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FSV Salmrohr: Ein Neuzugang von Eintracht Trier und Tipps aus Hoffenheim 

Fußball-Oberliga : FSV Salmrohr: Ein Neuzugang von Eintracht Trier und Tipps aus Hoffenheim

Die Salmtaler verpflichten Luca Meyer. Und das Verletztenlager hat sich fast komplett gelichtet. Warum trotzdem nur gedämpfte Freude herrscht.

Eine Neuverpflichtung, gleich drei „gefühlte“ Zugänge und ein Abgang: So lassen sich die personellen Veränderungen beim Fußball-Oberligisten FSV Salmrohr um den Jahreswechsel zusammenfassen. Egal, was in den unsicheren Corona-Zeiten 2021 noch kommt: In jedem Fall ist es ein besonderes Jahr aus Sicht der Salmtaler, wurde der Verein doch vor 100 Jahren aus der Taufe gehoben.

Weil er sich deutlich mehr Einsatzzeiten als beim Ligakonkurrenten Eintracht Trier ausrechnet, kehrt Luca Meyer (19) ins Salmtal zurück. Das aus dem SV Wittlich hervorgegangene Talent – sowohl auf der linken Abwehrseite, wie auch im defensiven Mittelfeld einsetzbar – war bereits als D- und C-Junior für den FSV aktiv. Dann ging es für  dreieinhalb Jahre ins Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Kaiserslautern, ehe er nach einer turbulenten Phase und einem Trainerwechsel beim FCK seinen Stammplatz verlor und in die U19 der Eintracht wechselte.  

Wegen hartnäckiger gesundheitlicher Beschwerden konnte der vor ziemlich genau einem Jahr von Eifel-A-Ligist SG Großkampen zum damaligen Rheinlandligisten gekommene Thomas Holper bereits in den letzten Wochen vor der Saisonunterbrechung Ende Oktober nicht mehr mitwirken. Nun hat sich der 29-Jährige verabschiedet und geht davon aus, zunächst mindestens ein halbes Jahr an einer Schambeinentzündung und einer Arthrose an der linken Hüfte zu laborieren, ehe er wieder erste Gehversuche machen kann. „Aber dann sicher nicht mehr auf diesem Niveau“, sagt Holper, dessen Spielerpass künftig wieder in Großkampen liegt (ausführlicher Bericht zu Holpers Zeit beim FSV folgt).

Ein Mannschaftstraining ist angesichts der anhaltenden Corona-Einschränkungen noch in weiter Ferne, der Re-Start der Oberliga-Runde wird allerfrühestens Ende Februar sein. Das bereits jetzt fast ganz gelichtete Verletztenlager macht Trainer Lars Schäfer aber in jedem Fall Mut: „Wenn wir heute voll mit dem Ball trainieren könnten, wären bis auf Tim Kieren alle Mann an Bord.“ Der 20-jährige Schlussmann plagt sich weiter  mit einem Knochenödem an der Kniescheibe herum (TV berichtete mehrfach). Wieder fit sind hingegen Niklas Lames nach seiner Meniskusoperation sowie Leon Backes, der eine Schulterverletzung überwunden hat und Kai Bernard, dessen Kreuzbandriss ausgeheilt ist.

„Das sind gute Voraussetzungen, um mit vollem Einsatz um den Klassenverbleib zu kämpfen, sobald es wieder losgeht“, frohlockt Schäfer.

Neuzugang Meyer passe „in unser Beuteschema“ des vor allem auf entwicklungsfähige Jungspunde setzenden Clubs. Nach einigen Telefonaten mit dem Wittlicher spricht Schäfer „von einem jungen Kerl, der charakterlich voll in Ordnung ist, Bock auf unsere coole Truppe hat und es bei uns wissen möchte“. Schäfer stellt sich aber darauf ein, Meyer behutsam aufbauen zu müssen: „Luca hat lange Zeit fast gar nicht gespielt. Er braucht erst mal wieder Selbstvertrauen.“ Nur im Rheinlandpokalspiel der Eintracht Anfang Oktober bei Bezirksligist Rot-Weiß Wittlich (4:1) kam Meyer seit Sommer zu einem gut viertelstündigen Pflichtspieleinsatz. Bei der Eintracht haben sie zwar seine Begabung erkannt, wussten aber auch um die mangelnden Aussichten für Meyer, auf Spielzeit zu kommen. Deshalb legten ihm die Blau-Schwarz-Weißen keine Steine in den Weg. „Die Konkurrenz in Trier ist groß. In Salmrohr möchte ich Spielpraxis sammeln“, sagt Meyer. Die Integration dürfte leichtfallen, schließlich hat er mit einigen aus dem Team, darunter Luca Schütz, Henrik Schömann und Tim Kieren, früher schon zusammengespielt. Karl-Heinz Kieren, der Sportliche Leiter des FSV, freut sich auf Meyer, der „top ausgebildet wurde und bei uns was lernen will“.

Zunächst ist aber auch beim aktuellen Tabellendrittletzten der Oberliga-Nordgruppe weiter Individualtraining angesagt. Mit Fitnessübungen sollen sich Schäfers Schützlinge einigermaßen in Schuss halten. Dabei baut der FSV-Coach momentan nicht nur auf Läufe, sondern auch auf Kräftigungs- und Stabilisationsübungen. Beim Zusammenstellen des Programms setzt er auch auf die Hilfe des Salmrohrer Kooperationspartners TSG Hoffenheim und Christian Neitzert, dem aus Wittlich stammenden Präventivtrainer des Bundesligisten.

Trotz aller kreativen Ideen, Neuzugang Meyer und den wiedergenesenen Spielern macht Schäfer indes eine immer größer werdende Unruhe bei sich, aber auch bei seiner Mannschaft aus: „Das, was einige von uns schon seit 20 Jahren oder noch viel länger mit großer Begeisterung machen, geht momentan nicht. Es schmerzt, monatelang nicht seiner Leidenschaft Fußball nachgehen zu können. Wir sehnen uns so sehr danach, wieder gemeinsam auf dem Platz zu stehen.“