88 km über den Erbeskopf Mountainbikerennen auf höchstem Berg von Rheinland-Pfalz

Thalfang · 88 Kilometer lang gab es keine Entscheidung im 88-Kilometer-Mountainbikerennen am Erbeskopf. Erst im Sprint wurde mit Sascha Starker ein neuer MTB-König am höchsten Berg von Rheinland-Pfalz gekürt.

Hunderte Mountainbiker beim Erbeskopf-MTB-Marathon
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Hunderte Mountainbiker fahren über den höchsten Berg des Landes

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Foto: Holger Teusch

Erst die Herausforderung Erbeskopf, dann der Liegestuhl! Die gelben Sommerstühle im Kurpark von Thalfang waren am Sonntagnachmittag bei den Mountainbikern heiß begehrt. Mehrere hundert Radsportler aus 15 Nationen erklommen beim ErbeskopfBike genannten Mountainbike-Marathon auf drei Distanzen mindestens einmal den höchsten Berg von Rheinland-Pfalz. Die 816 Meter hohe Anhöhe macht den Reiz der seit 2002 bestehenden Veranstaltung aus, ist aber mitunter nicht rennentscheidend, wie sich auf der längsten Distanz herausstellte.

„Es war spannend. Kurz nach dem Start waren wir zu Viert. Das erste Mal den Erbeskopf hoch war es schon ziemlich hart für mich. Den Erbeskopf runter konnte ich dann eine kleine Lücke auffahren, weil es einen Sturz gab. Die Lücke wurde aber ziemlich schnell wieder zugefahren“, beschrieb Sieger Sascha Starker den Rennverlauf auf der 88-Kilometer-Strecke. Erstmals mussten die Starter auf der Königsdistanz zweimal den Erbeskopf erklimmen. „Davor hatte ich ein bisschen Angst, weil Mathias im Berg stärker ist als ich“, gestand der Fahrer des SSG Bensheim. Mit Mathias meinte Starker den deutschen Seniorenmeister Mathias Frohn. Der Düsseldorfer attackierte wie erwartet auch, als es das zweite Mal in den langen Anstieg hineinging. Doch das Leichtgewicht konnte keine große Lücke reißen. In der Abfahrt schob sich Starker wieder heran und vor der kurvigen Zielanfahrt taktisch clever an Frohn vorbei. „Es war klar: Wer als Erster über die Brücke im Kurpark fährt, der ist auch Erster im Ziel“, sagte Starker. „Der Erbeskopf war für mich nicht das Problem, sondern die zehn Kilometer bergab dahinter“, erklärte Frohn, dass das Rennen diesmal nicht in den Anstiegen, sondern auf den Abfahrten entschieden wurde.

„Der Erbeskopf ist schon anspruchsvoll! Da waren ganz schön steile Stücke dabei, aber es ging am Ende gut hoch. Ich war vorher noch nie da oben“, erzählte Noah Bormann. Der U 15-Fahrer vom RSC Prüm war Schnellster seiner Altersklasse über 34 Kilometer. Bei den Unter-17-Jährigen siegte mit Juliusz Sommer vom RV Schwalbe Trier ebenfalls ein Nachwuchsfahrer aus der Region.

Auf der Kurzdistanz schaffte es mit Jonas Weinig vom RV Schwalbe Trier hinter Sieger Philipp Bützow (Alzingen) und Tim Willwert (Tri Shop Saar) ein Fahrer aus der Region aufs Siegerpodest. Das verpasste auf der mittleren, 54 Kilometer langen Strecke der Trierer Peter Schermann (Team Embrace the World) als Viertplatzierter knapp. Der Abstand zu Sieger Steffen Rick aus Mülheim an der Ruhr betrug allerdings knapp zehn Minuten.

Bei den Frauen musste sich Margarethe Schramm aus Föhren (Team Ciclista RCC) nur der Französin Camille Varoqui und Diana Steffenhagen (Darmstadt) geschlagen geben. Nach ihrem Erbeskopf-MTB-Debüt auf der Kurzdistanz waren 20 Kilometer mehr eine Herausforderung. „Als die Streckenteilung kam, habe ich mir fast gewünscht, abbiegen zu können“, sagte die 31-Jährige im Ziel – erschöpft, aber glücklich.

Entspannte Stimmung im Zielbereich, viele zufriedene Gesichter – und auch Organisationsleiter Markus Appelmann zeigte sich mit der dritten unter seiner Regie organisierten Veranstaltung zufrieden. 431 Namen standen am Sonntag in der Ergebnisliste. Aber es waren noch mehr auf der Strecke, sagt Appelmann: „Viele sind über unsere Sponsoren und ohne Zeitnahme dabei gewesen. Dadurch waren es 750 Starter. Das ist eine Größenordnung, die für die Veranstaltung und die Infrastruktur gut ist.“