Triathlon-Mitteldistanz bei ihrem ersten Mountainbike-Rennen überhaupt gleich den Sieg auf der 39-Kilometer-Kurzdistanz. „Zum Glück habe ich keine Angst vorm Bergabfahren“, sagte die 39-Jährige im Rückblick zu der rasanten Abfahrt die Erbeskopf-Skipiste hinunter. Ihr Vereinstrikot des RV Schwalbe Trier war trotzdem etwas in Mitleidenschaft gezogen. Wenige Kilometer vor dem Ziel verbremste sich Hausmann, verletzte sich aber nicht ernsthaft. „Bremsen ist nicht immer gut“, sagte sie lachend. Tragisch: Ihre Teamkollegin Karina Zenz, die Hausmann vorher einige knifflige Streckenabschnitte gezeigt hatte, bog an einer Kreuzung falsch ab, wurde aber noch Dritte. „Ich habe ihr noch hinterhergerufen“, erzählte Hausmann. Das hörte Zenz aber nicht mehr.

Im Halbmarathonrennen über 57 Kilometer verfehlte Moritz Krämer aus Gerolstein (SV Oberkyll) als Viertplatzierter einen Podestplatz um weniger als eine halbe Minute. Auf der Marathonstrecke waren 5. André Kohnz (RV Schwalbe Trier) als Fünfter und Florian Crump (SV Oberkyll) als Sechster die Besten der Region. Auf der Ultradistanz schaffte es der Thalfanger Lokalmatador Robin Blatt als Neunter knapp unter die besten Zehn und blieb unter vier Stunden Fahrtzeit.

 Mit der Erbeskopf-Skulptur Windklang im Rücken rasten dei Mountainbiker beim Erbeskopf-MTB-Marathon die diesmal staubige Skipiste hinunter.
Mit der Erbeskopf-Skulptur Windklang im Rücken rasten dei Mountainbiker beim Erbeskopf-MTB-Marathon die diesmal staubige Skipiste hinunter. Foto: Holger Teusch

452 Namen stehen beim 20. Erbeskopf-MTB-Marathon in den Ergebnislisten. Dazu kommen laut Appelmann noch diejenigen, die mitgefahren sind, aber nicht in der Ergebnisliste erscheinen wollen. Es sei weiterhin eine Veranstaltung der Region, so der 44-Jährige. Ohne die vielen Ehrenamtlichen könnte der ErbeskopfBike nicht durchgeführt werden. Mehr als 200 Helfer waren im Einsatz. Besonders viel hatten sie an den Verpflegungsstellen zu tun. Mit 1500 Litern habe man angesichts der Wärme doppelt so viel Wasser zur Verfügung gestellt, wie ursprünglich geplant, so Appelmann.

Ergebnisse:

 Kurz nach dem Start fuhren die insgesamt 500 Teilnehmer beim 20. Erbeskopf-MTB-Marathon noch dicht zusammen.
Kurz nach dem Start fuhren die insgesamt 500 Teilnehmer beim 20. Erbeskopf-MTB-Marathon noch dicht zusammen. Foto: Holger Teusch

Frauen, 39 km (1000 Höhenmeter): 1. Tine Hausmann (RVT) 1:52:50 Stunden, 2. Nina Küderle (Team Crossladen.racing) 1:55:35, 3. Karina Zenz (RVT) 2:00:41. - E-Bike: 1. Andrea Seifert 1:52:25 Stunden.

57 km (1450 Höhenmeter): 1. Britta Rummler (RSV Aachen) 2:40:21 Stunden, 2. Gwenda Rüsing (toMotion Racing by Black tusk) 2:53:08, 3. Camille Varoqui (Frankreich) 3:00:41, 6. Hannah Meyer (RSC Stahlross Wittlich/Team Sport-Treff) 3:31:40, 7. Daniela Petry-Kersten (RVT) 3:36:28.

89 km (2300 Höhenmeter): 1. Jana Sophie Wolf (RSW Koblenz-Arzheim/U 19) 5:32:20 Stunden, 2. Nicola Nesselberger 5:42:38, 3. Friederike Dietzmann (RSV Bad Neuenahr-Ahrweiler) 5:53:13.

96 km (2700 Höhenmeter): 1. Diana Pekel (Niederlande) 5:39:16 Stunden.

Männer, 39 km (1000 Höhenmeter): 1. Tobias Willmes (Acia Racing Team) 1:27:26 Stunden, 2. Jan Seidl (Team Hübel Bonn) 1:27:28, 3. Tim Willwert (RV Hirzweiler/1. U 19) 1:28:50, 10. Maurice Griebler (Bikes & more Traben-Trarbach) 1:35:35, 11. Simon Beissel 1:37:46, 18. Dominik Lambrecht (RVT) 1:41:03, 21. Jakub Sommer (RVT/3. U 19) 1:42:53. - E-Bike: 1. Jan Klein 1:26:24 Stunden, 2. Marcel Liebetau 1:26:44, 3. Andreas Kannengiesser (MTB Sport Saar-Obermosel) 1:26:52.

57 km (1450 Höhenmeter): 1. Phil Sawinsky (Team Oberahr/U 19) 2:14:09 Stunden, 2. Thomas Lehnen (Racepoint) 2:14:27, 3. Nils Humpf (Tri-Shop-Saar MTB-Team) 2:14:50, 4. Moritz Krämer (SV Oberkyll) 2:15:15, 5. David Büschler (RC Pfälzerwald) 2:15:22, 6. Manfred Scherer (RV Schmelz) 2:16:27, 7. André Winkel 2:18:00, 8. Tim Czakert (RSC Lockweiler) 2:18:33, 9. Simon Hahn 2:19:05, 10. Mario Kaulard (Ski Keller Kaulard&Schroiff) 2:19:05.

89 km (2300 Höhenmeter): 1. Steffen Rick (Ratingen/Rose Racing Team) 3:29:11 Stunden, 2. Yannnic Flieger (CLS-MTB-Team) 3:44:43, 3. Ferdinand Weber (TV Euenheim) 3.50,06, 4. René Hoff (DIMB Racingteam) 3:52:24, 5. André Kohnz (RVT/getFit) 3:53:56, 6. Florian Crump (SV Oberkyll) 3:54:45, 17. Jens Nagel (Team getFit) 4:25:57.

96 km (2700 Höhenmeter): 1. Sören Nissen (Dänemark/Team Stevens Racing) 3:38:53 Stunden, 2. Mathias Frohn (Düsseldorf/Mondraker Rockets) 3:40:03, 3. Sascha Starker (SSG Bensheim) 3:41:26, 9. Robin Blatt (Thalfang/Racextractracingteam) 3:59:49, 12. Tim Greis (Reil/1. Ü 40) 4:18:05.

Jungen U 15/16, 31. km: 1. Niels Kleiber (RSC Stahlross Wittlich/Mini Hofbräuhaus) 1:44:29 Stunden, 2. Pietre Thibaud (TG Boppard) 1:46:15, 3. Roy Tetteroo (Niederlande) 1:46:19.

Abkürzung: RVT = RV Schwalbe Trier

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