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Handball
Beste Wünsche, harter Brocken

TRIER. Handball: Im ersten Heimspiel geht es für die Miezen gleich gegen Tabellenführer Beyeröhde.

Wenn die Handball-Miezen am heutigen Samstag (18 Uhr), Arena) gegen den TV Wuppertal-Beyeröhde ihr erstes Zweitliga-Heimspiel der Saison bestreiten, könnte es zu einer großen Wiedersehensparty kommen: „Wir haben versucht, alle früheren Miezen zu kontaktieren, die damals von 1996 an in der 2. oder später 1. Liga für die MJC aufgelaufen sind, alle haben heute Abend freien Eintritt und müssen sich nur an der Kasse melden“, sagte eine, die auch zu den Hoch-Zeiten der Miezen inklusive Deutscher Meisterschaft auf dem Feld stand - die neue Trainerin Elena Vereschako.

Die gebürtige Weißrussin, die 1996 als Linksaußen zur MJC kam, trainierte zwar später den Miezen-Nachwuchs und die zweite Mannschaft – heute aber sitzt die 45-Jährige zum ersten Mal bei einem Heimspiel auf der Bank des Bundesligateams. Und passend zur Heimpremiere freute sich Vereschako über eine besondere Aufmunterung: Wolfgang Rommel schrieb ihr eine Karte. Der langjährige MJC-Trainer, der die Triererinnen aus der Regionalliga in die Bundesliga führte und Vereschakos erster Coach in Trier war, freut sich, dass seine ehemalige Spielerin jetzt Trainerin ist und wünschte ihr viel Erfolg. „Das hat mich total gefreut, speziell, weil Wolfgang mir auch noch einen Volksfreund-Artikel über mein erstes Spiel im Miezen-Trikot 1996 gegen Allensbach mitgeschickt hat.“

Diese Aufmunterung können die Miezen gut gebrauchen: Nach zwei Spieltagen haben sie keinen Punkt auf dem Konto – dagegen kommt der heutige Gegner mit breiter Brust: Drei Spiele, drei Siege, Tabellenführung – und in Ramona Ruthenbeck eine der besten Zweitliga-Spielerinnen in ihren Reihen. Beyeröhde hat den Vorteil, Farmteam von Bundesligist Bayer Leverkusen zu sein, so kommen viele junge, hochtalentierte Spielerinnen nach Wuppertal, um dort Spielpraxis zu sammeln und sich für die 1. Liga zu empfehlen. „So einen Erstligisten bräuchten wir auch in der Nähe“, sagt Ve­reschako.

Angesichts der allein schon zahlenmäßigen Unterschiede im Kader und der Tabellensituation sieht Vereschako ihr Team als Außenseiter – auch wenn ihre Mannschaft vergangenen Samstag in Zwickau einen klaren Aufwärtstrend im Vergleich zum Start in Mainz zeigte. „Da muss schon alles passen, wenn wir eine Chance haben wollen.“ Eine Hoffnungsträgerin könnte Dora Simon-Varga sein, mit der man bei den Miezen eigentlich noch nicht gerechnet hat. „Sie will unbedingt spielen, sie brennt förmlich auf ihren Einsatz“, sagt die Trainerin, die erst kurz vor dem Spiel und nach Rücksprache mit den Physiotherapeuten entscheiden wird, ob die Ungarin rund fünf Monate nach ihrer Schulter-Operation auflaufen kann.

Mit den Trainingsleistungen in dieser Woche war Veresschako insgesamt zufrieden, sie vermisste aber bei einigen Spielerinnen die „hundertprozentige Konzentration. Sie müssen alles geben, auch im Training.“ Zur Heimpremiere Vereschakos gastiert auch eine ihrer ehemaligen Spielerinnen aus dem MJC-Nachwuchs mit Beyeröhde in der Arena: Natalie Adeberg.

Über eine Sache ärgert sich die Trainerin zudem: die fehlende Wertschätzung der Miezen in einigen Medien, explizit den Volksfreund ausgenommen: „Ich glaube, die regionalen Radiosender haben noch nicht gemerkt, dass unsere Saison schon begonnen hat.“

DJK/MJC Trier (Kader): Baranowska, Eckelt - Sattler, Zrnec, Tolic, Szabo, Petrovska, Czanik, Simon-Varga (?), Ilciukaite, Houben