1. Sport
  2. Sport aus der Region

Erdal Keser in Trier: BVB-Legende und ihr Einsatz für die Rett-Syndrom-Forschung​

Zu Besuch in Trier : Erdal Keser: Eine BVB-Legende und ihr Einsatz für die Rett-Syndrom-Forschung

Der Ex-Profi hatte eine bewegte Fußball-Karriere und ist heute stark sozial engagiert. Was er macht – und warum er am kommenden Montag an die Mosel kommt.

Er war der erste türkische Fußball-Profi, der bei Borussia Dortmund gespielt hat. Klar, dass Erdal Keser noch heute mit Interesse verfolgt, was bei ,seinem‘ BVB, für den er in den 1980er Jahren fünf Spielzeiten lang aktiv war, so passiert.

Nah gegangen ist ihm zuletzt der Abschied von Sportdirektor Michael Zorc bei den Schwarz-Gelben – mit ihm hat Keser früher in Dortmund zusammengespielt: „Es ist gigantisch, er war 44 Jahre bei nur einem Verein. Das ist wie eine zweite Ehe“, sagt der in Sivas geborene Ex-Offensivakteur, der im Alter von zehn Jahren nach Deutschland kam und in Hagen aufwuchs. Auch Kesers Karriere ist nicht gepflastert mit zig Vereinen. Seine Welt bildeten fast ausschließlich der BVB und Galatasaray Istanbul.

Schafft’s Dortmund in der nächsten Saison, endlich einmal wieder nachhaltig dem FC Bayern München Paroli bieten zu können? Keser ist optimistisch, trotz oder gerade wegen der gestern erfolgten Trennung von Coach Marco Rose: „Ich hätte diesen Schritt schon eher erwartet. Edin Terzic wäre jetzt die logischste Lösung. Er hat eine Lobby bei den Fans. Dortmund hat eine sehr große Chance. Dank der bislang getätigten Transfers. Und weil es bei den Bayern brodelt. Sollte Robert Lewandowski schon in diesem Sommer wechseln, wäre es nicht einfach, einen adäquaten Knipser zu finden.“

Keser wünscht sich mehr Spannung in der Bundesliga: „So wie es jetzt mit der Bayern-Dominanz läuft, macht’s keinen Spaß. Es ist nie gut, wenn‘s so einseitig ist. Das sieht man auch in der Türkei, wo mit Trabzonspor in dieser Saison endlich mal nach elf Jahren wieder ein Verein außerhalb Istanbuls türkischer Meister geworden ist.“

Nach seiner Laufbahn arbeitete Keser zunächst für den türkischen Verband, ehe er Co-Trainer bei Galatasaray wurde und sich weiteren Aufgaben beim erfolgreichsten Verein der Türkei widmete. Mittlerweile lässt es der heute 60-Jährige ruhiger angehen. Er engagiert sich weiter, aber in anderen Bereichen.

Zum 1. Juni wird Keser bereits 20 Jahre lang Schirmherr der Elternhilfe für Kinder mit Rett-Syndrom sein. Bei dieser genetischen Erkrankung erleiden vornehmlich Mädchen in sehr jungem Alter eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die dazu führt, dass sie ein Leben lang auf eine intensive Betreuung angewiesen sind. Keser ist in der Familie persönlich betroffen – seine inzwischen 24-jährige Nichte leidet am Rett-Syndrom. „Für mich ist die Schirmherrschaft der Elternhilfe eine absolute Herzensangelegenheit. Bei der Erkrankung ist noch viel Aufklärungs- und Forschungsarbeit notwendig“, sagt Keser, der unter anderem einmal im Jahr mit einem Charity-Golfturnier Geld für die Erforschung des Syndroms sammelt. „Alleine im vergangenen Jahr sind auf diesem Weg 55.000 Euro zusammengekommen“, berichtet Keser.

Der noch heute mit seiner Familie in Hagen lebende Ex-Fußballer gehört zu den Gründern der Gofus – der Golf spielenden Fußballprofis. Mit der Ausrichtung von Golfturnieren werden Gelder für karitative Zwecke erspielt. Größter Unterstützer von Kesers jährlichem Golf-Benefiztag in Gevelsberg ist eine durch Peter Biermann aus Igel und Rainer Schiffels aus Sirzenich vertretene gemeinnützige Stiftung. Das Duo aus dem Kreis Trier-Saarburg hatte 2019 die ,Wontis Champions Trophy’, ein Charity-Golfturnier im Golfresort Bitburger Land mit Moderator Jörg Wontorra initiiert.

An diesem Montag (23. Mai) leitet Keser ein Fußball-Training mit der C-Jugend der JSG Zewen/Igel/Langsur. Es ist ein Freundschaftsdienst – die Bande geknüpft hat Biermann. Los geht’s auf dem Zewener Sportplatz um 17.30 Uhr, Zuschauer sind willkommen. Keser freut sich auf die Einheit: „Die Arbeit mit Jugendlichen macht mir Spaß. Ich bin gespannt, ob die Jungs mit meinem Namen noch etwas anfangen können.“