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Trier
Ex-Eintracht-Keeper Kresic: Gute Erinnerungen an die Mosel

Für Leverkusen im Einsatz: In dieser Szene pariert Torhüter Dario Kresic im Testspiel gegen Basel einen Schuss von Breel Embolo (neben ihm: Teamkollege Wendell). Kresic begann seine Profi-Karriere an Trier - wo der Kroate auch die Inspiration für seinen neuen Beruf fand.
Für Leverkusen im Einsatz: In dieser Szene pariert Torhüter Dario Kresic im Testspiel gegen Basel einen Schuss von Breel Embolo (neben ihm: Teamkollege Wendell). Kresic begann seine Profi-Karriere an Trier - wo der Kroate auch die Inspiration für seinen neuen Beruf fand. FOTO: Patrick Straub / picture alliance / dpa
Trier. Die internationale Profi-Karriere hat für Torhüter Dario Kresic einst in Trier begonnen. Inzwischen hat der Kroate die Laufbahn beendet. Nun setzt er auf Riesling & Co.
Andreas Feichtner

Nico Patschinski ist auch nach dem Karriereende immer wieder gerne gelesener Stammgast in den Zeitungen und Magazinen. Weil er inzwischen Jobs macht, die mit der Glitzerwelt des Profifußballs wenig zu tun haben. Erst Paketzusteller, dann Bestatter, inzwischen ist er Busfahrer in Hamburg. Auch ein Kollege zu Trierer Zweitliga-Zeiten, Dario Kresic, hat einen eher ungewöhnlichen Job für einen Ex-Fußballer – für den hatte er schon den Grundstein gelegt, als bei der Eintracht seine langjährige Profi-Torhüter-Karriere begann: „Es gibt an der Mosel so viele Weinberge – das hat mich fasziniert“, erinnert sich der Kroate, der es von Trier aus zu internationaler Klasse und zwischenzeitlich auch in die Nationalmannschaft gebracht hat. „Ich hatte mir damals ein Grundstück an der Donau gekauft, in der Nähe meiner Heimatstadt Vukovar.“ Inzwischen ist dort ein 16 Hektar großes Weingut unter seinem Namen entstanden. Dort wird unter anderem Riesling angebaut – aber auch Traminer, Chardonnay, Silvaner, Cabernet Sauvignon und mehr. „Ich genieße die Ruhe in den Weinbergen“, sagt Kresic, der aber nicht täglich selbst in seinem Weingut arbeitet: Er ist ja auch kein gelernter Winzer, dafür hat er seine Experten. Es ist eher ein Ausgleich zu seinem anderen Job, der für Ex-Profis typischer ist: Kresic arbeitet zugleich als Spielerberater. Warum er überhaupt schon die Handschuhe in die Ecke geworfen hat? Schließlich ist 34 für einen Torhüter noch kein Alter. „Ich bin im Sommer 2016 von Leverkusen nach Nikosia gewechselt. Nach drei Monaten war ich wieder am Knie verletzt – da habe ich meiner Frau gesagt: Ich spiele die Saison noch zu Ende und höre dann auf. Ich habe keinen Sinn mehr darin gesehen, immer mit Schmerzen zu trainieren, mich immer zu quälen.“ Zumal die zweieinhalb Jahre zuvor schon frustrierend für den 1,95-Meter-Mann waren, der einst als 16-jähriger nach Deutschland kam – und der nach erfolgreichen Jahren in Griechenland und bei Lokomotive Moskau eigentlich auch in der Bundesliga durchstarten wollte: „Zu diesem Zeitpunkt ging es in meiner Karriere nach unten. Ich bin eigentlich als Nummer eins nach Mainz gekommen, verletzte mich fünf Tage vor dem Start – und da habe ich fünf, sechs Spiele gefehlt. Loris Karius hat dann seine Chance genutzt.“ Karius ist inzwischen Stammtorwart beim FC Liverpool. Von 2014 bis 2016 schaute sich Kresic jede Menge Bundesliga-Spiele von der Bank aus an - als Leverkusens Nummer zwei hinter Bernd Leno. Kresics letztes Spiel in Deutschland war zugleich sein Debüt in der Bundesliga: Das 3:2 von Bayer im Saisonfinale 2016 gegen Ingolstadt. Kresic erinnert sich gerne an seine Anfänge. „Ich habe super Erinnerungen an Trier, das waren meine ersten Schritte im Profi-Fußball und ich bin dankbar, dass mir die Eintracht die Möglichkeit gegeben hat.“ Als 18-Jähriger kam Kresic aus der Jugend des VfB Stuttgart nach Trier, er blieb dreieinhalb Jahre – auch nach dem Zweitliga-Abstieg. Die Konkurrenz bei der Eintracht war groß - Daniel Ischdonat, Axel Keller, Enrico Keller: Torhüter-Probleme hatten die Trierer damals wahrlich nicht.

An ein Highlight mit dem SVE kann sich Kresic noch gut erinnern: „Das war unserer Pokalspiel in Bremen 2004 - das war mein erstes großes Spiel auf hohem Niveau. Das war etwas Besonderes für mich.“ Der Double-Gewinner mit Klose, Klasnic, Valdez & Co. scheiterte damals im Weserstadion reihenweise „Teufelskerl Kresic“ (TV vom 10.11.2004) - in der Verlängerung (1:3) machte Bremen dennoch den Viertelfinaleinzug klar. Daran konnten auch Kresic und Nico Patschinski nichts ändern.

Dario Kresics neuer Job: Der frühere kroatische Nationaltorwart (links) besitzt im Donau-Ort Sarengrad ein Weingut. Dort baut er auch Riesling an.
Dario Kresics neuer Job: Der frühere kroatische Nationaltorwart (links) besitzt im Donau-Ort Sarengrad ein Weingut. Dort baut er auch Riesling an. FOTO: Kresic