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Fußball: Ein Trierer in Mainz - Harte Prüfung für Dominik Kohr

Fußball-Bundesliga : Ein Trierer in Mainz: Harte Prüfung für Dominik Kohr

Den Mittelfeldspieler von der Mosel erwarten in Rheinhessen gleich zwei Herausforderungen.

Auf einmal ging alles Schlag auf Schlag. Am Montagmorgen stellte sich der Trierer Fußball-Profi Dominik Kohr bei Mainz 05 dem obligatorischen Medizincheck, später wurde das Vertragswerk zur Ausleihe von Eintracht Frankfurt bis zum Sommer unterschrieben – und um 18 Uhr absolvierte er mit den 05ern das erste Mannschaftstraining. Tags darauf folgte sogleich das Debüt. Nach gut einer Stunde kam Kohr im Bundesliga-Spiel gegen den VfL Wolfsburg zu seinem ersten Einsatz für die Rheinhessen.

Verhindern konnte der defensive Mittelfeldspieler eine neuerliche Mainzer Niederlage nicht (0:2). Die nächsten Wochen sollen dagegen erfolgversprechender werden. Kohrs Aufgabe: Helfen, dass die Mainzer nicht erstmals seit 2007 wieder aus der Bundesliga absteigen. Es wird eine harte Prüfung für den wegen seiner physischen Spielweise getauften Dominik „Hard“-Kohr. Nach der Hinrunde stehen magere sieben Punkte auf dem Konto der 05er. „Die Ausbeute ist nicht gut. Andererseits sind die Mannschaften vor uns noch nicht komplett enteilt“, muss sich Kohr aktuell in Zweckoptimismus üben.

Doch wer soll in Mainz künftig Tore schießen, nachdem Top-Stürmer Jean-Philippe Mateta (sieben Treffer) vor einem Wechsel zu Crystal Palace steht (siehe auch Extra)? Kohr: „Es müssen jetzt andere Spieler in die Position reinrutschen. Wenn wir uns gegenseitig helfen, können wir das als Mannschaft auffangen.“

Kohr, der auf dem Platz gerne mal hinlangt, aber abseits des Rasens ein ruhiger Typ ist, gibt sich seinem Naturell entsprechend relativ tiefenentspannt. Sowohl, was die Chance auf den Klassenerhalt mit Mainz angeht, als auch mit Blick auf seine Karriere.

Kohr ist mit 26 Jahren im besten Alter. Er hat schon in der Champions League (mit Leverkusen) und Europa League (mit Bayer, Augsburg und Frankfurt) gespielt. Aktuell durchläuft er aber ein Tal. Bei Eintracht Frankfurt besitzt Kohr einen Vertrag bis 2024, zuletzt setzte Trainer Adi Hütter aber nicht mehr groß auf die Dienste des Mittelfeldakteurs. Doch der Trierer, der aus der Jugend des TuS Issel entstammt, gibt sich optimistisch: „Ich weiß: Wenn ich wieder mehr spiele, komme ich schnell wieder auf ein besseres Level. Ich bin nicht frustriert oder enttäuscht, sondern arbeite immer weiter an mir.“

Kohr ist überzeugt, recht schnell die Spielphilosophie des neuen Mainzer Coaches Bo Svensson verinnerlichen zu können. Im Mainzer Team begegnet der Trierer bekannten Gesichtern: Mit Levin Öztunali hat er einst in Leverkusen und in der U-21-Nationalmannschaft zusammengespielt. Mit Robin Hack verbindet er gemeinsame Zeiten in der deutschen U-20-Auswahl. In Mainz wählte Kohr die Rückennummer 31. Diese hatte er früher auch schon mal bei Bayer – und sein Geburtstag ist am 31. Januar.

Aufgrund der Rivalität zwischen Frankfurt und Mainz ist das Leihgeschäft durchaus nicht frei von Brisanz. Für Kohr enthält es aber noch einen weiteren Vorteil neben der Aussicht auf mehr Einsatzzeiten. Er kann in Frankfurt wohnen bleiben. Statt bislang 15 Minuten bis zum Eintracht-Trainingsgelände muss er nun nach Mainz gut 30 Minuten Fahrzeit investieren.

Kohr ist bereit für sein „neues Kapitel“, wie er den Wechsel nach Mainz auf seiner Instagram-Seite betitelt: „Ich bin noch nie abgestiegen. Das soll auch so bleiben!“