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Fußball: Eintracht Trier muss sich bei Relegationsspiel in Stadtallendorf von seiner Schokoladenseite zeigen​

Fußball : Relegationsspiel: Trier muss sich in Stadtallendorf von seiner Schokoladenseite zeigen - Liveticker von volksfreund.de

Jetzt gilt‘s: Wie die Eintracht an diesem Samstag in ihr erstes Spiel in Stadtallendorf geht (Liveticker ab 14 Uhr) – und wer überraschend auflaufen könnte.

Das Unternehmen ist der größte Arbeitgeber in der Region Marburg-Biedenkopf, das riesige Werk unübersehbar. Am Ferrero-Standort in Stadtallendorf werden zahlreiche Produkte des Süßwarenherstellers produziert. Von der Nuss-Nougat-Creme bis hin zu den Kirsch-Pralinen.

Unweit der Fabrik im Herrenwaldstadion muss sich Eintracht Trier am heutigen Samstag von seiner Schokoladenseite zeigen. In seinem ersten Relegationsspiel der Regionalliga-Aufstiegsrunde gastiert der SVE beim TSV Eintracht Stadtallendorf. „Wir treten mit einem positiven Gefühl an. Wer jetzt kein Selbstvertrauen hat, wird es nie haben“, sagt Eintracht-Trainer Josef Cinar und verweist damit auf die jüngsten Ergebnisse und Erlebnisse des SVE. In der Aufstiegsrunde der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar waren die Moselaner ungeschlagen geblieben. Unvergessen bleibt der 2:1-Sieg gegen Worms, als Trier die Partie mit zwei Treffern in der vierten und fünften Minute der Nachspielzeit drehte.

All das half indes nicht, die Wormatia vom ersten Platz zu verdrängen. Nun also die Relegations-Runde, in der sich einer der drei Clubs Trier, Stadtallendorf und Stuttgarter Kickers durchsetzt (siehe Eintracht-Ecke).

Im ersten Spiel unterlag Stadtallendorf mit 0:3 bei den Kickers – und war dabei hochgradig unterlegen. In der Hessenliga sah der TSV lange Zeit als der sichere direkte Aufsteiger aus. Weil das Team jedoch in den letzten drei Saisonspielen nur einen Punkt holte, musste es Fulda-Lehnerz noch vorbeiziehen lassen. „All das hat man als Spieler natürlich schon noch in den Köpfen. Dennoch bin ich mir sicher, dass Stadtallendorf in Stuttgart nicht sein wahres Gesicht gezeigt hat. Die Mannschaft wird versuchen, gegen uns zu Hause anders aufzutreten. Umso wichtiger wird es sein, dass wir das von der ersten Sekunde an nicht zulassen“, sagt Cinar. 

Um optimal vorbereitet in die Partie zu gehen, ist der SVE-Tross bereits am Freitagnachmittag nach dem Training mit dem Bus ins 18 Kilometer von Stadtallendorf entfernte Marburg gefahren, wo die Mannschaft im Hotel ,Vila Vita Marburg‘ übernachten wird. Cinar: „Die Jungs sollen ausschlafen können. Das wird uns guttun. Nach einem Brunch und einem Spaziergang wird‘s dann am Samstag ins Stadion gehen.“

In Triers Startelf könnte es dann eine richtige Überraschung geben. Kapitän Simon Maurer hat nach seinem Mitte Mai erlittenen Zehen-Bruch am Freitag dank eines Tapeverbands wieder mittrainiert. Womöglich ist er ein Kandidat fürs heutige Spiel – und das, nachdem es geheißen hatte, dass die Saison für ihn gelaufen ist.

Cinar dürfte die Chance auf ein Blitz-Comeback Maurers sehr wohlwollend abwägen, da neben dem verletzten Henk van Schaik auch Fränz Sinner weiterhin nicht zur Verfügung steht – der Luxemburger bestritt mit der U 21 des Großherzogtums am Donnerstagabend ein Länderspiel in Montenegro. Robin Garnier hat als Aushilfs-Innenverteidiger seine Sache zuletzt im Spiel gegen Wiesbach zwar sehr gut gemacht, doch wenn der Rotschopf hinten ran muss, fehlt er als wichtiger Defensiv-Akteur im Mittelfeld.

Wegen einer Knieblessur muss Jonas Amberg passen, auch Leonel Brodersen (Nachwehen einer Corona-Infektion) ist nicht mit dabei. Ansonsten kann Cinar aus dem Vollen schöpfen – und zwar auch im Spieltagskader, in den er (entgegen den Regeln in der Oberliga) 20 Mann berufen kann und wird. Zudem sind in der Relegation fünf statt vier Wechsel pro Partie erlaubt.

Die bekanntesten Spieler bei Eintracht Stadtallendorf sind Stürmer Del-Angelo Williams (früher SV Elversberg und Hansa Rostock), der im Spiel bei den Stuttgarter Kickers allerdings verletzt ausgewechselt werden musste, sowie der zentrale Mittelfeldspieler Timo Çeçen,  Dreh- und Angelpunkt im Aufbauspiel der Hessen. In Stuttgart hat sich gezeigt: Wird Çeçen aus dem Spiel genommen, lahmt Stadtallendorfs Offensivspiel auf Kosten langer Bälle nach vorne.

Bei aller Enttäuschung nach der deutlichen Niederlage in Stuttgart wird Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja nichts unversucht lassen, um sein Team wieder auf Kurs zu bringen. Nicht umsonst gilt der 55-jährige Kroate, der seit März 2012 den TSV coacht, bei manchen als ,Christian Streich‘ der Hessenliga.