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FC Trier: Bundesliga als Traum und Fernziel

Jugend-Fußball : FC Trier: Bundesliga als Traum und Fernziel

Der junge Verein ist auf Expansionskurs. Die Macher verfolgen einen ambitionierten Weg, der mit einem eigenen Platz alsbald ein stärkeres Fundament erhalten soll.

Für Markus Schottes (33) hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Am Wittlicher Peter-Wust-Gymnasium hat der angehende Lehrer für Sport und Erdkunde sein Referendariat begonnen.

Auf zu neuen Ufern ist auch der 2016 gegründete FC Trier, den Schottes gemeinsam mit Niki Wagner und Damian Stoklosa managt. Fünf statt bislang drei Mannschaften nehmen in der neuen Saison am Spielbetrieb teil – eine C-Jugend (sie kämpft in einer Relegation um einen Platz in der Rheinlandliga), zwei D-Jugend-Teams (die U 13 soll den Rheinlandliga-Titel verteidigen, die U 12 bestreitet noch ein Relegationsspiel zur Teilnahme an der Bezirksliga) sowie eine E- und eine F-Jugend.

Die Ziele sind ambitioniert. Auf der Homepage wird mit forschen Tönen nicht hinterm Berg gehalten. Dort heißt es: Der FC Trier hat das Ziel, sich in der Großregion Trier als führender Ausbildungsverein im Leistungsbereich bis zur U 15 zu etablieren. „Wir bekommen eine neue Homepage“, sagt Schottes mit einem Augenzwinkern zu dem Satz. Und damit vielleicht auch ein anderes Leitmotiv.

Am gesunden Selbstbewusstsein der FC-Trier-Macher ändert das aber nichts. Schottes, der früher als Spieler für Eintracht Trier, Salmrohr und Mehring auflief, sagt: „Uns gibt es jetzt im fünften Jahr. Wir haben uns relativ schnell regional und auf Rheinland-Ebene im Spitzenbereich etabliert.“

Gleichwohl ist noch Luft nach oben. Ein Traum, der aber auch ein Fernziel ist: Irgendwann soll eine Mannschaft des FC Trier in der B-Jugend-Bundesliga spielen. Schottes: „Das ist ein sehr attraktives und langfristiges Ziel, von dem wir noch sehr weit weg sind. Doch wir sind davon überzeugt, dass es irgendwann mit Talenten aus der Region machbar ist.“

 Die Macher setzen auf Trainer, die sich weiterentwickeln wollen. Lehrgänge für Lizenzen zahlt der FC Trier. Geht’s am Ende also bei der Trainersuche auch übers Geld? Schottes: „Natürlich bekommt jeder eine Aufwandsentschädigung. Aber eine goldene Nase verdient sich hier niemand.“ Irgendwann soll gleichwohl die Hauptamtlichkeit von Trainern ein Thema werden.

Weitere Schwerpunkte sind der Ausbau des Scoutings und die Betreuung der Spieler. Schon jetzt gibt es unter anderem einen Shuttleservice. Das alles kostet Geld. Laut Schottes werden monatliche Mitgliedsbeiträge zwischen 49 und 69 Euro fällig – je nach Altersbereich und Klassenzugehörigkeit.

Alle Expansionsgedanken stehen und fallen aber mit einem anderen Projekt: ein eigener Fußballplatz – und damit mehr Möglichkeiten als bislang. Zurzeit ist der FC Trier vornehmlich zu Gast auf der Anlage auf der Ehranger Heide. Schottes: „Wir sind super dankbar, dass wir dort aufgenommen wurden und uns Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden.“ Die Suche nach einem eigenen Domizil ist weit fortgeschritten. „Es gibt drei, vier Varianten, die wir durchsprechen“, sagt Schottes.

Auch wenn das Thema eher kleingeredet wird: Platzhirsch Eintracht Trier und der FC Trier konkurrieren zuweilen um dieselben Talente – bei den Spielern, und bei den Trainern. Ein aktuelles Beispiel: Max Herres war laut Schottes ein Thema bei der Eintracht für den Posten des Co-Trainers in der A-Jugend. Er entschied sich letztlich, an der Seite von Niki Wagner in der U 12 des FC Trier einzusteigen. „Konkurrenz ergibt sich zwangsläufig. Aber ich bin sehr weit entfernt davon, von einem Konkurrenzdenken zu sprechen. Die Region gibt es her, dass zwei Vereine im Leistungsbereich viel erreichen wollen. Ich denke, die Eintracht und wir haben inzwischen ein gutes Nebeneinander gefunden“, sagt Schottes.

Er und der neue Sportliche Leiter der Eintracht-Jugend, Andreas Schäfer, werden also durchaus auch in Zukunft um dieselben Talente werben. Und auch sonst kreuzen sich ihre Wege. In seinen Unterlagen hat Schottes entdeckt, dass Schäfer Ausbildungsleiter im Referendariat sein wird.