FCK hat neuen Fanbeauftragten: Traumjob beim Club seines Herzens

1. FC Kaiserslautern : Traumjob beim Club seines Herzens

Der Hochwälder Alexander Krist arbeitet jetzt beim  1. FC Kaiserslautern und löst im Sommer den Wittlicher Christoph Schneller als Fanbeauftragten des Fußball-Drittligisten ab.

Ein Anfang ist gemacht: Beim jüngsten Drittliga-Auswärtsspiel des 1. FC Kaiserslautern am Samstag gegen Fortuna Köln (2:2)  fuhr Alexander Krist seinen ersten Einsatz für den Rote-Teufel-Club, am gestrigen Freitag stellte ihn der FCK dann in einer Pressemitteilung offiziell vor: Seit kurzem ist der 26-Jährige aus Lorscheid (Kreis Trier-Saarburg) hauptamtlicher Fanbeauftragter beim FCK. Bis Sommer arbeitet ihn noch Christoph Schneller ein – der Wittlicher hört dann nach zehn Jahren in dieser Mission auf (TV berichtete) und blickt auf  „extremst spannende und abwechslungsreiche Jahre in einer unheimlichen Intensität“ zurück. Der Bundesliga-Aufstieg 2010, der Abstieg ins Unterhaus zwei Jahre später, der bittere Gang in die Drittklassigkeit in der vergangenen Saison: Als Bindeglied zwischen dem Verein und den immer noch zahlreichen Fans hat Schneller die oft sehr emotionalen Reaktionen der großen Anhängerschar wie kaum ein Zweiter wahrgenommen. Damit sei er als eingefleischter Lautern-Fan aber gut klargekommen, betont Schneller. Vielmehr hat sein Abschied („Was ich demnächst beruflich mache, ist noch nicht final geklärt.“) pragmatische Gründe: „Ich will in meinem Tun künftig weniger von einem Spielplan, sportlichen Ergebnissen oder Liga-Zugehörigkeiten, auf die man selbst keinen Einfluss hat, abhängig sein.“

Für Krist wird derweil ein Traum wahr: „Was gibt es Schöneres als beim Verein seines Herzens arbeiten zu dürfen?“ Als er fünf war, jubelte er mit Vater Walter auf dem Rathausplatz der 1998er Meistermannschaft und Trainer Otto Rehhagel zu. Um die Jahrtausendwende erlebte er glanzvolle Europacup-Spiele im Fritz-Walter-Stadion und ist seit zehn Jahren Besitzer einer Dauerkarte – Block 9.2, Westkurve, dort, wo die Treuesten der Treuen stehen. Just nach dem Abstieg in die Dritte Liga zählte Krist, der noch weiterhin als freier Mitarbeiter für die TV-Sportredaktion aktiv ist und nach wie vor für die SG Thomm II in der Kreisliga B Mosel/Hochwald stürmen will,  zu den Gründern des Hochwälder FCK-Fanclubs „Betzebu’s“. Zudem engagierte er sich in den vergangenen Monaten als Redakteur des Internet-Fanportals Treffpunkt Betze. Ein Zuschauerschnitt von immer noch gut 22 000 bei den Heimspielen und oft mehr als 2 000 Lautrer Auswärtszuschauer findet der angehende Bachelor der Betriebswirtschaftslehre „schlichtweg gigantisch – Der Zuspruch ist trotz der sportlichen Durststrecke enorm und beeindruckend“.

Das Studium auf der Zielgeraden und damit sowieso an der Schwelle zum Berufsleben, die große Leidenschaft für den FCK, von Haus aus „offen und kommunikativ“, wie Noch-Fanbeauftragter Schneller bereits erkannt hat: Da lag es für Krist nahe, sich um die Stelle des Fanbeauftragten zu bewerben. Anfang Dezember weilte er zum Vorstellungsgespräch in Kaiserslautern, rund sechs Wochen später hielt er schließlich den unterschriftsreifen  Vertrag in seinen Händen.  Auf Krist wartet eine Vielzahl von Aufgaben (siehe Extra).  Von Schneller, der aus seiner Sicht „hier seit knapp zehn Jahren überragende Arbeit macht“, will er sich bis Mitte des Jahres noch einiges abschauen. Oberste Maxime für Krist ist, „alle Fans des FCK gleich zu behandeln und bei Bedarf differenziert mit ihnen zu diskutieren“.

Einen Grund, vermehrt sachliches Kalkül walten zu lassen und Emotionalitäten, die ihn als Fan begleiten, auszublenden, sieht er nicht:  „Es wäre falsch, jetzt auf Distanz zu gehen. Ohne  Leidenschaft für den Verein kann man ein solches Amt doch gar nicht richtig ausüben.“