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Frauen-Handball: HSG Wittlich hat „endlich wieder ein Ziel vor Augen“

3. Handball-Liga der Frauen : HSG Wittlich hat „endlich wieder ein Ziel vor Augen“

Die Drittliga-Handballerinnen aus der Säubrennerstadt sind in die Saison-Vorbereitung gestartet.

Früher traf man sich zum Trainingsauftakt mit Fragen wie „Wie war der Urlaub?“ oder „Alle fit?“. In Pandemiezeiten ist alles anders. Da startet der Vereinsvorsitzende mit der Abfrage „Wer von euch ist einmal geimpft, wer ist schon zweimal geimpft?“.

Frisch auf Corona getestet waren sie beim Trainingsstart jedenfalls alle beim Frauenhandball-Drittligisten HSG Wittlich. Aufgrund des Sonderstatus der 3. Liga hätten die Handballerinnen aus der Säubrennerstadt fast kontinuierlich durchtrainieren können, aber Trainer Thomas Feilen gönnte seinem Team auch Pausen, als im Frühjahr feststand, dass die Premierensaison in der dritthöchsten Spielklasse abgebrochen werden musste.

„Jetzt freuen wir uns alle, dass es wieder richtig losgeht, dass man wieder ein Ziel vor Augen hat fürs Training“, sagt der Dauner, der gemeinsam mit Co-Trainer Tobias Quary und Torwarttrainerin Marion Bremer eine Leistungsdiagnostik an den Beginn der Vorbereitung gestellt hat. „Wir beginnen insgesamt früher als sonst, und auch der Ablauf ist anders, denn wir haben viel früher als normal unsere ersten Testspiele“, berichtet Feilen. Bereits in drei Wochen – mitten in der Phase von Kraft- und Ausdaueraufbau, gepaart mit spielerischen Aspekten – geht es gegen den Drittliga-Konkurrenten HSG Marpingen, danach folgende weitere Tests und kleinere Turniere. Feilen: „Als Vorsichtsmaßnahme nehmen wir nicht an großen Turnieren mit acht oder noch mehr Teams teil. Stattdessen absolvieren wir lieber einzelne Testspiele oder ein Dreierturnier.“

Auch Teambuilding-Maßnahmen kommen in Pandemiezeiten kürzer – allerdings ist der Kader ohnehin fast identisch mit jenem der Vorsaison. Nur ein Neuzugang muss integriert werden: Michelle Meier (23), gebürtig aus Andernach und zuletzt beim Oberligisten Arzheim/Moselweiß in Koblenz unter Vertrag (der TV berichtete). „Sie ist auf Rechtsaußen das größte Talent in der Oberliga. Trotz ihres jungen Alters bringt Michelle schon viel Erfahrung mit und wird uns sicher nach vorne bringen. Sie ist eine Spielerin mit viel Entwicklungspotenzial“, lobt Feilen die neue Linkshänderin, die er seit vielen Jahren beobachtet hat.

Einziger Abgang im HSG-Team ist Friedericke Engel, die durch ihr Studium in Köln drei Trainingseinheiten pro Woche in Wittlich zeitlich nicht mehr schafft. „Das tut beiden Seiten sehr leid, denn Fredericke hätte sich hier sicherlich noch toll entwickeln können“, sagt Feilen. Zudem wird Lisa Kucher (ehemals Schenk) etwas kürzertreten, dadurch erhalten Rückraumtalente wie Nele Kappes mehr Spielanteile.

Mit der Verpflichtung von Michelle Meier blieb die HSG ihrer Marschroute treu, auch in der 3. Liga nur auf Spielerinnen aus der (Groß)-Region zu setzen. „Wir wollen langfristig die Talente aus dem eigenen Verein und der Region integrieren, und auch so langfristig den Umbruch einleiten“, betont Feilen. Nachdem im Vorjahr Merle Kloep den Sprung aus der HSG-Jugend in die erste Mannschaft geschafft hatte, soll diesen Schritt in der kommenden Saison Sarah Rogowski vollziehen. Sie trainiert bei den Frauen mit, soll aber in der A-Jugend-Oberliga Spielpraxis sammeln. In der HSG-Jugend steht zudem mit Jessy Souza das nächste Toptalent in den Startlöchern. Sie hat gerade ihren ersten Sichtungslehrgang mit der deutschen B-Jugend-Nationalmannschaft hinter sich gebracht.

Wann und gegen wen die HSG-Frauen in die Drittliga-Saison starten, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Am 28. Juni ist Meldeschluss für die 3. Liga, dann wird entschieden, wie viele Staffeln bundesweit an den Start gehen (in der Abbruchsaison 2020/21 waren es fünf Staffeln mit je zwölf Teams). Und je nachdem, wie viele Staffeln und somit auch Spieltage es gibt, beginnt die neue Saison entweder am letzten August-Wochenende oder Anfang September.

Egal, wann sie loslegen – das Saisonziel ist bei der HSG Wittlich klar: „Klassenerhalt, nichts anderes“, sagen Feilen und der Vereinsvorsitzende Axel Weinand unisono. Für Weinand ist es zudem wichtig, dass „wir irgendwann wieder Zuschauer in der Halle begrüßen dürfen“. Wichtig sei zudem, dass es bislang noch keine Coronafälle in der Mannschaft gegeben habe, „weil wir wirklich sehr intensiv und genau auf alles achten und sehr, sehr viel testen“.