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Flut-Schäden an Sportstätten: Sportbund spricht von 25 Millionen Euro

Flut-Schäden an Sportstätten : 25 Millionen Euro – und die Summe wächst

Erste Ergebnisse der Abfrage von Zerstörungen an Sportanlagen in den Hochwassergebieten liegen vor. Der tatsächliche Umfang dürfte größer sein.

Der Blick auf den Spielplan der Handball-Verbandsliga West offenbart Ungewöhnliches: Die Herren-Mannschaft der HSG Eifel – der Spielgemeinschaft des SV Neuerburg und des SK Prüm – bestreitet sämtliche elf Spiele der Hinrunde auswärts, ehe ab Mitte Januar bis Saisonschluss nur noch Heimspiele folgen.

Grund: Die drei potenziell zur Verfügung stehenden Sporthallen sind nach der Flutkatastrophe im Juli weiterhin und für längere Zeit nicht nutzbar. In die Hallen des Regino-Gymnasiums in Prüm, der ehemaligen Prümer Wandalbert-Hauptschule und der Neuerburger Grund- und Realschule plus war das Wasser eingedrungen. Udo Baur, zweiter Vorsitzender des SK Prüm, ist froh, dass sich der Spielplan für die Handball-Herren ändern ließ. „Wir müssen aber noch schauen, wohin wir mit unseren Jugendteams ausweichen können. Und wie wir Trainings für die Herren hinbekommen. Wir weichen momentan in die Grundschulhalle nach Schönecken aus, aber die ist viel zu klein, um grundlegende Dinge wie Spielzüge einzustudieren.“

Sanierungs-Möglichkeiten und -fahrpläne für die drei Hallen, an denen Schäden von rund zweieinhalb Millionen Euro entstanden sind, stehen noch nicht klar fest. Baur hofft, dass temporäre Ersatzhallen aufgebaut werden, die eventuell ab dem Jahresende nutzbar sind.

Auch andernorts sind die Flutschäden an Sportanlagen inzwischen bezifferbar. Die Erneuerung des überschwemmten Kunstrasenplatzes in Neuerburg in der Eifel etwa wird nach Aussage von Günter Scheiding, Vorsitzender des örtlichen Sportvereins ,Blau-Weiß‘, mit rund 600 000 Euro zu Buche schlagen.

Die Kosten für den Wiederaufbau des zerstörten Kunstrasenplatzes in Godendorf (Kreis Trier-Saarburg) sowie die Entsorgung des Altmaterials dort könnten nach Angaben von Andreas Luce, zweiter Vorsitzender der SG Sauertal, bis zu knapp eine Million Euro betragen.

Insgesamt sind 90 Vereine direkt von den Auswirkungen der Flutkatastrophe an der Ahr und in der Eifel betroffen. Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Schadensabfrage des Sportbunds Rheinland (SBR) und des Landessportbunds Rheinland-Pfalz, die durch das Institut für Sportstättenentwicklung in Trier vorgenommen wurde. Die Schäden an Sportanlagen – erfasst wurden neben vereinseigenen Sportstätten auch kommunale Sporthallen und -plätze – belaufen sich nach dieser ersten Erhebung auf  mindestens  25 Millionen Euro. Da jedoch täglich neue Meldungen eingingen, geht der SBR von einer weitaus höheren Schadenssumme aus.  Zudem ist laut SBR-Präsidentin Monika Sauer bei der weiteren Kosten-Kalkulation zu berücksichtigen,  dass  20 Prozent der betroffenen Vereine keine Schadensumme genannt haben, weil sie das ganze Ausmaß der Zerstörung noch nicht erfassen können. 

Bleibt die Frage, welche Priorität der Wiederaufbau von Sport-Infrastruktur genießen sollte  angesichts der Tatsache, dass vielen Menschen durch die Flut ihre Häuser sowie ihr Hab und Gut genommen wurde und vielerorts Verkehrswege gekappt sind. Sauer plädiert dafür,  den Sport von Beginn an mitzudenken: „Sportanlagen sind ein Teil der sozialen Infrastruktur. Sie sind Treffpunkte für Jung und Alt. Die Sportanlagen müssen daher ähnlich wie Bildungseinrichtungen oder Straßen zügig in den Blick genommen werden.“