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Fußball-Fibel Eintracht Trier: Ein persönliches Stück Club-Geschichte

Lokalsport : Als der SVE den Aufstieg in die zweite Liga feierte: Fußball-Fibel zu Eintracht Trier vorgestellt

„Fußball ist mehr als ein 1:0“, hatte einst der kürzlich verstorbene DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun gesagt. Wer die Fibel von Eintracht Trier liest, kommt zu dem Schluss: Ja, das stimmt. Einsichten in ein Buch, welches von Fans für Fans geschrieben wurde.

Dieser Tage werden einige Fans von Eintracht Trier mal wieder richtig in Nostalgie verfallen. Zum 20. Mal jährt sich jener 11. Mai, an dem die SVE-Welt eine andere wurde.

Samstagnachmittag. Vorletzter Spieltag in der Süd-Regionalliga-Saison 2001/02. Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim. Die Eintracht siegt mit 2:1 – und verfällt in Ekstase. Damals, 21 Jahre nach dem Abstieg aus der 2. Liga Süd, kehrt der Verein auf die große Bühne des Profifußballs zurück.

Buch über den SVE: Fans schreiben für Fans

Die SVE-Fans machen aus der Partie im Dietmar-Hopp-Stadion ein Heimspiel. Viele von ihnen stapfen später wie paralysiert die Straße vom Stadion hinunter ins Dorf – zu groß ist die Last, die von ihren Schultern fällt. Zu unwirklich erscheint das gerade Erlebte.

 Die Fibel zu Eintracht Trier ist der 39. Band in der Reihe ,Bibliothek des Deutschen Fußballs’. 21 Autoren erzählen teils sehr persönliche Geschichten rund um ihren Herzensclub.
Die Fibel zu Eintracht Trier ist der 39. Band in der Reihe ,Bibliothek des Deutschen Fußballs’. 21 Autoren erzählen teils sehr persönliche Geschichten rund um ihren Herzensclub. Foto: privat

Es ist klar, dass dieser historische Moment in der Fußball-Fibel über Eintracht Trier nicht fehlen darf. In dem mehr als 210 Seiten starken Werk, erschienen im Culturcon Verlag in der Reihe ,Bibliothek des deutschen Fußballs‘, schreiben Fans für Fans. Insgesamt 21 Autoren haben unter Federführung des Fanprojekts Trier (vor allem Katja Morneweg) ganz persönliche Einsichten, Ansichten und Erlebnisse zu Papier gebracht. Anhänger von der Haupttribüne, aus der Ostkurve, von der Gegengerade. Das Spektrum ist groß, genauso sind es die Facetten des Vereins.

Eintracht-Fibel: Keine Vereinschronik im klassischen Sinn

Coronabedingt wurde das Ende 2020 fertiggestellte Buch erst jetzt in der Trierer Tuchfabrik in einem würdigen Rahmen präsentiert – doch die Geschichten sind ohnehin zeitlos. Auf dem Podium plauderten Wolfgang Fries, Matthias Röcke (beide SVE-Anhänger seit den 1960er Jahren), Jörg Lex, Raphael Acloque (Vorstandsmitglieder des Supporters Club Trier), Samuel Acloque (Mitglied des Fanclubs Moselhaie 1993), Gil Kalny, Pascal Berens (beide aus der jüngeren Fan-Generation) und Lukas Keuser (Fanprojekt-Mitarbeiter) mit Moderator Benjamin Judith über vergangene Zeiten und aktuelle Herausforderungen. Die Gespräche und die Texte in der Fibel unterstreichen die Bindung von Anhängern verschiedener Generationen zu ,ihrem‘ Club, die weit über das Geschehen auf dem Rasen hinausgeht.

Die Eintracht-Fibel ist keine Vereinschronik im klassischen Sinn. Ein bisschen Club-Geschichte zu Beginn des Buchs muss sein – ansonsten geht es um Fan-Erlebnisse, um Themen rund um den Verein, um persönliche Eindrücke, um Momente, die sich im Gedächtnis eingebrannt haben. Es geht um eine theologische Perspektive auf das Vereinswappen, um das Leben mit der Eintracht. Um Fanclubs. Um spezielle Auswärtsfahrten und besondere Heimspiele. Um Tore, Tränen und einen Tag für die Ewigkeit. Um Lieder rund um den SVE. Um einen Skandal und Skandälchen.

Die Eintracht war schon weit oben und tief unten. Die Kapitel der Fibel bilden die gesamte Bandbreite ab – nicht mit einem universalen Anspruch, sondern mit tiefen Einblicken in die Seelen verschiedener SVE-Anhänger.

Die Eintracht-Fibel kann unter anderem über den Online-Fanshop von Eintracht Trier bestellt werden (12,95 Euro). Ein Euro jedes Bucherlöses kommt der SVE-Jugend zugute. Internet: https://eintracht-trier.shop/

Info: In einer kleinen Serie blickt der Trierische Volksfreund in den nächsten Tagen auf den emotionalen Zweitliga-Aufstieg der Eintracht im Jahr 2002 zurück.