Fußball: Fanprojekt Trier erhält Qualitätssiegel

Fußball : Fanprojekt Trier erhält Qualitätssiegel

Trierer Einrichtung bekommt zum zehnten Geburtstag eine bis 2022 gültige Urkunde überreicht.

Alfons Jochem gehört Eintracht Trier seit fast 50 Jahren an. Er hat schon fast alle Positionen im Verein bekleidet – „außer Platzwart“, wie er bei der offiziellen Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen des Fanprojekts Trier in den Räumen der Volkshochschule am Domfreihof süffisant anmerkte. Der aktuelle Vorstandssprecher des SVE kann sich ein Urteil über Entwicklungen und Strömungen bei der Eintracht bilden. „Als das Fanprojekt 2009 startete, gab es keine allgemeine Zustimmung für dieses sozialpä­dagogische Projekt für junge Fußball-Anhänger. Die Kritik zielte auf die Frage ab, ob solch eine Einrichtung für – oberflächlich – als ,Chaoten’ bezeichnete Mitglieder der Fanszene erforderlich sei. Nun nach zehn Jahren kann man festhalten: Dieser Weg ist ein richtiger.“

Dem Fanprojekt gelinge mit seinen Mitarbeitern viel besser als dem Verein der Zugang zu den jungen Menschen. „Wir  im Club haben keine sozialpädagogische Ausbildung und auch keine Bord- und Barmittel“, sagte Jochem.

Das Fanprojekt Trier, getragen vom Exzellenzhaus e.V., ist derzeit eine von bundesweit 61 Einrichtungen, die mit jungen Fußball-Fans Gewaltprävention und Bildungsarbeit betreibt. Zum zehnten Geburtstag gab’s ein Geschenk von Philipp Beitzel, Referent bei der Koordinationsstelle Fanprojekte. Er überreichte den Mitarbeitern Katja Morneweg, Lukas Keuser und Markus Ankerstein ein neues, bis 2022 gültiges Qualitätssiegel. Ausgestellt hat es die Arbeitsgemeinschaft Qualitätssicherung, in der Vertreter des DFB, der DFL, der Länder, der Deutschen Sportjugend und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte die Arbeitsweise und Angebote von Fanprojekten unter die Lupe nehmen.

„Die Arbeit in den Projekten lebt von Konstanz. Euch ist es gelungen, sie trotz der zuletzt unsicheren Bedingungen zu gewährleisten“, lobte Beitzel das Trierer Trio. Cornelius Günther vom Exzellenzhaus-Trägerverein  stellte fest, dass die Trierer Fanszene „ein ganz normaler Teil unseres Hauses geworden ist“. Eine Subkultur bringe stets Probleme mit sich, die es zu lösen gelte. Günther: „Die pädagogische, auf Antirassismus ausgelegte Arbeit ist enorm wichtig. Ich hoffe, dass zu den zehn bisherigen Jahren noch viele weitere hinzukommen.“

An der Stadt Trier, die neben dem Deutschen Fußball-Bund (50 Prozent) und dem Land Rheinland-Pfalz (25 Prozent) das Fanprojekt zu einem Viertel finanziert, sollte es nicht liegen. Sozial- und Sport-Dezernentin Elvira Garbes hob in ihrem Grußwort hervor, dass die Stadt vor zehn Jahren als Geburtshelfer des Fanprojekts fungiert habe. Sie bedankte sich für das bisherige „persönliche Engagement der Beteiligten“.

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